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Studie: Emailnutzung von Weingütern in Italien

emailnutzung weingüter italienZu einem erschreckenden Ergebnis kommt eine aktuelle Studie über die Emailnutzung von Weingütern in Italien. 43% der Weingüter antworteten gar nicht auf eine konkrete Anfrage per Email. Bei 3% der Weingüter in Italien war die angegebene Emailadresse nicht richtig. Aber wo Schatten ist, gibt es auch Licht. Gute 36% antworteten innerhalb von 12 Stunden auf die Anfrage. Eine intensive geschäftliche Nutzung des Mediums Email kann eine wichtige und zugleich kostengünstige Rolle bei Weingütern spielen.

Die Studie stammt von Riccardo Vecchio von der “Parthenope” Universität von Neapel. Erschienen ist sie bei der American Association Of Wine Economists. Dabei wurden 300 offizielle Emailadressen von Weingütern in Italien gesammelt, die auf der Vinitality 2009 ausgestellt haben. Da es sich hierbei um eine internationale Weinfachmesse handelt, hat man es bei den Ausstellern in der Regel nicht mit Hobbyweingütern, sondern mit Profis aus der Branche zu tun. Im Bereich Emailnutzung scheint es jedoch zum Teil anders zu sein.

Fast schon Besorgnis erregend ist der große Anteil unbeantworteter Anfragen. Zugleich existieren auch in Italien Weingüter, die sehr schnell Anfragen beantworten. Das sind allein 18% innerhalb von 4 Stunden. Nimmt man die nächste Kategorie hinzu, so sind es sogar 36% der Weingüter insgesamt. Damit sind es sogar 40%, die innerhalb von 24 Stunden eine Antwort per Email verschicken. Jedoch etwas mehr Weingüter – nämlich erstaunliche 42% – antworten gar nicht. Nimmt man noch die 3% hinzu, die ihre offizielle Email nicht richtig angeben, kommt man auf 45% der Weingüter insgesamt, die Email nicht oder ungenügend als Medium nutzen.

Interessant sind auch regionale Unterschiede in Italien. Dabei scheinen sich das Bildungsgefälle (Nord-Südproblematik), Technikaffinität und durchschnittliche Flaschenpreise als Ursachen zu mischen. Evtl. spielen auch die Betriebsgrößen und -strukturen eine wichtige Rolle. Die Weingüter aus dem Norden – Piemont und der Lombardei – antworten relativ häufig auf Emails. Anders sieht dies in Sizilien und Venetien aus. In Venetien bleibt sogar die Mehrheit aller Emails von Weingütern unbeantwortet. Die Studie nennt als einen wichtigen Grund für vermehrte Emailabstinenz in der Toskana und Venetien die Exportorientierung dieser Anbaugebiete.

Ergebnis auf Deutschland übertragbar?
Auch in Deutschland gibt es Probleme. Emailadressen werden falsch angegeben und Anfragen nach Preislisten von einigen Weingütern ignoriert. Einige Weingüter arbeiten fast ausschließlich mir der Briefpost und per FAX. Zugleich gibt es einen starken Kontrast zu sehr professionell arbeitenden Weingütern, die sehr schnell, freundlich und präzise Anfragen per Email beantworten. Zudem ist in den vergangenen Monaten ein deutlicher Trend zu einer Verbesserung der Situation zu beobachten. Es wäre auch zu schade, langfristig hunderte Euro für Messepräsenzen auszugeben und dann Anfragen und Bestellungen nicht oder ungenügend zu bearbeiten.

Hier gibt es die Studie als PDF.

3 Gedanken zu „Studie: Emailnutzung von Weingütern in Italien“

  1. Erschreckende Ergebnisse die durchaus auch in Deutschland ermittelt worden sein könnten. Allerdings nicht nur in der Weinbranche sondern auch querbeet in allen Branchen zu spüren. Anspruch und Wirklichkeit sind oft weit auseinander. Das sieht man ja schon auf den ersten Blick bei etliche Web-Sites. Wenig Pflege, kaum Aktualität, aber “ich bin dabei!” Wird auf Dauer wohl keinen Erfolg haben.

  2. Ich will das ja nicht als Bashing von Weigütern verstanden sehen. Vielmehr ist der Kontrast erstaunlich. Zudem gibt es bestimmt auch Gründe, wieso manche Weingüter nicht Emailen. Einige Weingüter haben ja gar keinen Endverbraucherkontakt und brauchen diesen auch nicht. Manchmal ist es ja auch besser, sich um die Weine zu kümmern. Die hohe Zahl der Nicht-Antwort von 42% kann man damit aber nicht begründen.

    Was die Websites betrifft, ist das nochmal ein anderes Thema. Da übernehmen sich manche Weingüter einmalig mit zu vielen Informationen, die dann nicht mehr aktualisiert werden. Besser ist aus meiner Sicht eine kleine übersichtliche Basispräsenz mit Kontaktdaten. Aber auch hier verbessert sich die Situation zunehmend.

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