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Präsentation der 10 Cru des Beaujolais: Von Brouilly bis Saint-Amour

10 Cru des Beaujolais -Brouilly bis Saint-Amour
In den vergangenen Tagen fanden Verkostungen der Weine aus den 10 Cru des Beaujolais in Köln und Berlin statt. Master-Sommelier Hendrik Thoma führte unterhaltsam in diese Spitzenkategorien der Weine aus der Rebsorte Gamay ein. Erstaunliche 3/4 des Gamay weltweit werden im Beaujolais angebaut. Lange war der Ruf dieses Anbaugebiets von dem inzwischen deutlich versiegenden Boom um den Beaujolais Primeur geprägt. Ein Wein der schnell zur Vermarktung gebracht wurde und eben so schnell getrunken werden musste. Doch taugt das Beaujolais tatsächlich zu mehr, als man bislang weit verbreitet glaubt?

Präsentation der 10 Cru des Beaujolais: Von Brouilly bis Saint-Amour

Verkostunge der 10 Cru des Beaujolais

Die Verkostung war durchaus interessant und bereichernd, denn es zeigte sich zum einen ein Gesamteindruck dieser Wein und zugleich traten ihre Unterschiede hervor, die eine Differenzierung in den Bezeichnungen begründet. Wenn man die Rotweine aus den 10 Cru des Beaujolais kennt, erscheint das Anbaugebiet in einem anderen Bild. Südlich vom Burgund können mit der Rebsorte Gamay durchaus feine, tiefgründige und hochwertige Weine erzeugt werden. Diese haben zudem den Vorteil, dass sie nicht so lange wie die Pinot Noir aus dem Burgund gelagert werden müssen. Weiterhin bestechend ist „doppelter Genuss, bei halbem Preis“, so Hendrik Thoma.

Präsentation der 10 Cru des Beaujolais: Von Brouilly bis Saint-AmourDer Finessenreichtum der Weine aus den 10 Cru des Beaujolais überzeugte. Die unterschiedlichen Böden in den Crus sind Ursache für viele Eigenheiten. Vorherrschend sind unter anderem Granit, Schiefer und sandige Anteile. Der Wein aus dem Beaujolais ist zudem stark europäisch geprägt. Während die Weine der weiten Welt nach Parker bewertet wurden um möglichst kräftige und marmeladige Rotweine zu fördern, bieten die 10 Cru des Beaujolais ein eher frisches, feines und wesentlich leichteres Geschmacksbild. Von Brouilly bis Saint-Amour, viele dieser Weine kann man eben auch im Frühling oder Sommer trinken. Zwar gehen die Alkoholwerte auch schon mal auf 14% hoch, dieser war aber in keinem der Weine zu riechen. Wir werden hoffentlich bald detaillierter über das Thema 10 Cru des Beaujolais berichten.

Hier gibt es mehr Informationen zu den Weinen aus dem Beaujolais.

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7 Gedanken zu „Präsentation der 10 Cru des Beaujolais: Von Brouilly bis Saint-Amour“

  1. Super Blog-post! Beaujolais sind herrliche Weine, passen sehr gut zu asiatischen Gerichten. Es ist gut, gibt es noch “andere” Weine als solche von Michel Roland und Robert Parker…

  2. ja, wir wollen jetzt unbedingt auch mehr wissen. Ein paar Etiketten habe ich erkannt. Domaine Vissoux, Clos de Tremblay…

  3. Hallo Wolf,
    es gab aus jedem Cru jeweils einen Wein. Alle in der Reihenfolge.

    Domaine Vissoux, Brouilly Pierreux 2010

    Henry Fessy, Regnie 2009

    Trenel Fils, Saint-Amour 2009

    Domaine Laurent Gauthier, Chiroubles Chatenay, 2009

    Chateau Thivin, Cote de Brouilly, Clos Bertrand 2009

    Domaine de la Madone, Fleurie, Grille Midi 2009

    Vins Georges Duboeuf, Julienas, Chateau des Capitans, 2009

    Domaine Foillard Jean, Morgon Cuvee Cote du Py, 2008

    Paul Janin et Fils, Moulin-a-Vent, Clos du Tremblay, 2009

    Chateau des Jacques, Chenas, 2009

  4. Bin zwar viel zu spät dran, finde es aber auch sehr schön, dass Du eine Lanze für die wirklich guten Weine aus dem Beaujolais brichst. Vor gar nicht so langer Zeit habe ich in der RVF einen Artikel über eine Verkostung gereifter Beaujolais-Crus gelesen. Der 1986er Morgon vom Château des Jacques muss in großartiger Form gewesen sein. Geht also jung und gereift – wenn’s vom richtigen Produzenten ist. Da steht doch grad zufällig ein schönes Fläschchen von Marcel Lapierre in der Ecke… 😉

  5. Hi Matze,
    gereifter Beaujolais ist ja doch ein recht seltenes Thema. 24 Jahre Haltbarkeit ist sicherlich eine riesig große Ausnahme. Aber die RVF hat da bestimmt ganz tolle Weine zum verkosten gehabt. Ich schätze ja eher, dass diese Weine jung richtig gut sein können. Hatte erst diese Woche einen Morgon und Moulin-a-Vent für ca. 10 Euro (EVP) neben einigen Pinots aus dem Burgund zum doppelten Preis im Glas.

    Die Burgunder waren zwar auch sehr gut. Der Preisabstand jedoch nicht ganz gerechtfertigt. Bei diesen Weinen würde es aber nach 10 Jahren Lagerung anders aussehen. Während die Beaujolais dann wahrscheinlich tot sind, sind die Burgunder dann gerade mal erwachsen. Nur, wer lagert heutzutage schon noch. Und auch im Burgund scheint man etwas an der jüngeren Trinkbarkeit zu arbeiten.

    Viele Grüße
    Thomas

  6. Aber Thomas,

    ich lagere selbstverständlich noch. Und weil der Keller so weit weg ist, vergesse ich zwischenzeitlich fast, was da noch alles drin schlummert. Beaujolais ist natürlich in aller Regel zum jüngeren Genuss gedacht, auch die Crus. Aber es gibt noch ein paar ernsthaft Ausgebaute, die legen wirklich mit den Jahren noch zu. Traut man Gamay zwar nicht zu, und 24 Jahre sind doch eher experimentell zu nennen, aber fünf Jahre bis zum Höhepunkt bei einem Moulin-à-Vent würde ich schon veranschlagen.

    Burgund ist für mich immer noch ein sehr schwieriges Thema, trotz der Einheit der Rebsorten. Das Problem ist einfach, wenn du dich wirklich ernsthaft damit beschäftigen willst, winzer-, lagen- und jahrgangstypische Eigenschaften herausarbeiten, dann bist du schnell arm. Da sagen Leute zwar, das wäre ein Vorurteil, aber so ist es nun mal…

  7. Hi Matze,
    klar gibt es Leute die lagern Wein. Ich habe das Gefühl, dass es weniger geworden sind. Trotz der aktuellen Konjunktur des Regionalen und der Langsamkeit (sich über Jahre auf bestimmte Weine freunen zu können inklusive).

    Beim Moulin-a-Vent sprichst du etwas spanendes an. Ich glaube dieses Cru hat sich in den vergangenen 15 Jhahren als Spitze bei vielen Kritikern durchgesetzt. Gerade weil es auch die kraftigeren Gamay sind. Mir gefallen die etwas schlankeren Brouilly persöhnlich von Stil etwas besser. Und Fleurie ebenso. Aber nur die Guten.

    Zum Burgund: Da alles verstehen zu wollen, ist glaube ich nur möglich, wenn man sich ausschließlich mit diesem Gebiet beschäftigt. Ich verkoste da eher blind drauf los. Wobei: Das Komplizierte ist aus meiner Sicht auch etwas Mythos. Es gibt (mit ganz wenigen Ausnahemen) nur zwei Rebsorten. Eine ist rot. Die ander weiß. Alle Weine sind trocken. So einfach ist es fast nirgendwo auf der Welt ;-)))

    Mit den Preisen hast du sicherlich recht. Man kann kaum woandere auf der Welt schlechte Weine für richtig viel Geld kaufen. Aber das ist zum Glück im Burgund nicht die Regel, sondern Ausnahme. Auch wenn das Preisniveau etwas sehr hoch ist.

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