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Retsina

Retsina Weißwein aus Griechenland Retsina ist wahrscheinlich der bekannteste Weißwein aus Griechenland. Selten gibt es diesen traditionellen Wein auch als Rose. Das ist selbst unter Weinfreuden oder für manchen Griechenland-Besucher unbekannt. Zumeist ist es ein als trockener Tafelwein mit einem relativ geringen Alkoholgehalt. Dabei ist die verwendete Rebsorte recht unerheblich. Diese wird beim Retsina häufig nicht gekennzeichnet Es handelt sich jedoch fast immer um Savatiano. Prägend für den Geschmack des Weins ist das Versetzen mit Harz von Kiefern. Während früher ein Anteil von 5% von Harz durchaus normal war, liegt er heute bei 1 bis 2%. Dies gibt ein sehr markantes Geschmacksbild und hatte historisch die Funktion Oxidationsprozesse im Wein zu unterbinden.

Die Verwendung von Harz ist aus dem Abdichten von Amphoren entstanden. In diesen wurde der Wein früher gelagert. Zur traditionellen griechischen Küche kann der Retsina – vor allem als Aperitif – gut passen. Mit diesem Weißwein aus Griechenland unvertraute Menschen stoßen sich jedoch häufig an dem starken Harzgeschmack. Retsina gilt trotz der Zugabe von Harz nach EU-Richtlinien als Wein. Er könnte auch durch die Aromatisierung als weinhaltiges Getränk gelten.

Ein Retsina verkostet

Nun müssen wir auch mal einen Retsina probieren. Dieser kostete in der abgebildeten 0,5-Liter-Flasche gerade mal 1,29 Euro im Discounter. Das ist eindeutig ziemlich billig und man mag sich nicht vorstellen wie wenig bei einem solchen Preis in die Qualität des Weins gesteckt werden kann. Doch zu diesem traditionellen Weißwein selber: Er zeigt sich klar und in einem dunkleren Goldgelb im Glas. In der Nase ist bei diesem Retsina ein fruchtig voller Geruch mit Orangenschale. In der zweiten Nase sind duftige Blüten, die an weißen Holunder erinnern. Aus dem wird ja auch der bekannte Hugo erzeugt. Schließlich ist am Gaumen der typische Geschmack nach Harz. Das ist soweit ganz in Ordnung, obwohl ein so richtiger Genuss bei diesem Wein nicht entsteht. Insgesamt hat dieser Wein und der Stil aber seine Berechtigung und es scheint ja auch hierzulande einige Liebhaber zu geben.


© Thomas Günther / weinverkostungen.de
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Retsina

 

2 Kommentare zu “Retsina”


  1. Achim
    Montag, 14. Mai 2007 11:03
    1

    Mein Griechischlehrer hatte vor Jahren folgenden Tipp für Retsina auf Lager:
    Man muss mindestens 3 Gläser trinken, dann schmeckt er 🙂


  2. weinverkostungen.de
    Dienstag, 15. Mai 2007 11:38
    2

    Hallo Achim,
    irgendwie werden Griechen in letzter Zeit in Deutschland immer mehr zur Lachnummer. Da denke man nur an den Griechen im “Schuh des Manitu” oder an die Comedy-Serie im Radio 1live. Zum Retsina: Ich denke, dass die ersten drei Gläser das Problem und nicht die Lösung sind.

    viele Grüße
    Thomas