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Kendermann Winemaker: Roter Hang 2005

Der vorliegende Riesling ist von der Weinkellerei Kendermann. Diese bezeichnet sich selbst nach kalifornischem Vorbild als Winemaker. Dort ist der Weinanbau vom Keller weitgehend getrennt. Dabei sollen jedoch langfristige Lieferverträge für die Qualität im Anbau sorgen. Doch zurück nach Deutschland: Bei dem zur Verkostung gekühlten Wein ist die Kappe abstoßend, die sich über dem Korken befindet. Dieser billige Kunststoff stinkt gerade wenn man ihn entfernt noch schlimmer als Tier. Ich verstehe nicht wieso so etwas auf den Flaschenhals gemacht wird. Einige Winzer (z.B. im nahen Rheingau) verzichten ganz darauf und zwar traditionell. Gute Weine haben geruchsneutrales Metall; und dies nicht ohne Grund. Wenn dieser Posten nicht in der Kostenrechnung vom Winzer (oder in diesem Falle der Weinkellerei) vorgesehen ist, sollte man doch ganz darauf verzichten.

Kendermann ist zu gute zu halten, dass sie Terroir-bezogene Weine in ihr Programm genommen haben. Der Rote Hang ist eine hervorragende Lage in Rheinhessen (Rheinfront). Benannt ist er nach dem roten Schiefer, auf dem der Wein wächst. Vorwiegend handelt es sich dabei um Rieslinge. Der Wein hat eine vollen orangigen Geruch und eine umfangreiche Säure. Es sind kleine bittere Missklänge vor allem im Nachhall zu spüren. Bei dem Preis ist das wohl verständlich. In der Preiskatgorie gibt es jedoch auch schon Rieslinge, die zwar nicht hervorragend, aber geschmacklich vollkommen in Ordnung sind. Die haben dann aber zumeißt keinen Lagen- oder Terroirbezug.

Kendermanns Roter Hang
Riesling trocken 2005
Rheinhessen
Erzeuger: Reh Kendermann Winemaker
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12,5 %
Jahrgang: 2005
Einkaufspreis: 4,60 €
Verschluss: Einfacher Naturkorken
Quelle: Supermarkt


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© Thomas Günther / weinverkostungen.de
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Kendermann Winemaker: Roter Hang 2005

 

2 Kommentare zu “Kendermann Winemaker: Roter Hang 2005”


  1. pivu
    Dienstag, 5. September 2006 09:21
    1

    Auch wenn sie’s gerne hätten, die Winzer am Roten Hang, dieser befindet sich zwar auch am Rhein, aber auf der “falschen” Seite, also nicht im Rheingau sondern in Rheinhessen.

    Aber die Weinschiene von Kendermann ist schon ok, immerhin wird sie ja von Alison Flemming (MW) betreut.


  2. Thomas
    Dienstag, 5. September 2006 16:58
    2

    Oh.. ja. Du hast vollkommen recht. Natürlich gehört der Rote Hang zu Rheinhessen. Ich hab das im Artikel auch dahingehend geändert. Da war ich beim schreiben doch noch von den Kunststoffen betört.

    Sicherlich sind diese Weine nicht wirklich schlimm. Ich hatte vor ca. einem Jahr mal einen offen (ich glaube es war ein 2003er – ist aber ungesichert), den ich ganz gut in Erinnerung hatte. Daher rührte auch meine Idee den hier vorzustellen. Evtl. hab ich dazwischen zuviel hochwertige Sachen verkostet. Denn mit den Weinen von St. Antony oder auch Heyl kann der einfach nicht mithalten. Und so manch eine Winzergenossenschaft macht für um die 5 Euro gute Rieslinge. Sicherlich dann aber auch mit einigen Qualitätsschwankungen.