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Piemont: Nebbiolo, Barbaresco und Barolo

Mittwoch, 24. März 2010

Piemont Nebbiolo Barberesco und Barolo [ProWein 2010 #8] Recht häufig hört man auf Weinmessen, dass alle Weine immer beliebiger werden und kaum noch den Regionen zugeordnet werden können. Das mag so sein oder auch nicht. Ein Besuch des Gemeinschaftsstands der Region Piemont hat jedoch von der Eigenständigkeit dieses Anbaugebiets überzeugen können. Dabei steht die Rebsorte Nebbiolo mit den Weinen Barbaresco und Barolo im Zentrum.

Aber auch der eher leichtere Gavi di Gavi ist ein unverwechselbarer Weinstiel. Das trifft erst recht auf den ebenfalls weißen und im Gegensatz zum Gavi sehr intensiven und manchmal fast schon ungestümen Roero Arneis zu. Bei den roten Weinen trumpft das Piemont mit dem eher dunkleren und jung zu trinkenden Dolchetto auf. Der Barbera hat einen ebenso festen Platz. Doch die Königskategorie der Weine aus dem Piemont bestehen aus Nebbiolo.

Besonders der Barolo, aber auch der – ein Jahr früher vermarktete und leider etwas in Vergessenheit geratene – Barbaresco bilden eine Spitzenkategorie aus diesem Anbaugebiet. Dabei sind haben diese Weine aus dem Piemont den Vorteil nicht in der Beliebigkeit des Marktes unter zugehen. Sicherlich, sie sind etwas hell und jung nicht so leicht zugänglich. Doch wo führt es hin, wenn alles sofort und auf dem Punkt perfekt ist? Bestimmt nicht zu großen Weinen.

Wir beteiligten und an den geführten Verkostungen von Dr. Steffen Maus am Stand des Piemont auf der ProWein in Düsseldorf.

Folgende Nebbiolo, Barbaresco und Barolo haben uns besonders gut gefallen:

Anna Maria Abbona, Dolchetto Dogliani Maioli 2008
Ca’ Du Rabaja, Barbaresco Vigneto Rabaja 2007
Azienda Agricola Deltetto, Barolo Sistaglia 2004
Revello Fratelli, Barolo Vigna Conca 1998
Marenco Vini, Moscato 2009

Besonders der hervorragende Barolo aus dem Jahr 1998 zeigt, dass die Weine aus Nebbiolo meistens einige Zeit brauchen, um zu ihrer Größe zu kommen. Hoffen wir, dass die Erzeuger im Piemont ihrer Linie treu bleiben und weiterhin eigenständige und ausdrucksstarke Wein produzieren.

Ascheri Barolo Sorano 2004

Sonntag, 8. November 2009

Ascheri Barolo Sorano 2004Es gibt etwas zu feiern und da kann man schon mal einen Barolo von Ascheri aufmachen. Dieser stammt aus dem im Piemont sehr guten Jahrgang 2004. Zwar ist der Barolo jetzt noch etwas jung, aber der muss jetzt aufgezogen werden. Viele Händler haben ja erst jetzt den 2005er Barolo im Regal stehen. Podere Di Sorano in Serralunga ist ein eigenes Weingut, dass zu Ascheri gehört.

Der Barolo Sorano ist typisch Rubinrot im Glas. Ein bräunlicher Rand schimmert. In der Nase dieses Wein von Ascheri sind Sauerkrische, feuchter Tabak und süßlich eingekochte dunkle Früchte (Pflaumen sind dabei). Man kann Leder und etwas Vanille schmecken. Dabei kommt beim 2004er Ascheri Barolo Sorano der Alkohol von 14% kaum zum Vorschein. Man fragt sich eher, wo dieser sich versteckt hat. Denn geschacklich ist dieser Barolo nicht wuchtig. Vielmehr scheinen runde Tanine durch. Das Schöne an diesem Barolo ist nach einem relativ unspektakulären Auftreten der wundersam runde und lange Nachhall. Hier zeigt der Sorano seine Größe.

Ascheri Barolo Sorano 2004
Italien – Piemont
Erzeuger: Ascheri
Inhalt: 0,75
Alkohol: 14%
Jahrgang: 2004
Einkaufspreis: 20,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Internetshop

Barolo-Käse: Testun al Barolo

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Testun al Barolo KäseEinen Barolo kann man nicht nur vorzüglich trinken. Es gibt ihn auch als Käse: Testun al Barolo nennt er sich dann. Es handelt sich um einen Hartkäse aus Schafs- und Ziegenmilch von meist frei laufenden Tieren der mit einer Hülle aus Trester des Barolo (also aus der Rebsorte Nebiolo aus dem Piemont) ummantelt ist. In der Ummantelung erkennt man schön die dunklen Beeren und die Kerne. Diese Reste des Barolo-Weins sind nicht zum Verzehr geeignet. Der Name des Käses “Testun al Barolo” leitet sich vom Dialektbegriff testado (Dickkopf) ab.

Wie schmeckt der Barolo-Käse?

Der Testun al Barolo riecht intensiv und angenehm nach etwas rosienigen und fruchtig-süßen Wein. Das Baroloaroma ist schön in den Käse eingezogen. Man kann dies auch an der etwas rötlichen Färbung von der Hülle her erkennen. In der Konsistenz ist der Käse aber nicht mit dem italienischen Hartkäsevetter Parmesan vergleichbar. Der Testun al Barolo ist farblich (weißlich-) heller und zugleich am Gaumen wesentlich cremiger, was von der Milch herrührt. Zugleich bringt er einen etwas salzigen Geschmack mit sich, der schon etwas an guten Parmesan erinnert. Er besticht den Gaumen weit hinten mit einer angenehmen Rotweinigkeit, die sich mit der cremigen Ziege mischt.

Testun al Barolo im Handel

Der Testun al Barolo ist im Fachhandel ab einem Kilopreis von 30 Euro erhältlich. Zu dem Käse kann natürlich auch Wein getrunken werden. Am Besten ist dieser natürlich rot und kommt aus dem Piemont. Wie wäre es denn mit einem flüssigen Barolo zum Testun al Barolo? Interessant – aber geografisch unkonventionell und nicht getestet – könnte bestimmt auch ein Sauvignon Blanc von der Loire sein. Bei Ziegenkäse ist das jedenfalls unglaublich gut. Und wenn man schon mal bei Cross-over-Wein-Käse-Kombinationen ist, sollte auch ein Priorat möglich sein. Die Fruchtigkeit könnte gut zum Käse passen.

Passender Wein für Schmorbraten

Samstag, 17. Oktober 2009

Welcher Wein passt zu Schmorbraten? Da sollte man erst einmal klären, was man mit dem Wein macht. Es gibt ja zum einen das Gericht “Brasato al Barolo”. Dabei handelt es sich um einem Schmorbraten aus dem Piemont. Wie der Name schon sagt, wird dafür als Wein ein Barolo verwendet. Beim “Brasato al Barolo” wird er mit kleingeschnittenem Gemüse, Gewürzen und dem Wein 24 Stunden kühl gelagert. So kann der Barolo schön in den Wein einziehen.

Danach muss der Schmorbraten mit den Zutaten abtropfen. Der Barolo muss dabei auffangen werden. Nun wird der “Brasato al Barolo” scharf mit Butter und Olivenöl angebraten (das Gemüse kommt nicht hinzu). Als nächstes wird der Schmorbraten herausgenommen und nach und nach gewürfelter Speck angebraten und danach Gemüse, Sardellen und gehackte Tomaten kurze Zeit gedünstet.

Verschiedene Rezepte, unterschiedliche Weine

Nun kommt erst der Schmorbraten und dann der Barolo wieder ins Spiel. Alles zusammen sollte im Bräter einmal kurz aufkochen. Danach sollte der “Brasato al Barolo” zugedeckt bei 200 Grad im Ofen 2 1/2 Stunden schmoren. Jetzt kann man noch etwas Gemüses pürieren um damit den Schmorfond zu binden. Nun fragt sich: Welcher Barolo soll es sein? Ich empfehle hier nicht zu sparen und auf Discounter-Weine bei ca. 10 Euro auszuweichen. Entweder man nimmt einen Barolo, den man auch trinken würde oder man weicht auf einen hochwertigen Nebiolo aus dem Piemont aus.

Was trinkt man zum Schmorbraten? Natürlich den Wein, den man zum kochen verwendet hat. In dem Rezept oben sollte es also ein Barolo sein. Es gibt jedoch auch Schmorbraten mit Burgundersauce. Da wird meist ein Pinot Noire aus dem Burgund verwendet. Es gehen aber auch sehr gut deutsche Spätburgunder z.B. ein nicht ganz so junger Assmanshäuser Höllenberg (Rheingau). Das Rezept für diesen sieht dann allerdings etwas anders aus. Auch andere trockene Rotweine können passen. Zum Schmorbraten kann man generell auch viele andere Wein trinken. Z.B. könnte ein Blaufränkisch oder Syrah auch ganz gut passen.

Gambero Rosso 2010: Piemont und Toskana erfolgreich

Freitag, 16. Oktober 2009

gambero rosso 2010 piemont toskanaPiemont und Toskana sind wieder die erfolgreichsten Weinregionen in Italien. Jedenfalls wenn es nach dem wichtigsten Weinführer für Italien, den Gambero Rosso 2010 geht. Aus dem Piemont werden in der aktuellen Ausgaben 84 Weine mit den begehrten Drei Gläsern ausgezeichnet. Das sind 21% aller 392 Weine aus Italien in dieser Kategorie. Gefolgt wird das Piemont von der Toskana. Aus dieser Region werden 60 Weine mit Drei Gläsern bedacht (15%).

Aus dem Piemont waren wieder einmal die Rotweine Barbera, Barbaresco und natürlich der allseits Bekannte Barolo die Erfolgsgaranten. Aber auch im weißen Bereich glänzten einige Gavi di Gavi. Die Toskana ist aud Platz 2 bei der Anzahl der Auszeichnungen mit Drei Gläsern im Gambero Rosso 2010. Der Brunello hat sich mit dem Jahrgang 2004 gegenüber der Vorjahresausgabe des Gambero Rosso wieder erholt. Damals hatte mit dem Jahrgang 2003 nur ein Brunello die Drei Gläser bekommen. Hat sich die Toskana damit vom Brunello-Skandal im März/April 2008 erholt?

Die ganze Liste der Weine mit Drei Gläsern gibt es Hier. Und Hier ist die Liste der Sonderpreise des Gambero Rosso 2010.

Marchesi di Barolo Roero Arneis

Dienstag, 24. April 2007

Jetzt steht ein weißer Barolo zur Verkostung bevor. Jedenfalls wird die Rebsorte Arneis auch so bezeichnet. Dieser stammt aus der bergigen DOC-Zone Roero im italienischen Piemont. Die bereits im 15. Jahrhundert bekannte Rebsorte stand vor ca. 20 Jahren kurz vor dem Aussterben, wird aber seitdem zunehmend entdeckt. Der Wein ist trocken und sehr intensiv im Geschmack. Ebenso ist er interessant und inspirierend. Er erinnert vornehmlich an Lakritze; jedoch nicht an die süße von Haribo, sondern an die viereckigen Hustenpastillen aus der Apotheke. Eine leichte Frucht rundet den Geschmack ab. Trotz der hohen Qualität des Arneis ist es jedoch schwer mehr als ein Glas von dem Wein zu trinken, da er dann doch etwas anstrengend wird.

Roero Arneis
Italien – Piemont
Erzeuger: Marchesi di Barolo
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13%
Jahrgang: 2005
Einkaufspreis: 9,99 €
Verschluss: Silikonkorken
Quelle: Fachhandel