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Diel und Becker auf der Weinparty in Münster

Dienstag, 9. Februar 2010

Victor Diel WeinpartyAm vergangenen Samstag würde im “Ideal” die erste Weinparty im westfälischen Münster gefeiert. Dazu waren die beiden Jungwinzer Victor Diel (Schlossgut Diel/Nahe) und Friedrich Becker (Weingut Becker/Pfalz) angereist um ihre Weine zu präsentieren. Zu Elektro- bis Housemusik gab es die Weine aus den beiden VDP-Weingütern. Schon kurz nach Start der Weinparty um 21 Uhr war das “Ideal” prall gefüllt. Das Publikum war von Alter und Geschlecht bunt gemischt. Die Weine von Diel und Becker fanden guten Zuspruch.

Friedrich Becker WeinpartyNur wenige Gäste aus Münster tranken anders als Wein. Die Weinfässer von Victor Diel waren gut umringt mit Interessenten an den Rieslingen und dem Grauburgunder aus dem Schlossgut Diel. Das 2008er Große Gewächs aus dem Pittermännchen gab es für den Lockpreis von 5 Euro pro 0,1l-Glas. Vom Weingut Friedrich Becker waren die Spätburgunder sehr gefragt.

Cafe Ideal Diel WeinpartyDie Weinparty im Ideal in Münster war eine erfolgreiche Veranstalltung. Es wurde zwar wenig über Wein gesprochen und kaum ernsthaft verkostet. Jedoch schienen die von Victor Diel und Friedrich Becker von der Nahe und aus der Pfalz mitgebrachten Weine partytauglich zu sein. So verschwanden auch meine Fragen danach, wie denn ein Wein sein müsse um auf eine Weinparty zu passen. Hoffen wir darauf, dass es nicht die erste Weinparty in Münster bleibt.

Auszeichnungen, Weine und Trauben im Gault Millau 2010

Dienstag, 17. November 2009

Wein Gault Millau 2010Seit heute ist der Gault Millau WineGuide 2010 offiziell im Handel ausgeliefert. Morgen wird er käuflich erhältlich sein. Eigentlich gibt es ihn jedoch schon seit einigen Tagen. Durch einen Fehler wurde der Gault Millau WineGuide 2010 in diesem Jahr schon vorzeitig an Käufer in Internetshops verschickt und in Regale von Buchhandlungen gestellt. So sind die Auszeichnungen, Weine und Trauben im Gault Millau 2010 schon einige Zeit kein Geheimnis mehr.

Doch das war nicht die einzige Panne. So zeigt die zeitweise überlastete Homepage des Gault Millau Armin Diel immer noch als einen der beiden Herausgeber (siehe screenshot oben). Diel ist jedoch in diesem Jahr – unter noch in einer noch immer nicht ganz aufgeklärten Umständen – von seiner Tätigkeit bei Gault Millau zurückgetreten. Sein Schlossgut Diel bekommt nun auf einen Schlag gleich vier Trauben. Angesichts der aktuellen Weine und der langfristigen hohen Qualität des Weinguts ist dies nachvollziehbar. Trotzdem wird normalerweise im Gault Millau langsam aufgestiegen. Tat es beim Gault Millau doch vielen Leid, dass Diel ausgestiegen ist? Zudem unter diesen Umständen?

Die Weine der Winzer die angekündigt hatten, diese nicht mehr einreichen zu wollen, sind trotzdem im Gault Millau 2010 bewertet worden. Wie ist das passiert? Sind die Winzer eingeknickt? Wahrscheinlich ist das wieder ein Vorgang, zu dem niemand öffentlich Stellung nehmen möchte. Positiv ist die neue und übersichtlichere Gestaltung des Gault Millau. Erstmals ist er auch farbig.

Als Aufsteiger in die 4 Trauben im Gault Millau können sich neben dem Schlossgut Diel (Nahe), Freiherr von Gleichenstein (Baden) und Clemens Busch (Mosel) freuen. Reinhold Haart (Mosel) und Dr. Loosen (Mosel) wurde hingegen jeweils eine Traube weggenommen. Deswegen haben beide Weingüter im Gault Millau 2010 nicht mehr 5 sondern 4 Trauben.

Auszeichnungen

Winzer des Jahres
Tim Fröhlich (Schäfer-Fröhlich, Nahe)

Kollektion des Jahres
Bettina Bürklin von Guradze und Fritz Knorr (Bürklin-Wolf, Pfalz)

Aufsteiger des Jahres
Johannes Freiherr von Gleichenstein (Baden)

Entdeckung des Jahres
Eva Vollmer (Rheinhessen)

Sommelier des Jahres
Melanie Wagner (Schwarzer Adler, Baden)

Weinkarte des Jahres
Steinheuers Alte Post (Bad Neuenahr-Ahrweiler, Ahr)

Weine des Jahres
Bei den Weinen des Jahres im Gault Millau hat die Pfalz besonders gut abgeschnitten. Sogar der Rotwein kommt in diesem Jahr aus diesem Anbaugebiet.

Bester Winzersekt
2004 Cuvee MO Brut Schlossgut Diel (Nahe)

Bester Spätburgunder
2007 Pinot Noir Friedrich Becker (Pfalz)

Bester trockener Weißer Burgunder
2008 Im Sonnenschein Ökonomierat Rebholz (Pfalz)

Bester trockener Riesling
2008 Forster Kirchenstück GC Bürklin-Wolf (Pfalz)

Gault Millau WeinGuide Deutschland 2010: Der Weinführer für Genießer, Herausgegeben von Joel B. Peyne, 832 Seiten, Christian Verlag, München, 29,95 Euro

Das schreiben die Anderen:
Weinkaiser: Gault Millau WeinGuide 2010
Würtz-Wein: Der Gault Millau ist da – und wie!!!
Winzerblog: Der Gault Millau WeinGuide 2010 …
Uli aka Weinspion: Der Fall (des) Gault Millau 2010

J2 Riesling trocken Becker Landgraf

Freitag, 31. Oktober 2008

Das Weingut Becker-Landgraf ist ein Mitglied von “Message in a Bottle” aus Rheinhessen. In der Nase duftet ein saftiger gelber Apfel. Das ist sehr einladend. Im Mund merkt man eine dezente Säure, die sich harmonisch an die Frucht schmiegt. Der Nachhall ist nicht sehr lang, aber schmackhaft. So erscheint der Riesling J2 sehr gradlinig. Wenn man den Wein einen Tag offen hatten, können im Nachhall kräutrig bis medizinische Noten entstehen. Für sieben Euro ist dieser Riesling von Becker Landgraf ein hervorragender Gutswein, der die steigenden Sterne in Rheinhessen repräsentiert und sich hinter ähnlichpreisigen Weinen von Spitzenweingütern der Region wie z.B. Gunderloch nicht verstecken braucht. In den USA wird dieser Wein derzeit übrigens für 17 US-Dollar verkauft. Da freut man sich doch in Deutschland zu wohnen.

J2 Riesling trocken
Rheinhessen
Erzeuger: Weingut Becker Landgraf
A.P.Nr: 4 285 305 01 08
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12%
Jahrgang: 2007
Einkaufspreis: 7,00 €
Verschluss: Schrauber
Quelle: Fachhandel

VDP Große Gewächse 2007 [5] Pfalz und Rheinhessen

Freitag, 12. September 2008

vdp große gewächse 2007 pfalz rheinhessenDie Weingüter der Pfalz waren ebenso wie die aus Rheinhessen sehr gut auf der GutsWein in Berlin besucht. Es gab sehr viele hervorragende Rieslinge zu verkosten, wobei bei einigen der namenhaften Güter ich ein eher gemischtes Bild wahrnahm. Aus Rheinhessen ist besonders das Weingut Wittmann mit ihren Rieslingen hervorzuheben.

Zwar präsentierte das Weingut Wittmann aus meiner Sicht nicht das beste Große Gewächs aus Rheinhessen, zeigte mit Aulerde und Morstein jedoch die GG-Kollektion, die mir insgesamt am Besten gefallen hat. Die Aulerde schnitt dabei besser ab. Sie präsentiert sich in einem sehr ausgewogenen Verhältnis von Frucht und Säure. Eine weiße Steinfrucht wird durch eine feine Würze ergänzt. Im Nachhall zeigt die Aulerde eine brillante Harmonie. An diese Harmonie reicht das dichtere und fruchtigere Große Gewächs Morstein nicht ganz heran.

Der Top-Wein aus Rheinhessen ist aus meiner Sicht jedoch das Große Gewächs Tafelstein vom Weingut Brüder Dr. Becker. Es besticht mit einer Tiefe in der Frucht, die eine enorme Unverwechselbarkeit schafft. Es ist eine reife Birne wahrzunehmen. Der Riesling Tafelstein vom Weingut Brüder Dr. Becker ist einfach zu schade zu um ihn wieder auszuspucken.

Aus der Pfalz habe ich bedingt durch den großen Andrang nur einen Teil der Großen Gewächse verkostet. Was würde es auch nutzen, wenn man in einer Menschenmenge steht, die nach Parfüm und Schweiß riecht und zudem nicht gerade leise ist. Wie oben schon angedeutet, haben mir einige Rieslinge nicht wirklich gefallen. Darunter sind auch einige, die bei anderen Verkostern deutlich über 90 Punkte bekommen haben. So unterschiedlich können Bewertungen ausfallen.

Der Reiterpfad vom Weingut A. Christmann ist besonders positiv hervorzuheben. Diese Lage bei Ruppertsberg schätze ich sehr. Deswegen hatte ich mich angestrengt alle auf der GutsWein präsentierte Großen Gewächse aus dieser Lage zu verkosten. Erstaunlich waren die geschmacklichen Unterschiede. Eigentlich sollte die Lage ja den Weinen eine deutliche Typizität geben. Der Reiterpfad von Christmann überzeugt mit einer schönen Südfrucht und eine harmonischen Tiefe. Der Nachhall ist angenehm rund.

Das Weingut Dr. Deinhart überzeugt mit ihrem Großen Gewächs Langenmorgen. In der Nase ist bei diesem Riesling eine Mirabelle. Im Mund zeigt sich wenig Säure aber eine kräftige Frucht. Ein ausgewogener Nachhall. Das Weingut Pfeffingen brachte mit dem Herrenberg „Mardelskopf“ einen der besten Rieslinge mit nach Berlin. Dieses Große Gewächs begeisterte mich mit seiner rassigen Mineralität.

Meine Spitzenweine auf der GutsWein 2008

Sonntag, 7. September 2008

Die GutsWein des VDP in Berlin ist nun beendet. In folgenden Beiträgen möchte ich über die Präsentation einiger Anbaugebiete berichten. Dabei wurden von mir hauptsächlich die Großen/Ersten Gewächse verkostet. Jedoch reichte die Zeit und meine Aufmerksamkeit nicht aus, um alle diese Spitzenweine zu verkosten; bzw. zu erkennen, ob es sich tatsächlich aus meiner Sicht um Spitzenweine handelt. Die Rotweine wurden dabei vollkommen ausgespart. Ich werde in den Beiträgen nicht nur einzelne Weine beschreiben, sondern auch über verschiedene Facetten des Ereignisses GutsWein berichten.

Folgende Beiträge gibt es zu lesen:

Im Weiteren möchte ich einige Große Gewächse aus 2007 empfehlen. Dabei bitte ich jedoch im Hinterkopf zu behalten, dass dies keine Topliste ist. Ich habe nur eine Auswahl der Großen Gewächse verkostet. Dies geschah auch vor dem Hintergrund, dass dann die intensiven Kraftprotze besonders gute Chancen hätten. Unter diesem Manko leiden leider häufig die sehr umfangreiche Listen. Punkte gibt es hier auch nicht. Diese Lotterie überlasse ich anderen Autoren. Hier jedoch meine Empfehlungen des für mich jeweils besten weißen Großen Gewächses aus dem jeweiligen Anbaugebiet:

    Franken: Weingut Horst Sauer, Lump Riesling
    Mosel: Weingut Reichsgraf von Kesselstatt, Josephshöfer Riesling
    Rheingau: Weingut August Kessler, Berg Roseneck Riesling
    Nahe: Weingut Dr. Crusius, Felsensteyer Riesling
    Mittelrhein: Weingut Lanius-Knab, Bernstein Riesling
    Sachsen: Weingut Schloss Proschwitz – Prinz zur Lippe, Schloss Proschwitz Weißer Burgunder
    Saale-Unstrut: Weingut Pawis, Edelacker, Riesling
    Württemberg: Weingut Gerhard Aldinger, Lämmler Riesling
    Pfalz: Weingut Pfeffingen – Fuhrmann-Eymael, Herrenberg „Mardelskopf“ Riesling
    Rheinhessen: Weingut Brüder Dr. Becker, Tafelstein Riesling

Brüder Dr. Becker Riesling Classic

Freitag, 7. September 2007

Foto: Thomas GüntherDie Weinrallye geht nun in die dritte Runde. Das Thema wurde diesmal von Matthias Metze gestellt. Und wie bereits vermutet, geht es um Biowein. Speziell Riesling soll es sein. Vor dem Kauf dieses Weines fragte ich mich, ob beide Brüder promoviert haben müssen, wenn man „Brüder Dr. Becker“ aufs Etikett schreiben darf. Da diese Bezeichnung wie die vielen önologische Geheimräte und Reichsgrafen aber in der Vergangenheit entstanden ist und die Erben lediglich bei der Betriebsbezeichnung geblieben sind (zudem sind viele Doktortitel eingeheiratet), vergas ich den Gedanken an eine Recherche dieser Fragestellung schnell. Vielmehr lenkte sich mein Blick auf die reichlichen Logos auf der Flasche, die wie Orden schimmern.

Dies sind gleich drei. VDP, EcoVin und Classic. Zum VDP braucht man nicht viel zu schreiben. Zu EcoVin schon. Im Weinbereich sind ja mehrere Öko-Verbände aktiv (Naturland, Bioland, Demeter). Diese sind älter als das Bio-Siegel und die ihm zugrunde liegende Eu-Bio-Verordnung. In vielen Dingen haben diese Verbände wesentlich härtere Vorgaben, als es vom Bio-Siegel garantiert wird. Trotzdem ist bei den Weinen dieser Verbände selten das bekannte Bio-Siegel vorhanden. Das hängt auch etwas mit der Konkurrenz in der Kennzeichnung zusammen. Zudem wird das Bio-Siegel häufig auf preisgünstigen Weinen verwendet, wodurch eine Abwertung bei Weinen entstehen könnte, die eine ökologische Erzeugung nicht nur als positives Attribut eines Produktes zur Vermarktung, sondern als Mittel in einer Qualitätsphilosophie begreifen. Wer ökologisch am weitesten geht unter den Verbänden, ist sicherlich strittig und ich würde mich da nicht positionieren wollen. Zum Teil unterscheiden sich auch einfach nur die Ansätze.

Ein weiteres Logo ist das Classic-Logo. Dies wurde eingeführt um für eine Region typische Weine mit typischer Rebsorte zu kennzeichnen. Die Kennzeichnung mit dem Classic-Logo kränkelt leider etwas. Ich finde es ja immer gut, wenn man einen günstigen regionalen Standard schafft, also so etwas wie einen Bezugspunkt in der geschmacklichen Vielfalt der Weinwelt festlegt. Problematisch an dem Logo ist nur, das einige sehr günstige Weine dies tragen und diese wenig klassisch schmecken, sondern im schon verkosteten Einzelfall gar nicht.

Doch wenden wir uns nach der ganzen Etikettenleserei dem Wein selbst zu. Bzw. vorher sind noch einige Kleinigkeiten zur Ausstattung zu sagen. Helles Glas mag ich eigentlich nicht wegen der Problematik der Lagerung. Der Korken macht einen etwas billigen Eindruck. Sehr positiv an der Ausstattung ist, dass kein stinkender Kunststoff als Kappe verwendet wurde. Ich mag solchen Minimalismus.

Der Riesling erscheint relativ hell im Glas. Ohne mit der Nase am Glas zu schnuppern verströmt der Wein einen bezaubernden fruchtigen Geruch im Raum. Dieser zeigt sich auch im Mund. Der Geschmack ist sehr rund und harmonisch. Eine Ananas steht im Zentrum. Zudem sorgt eine gut portionierte Säure neben der reichen Frucht für Spannung. Sie drängt sich dabei aber keineswegs auf. Der Riesling hat herrliche fruchtige Längen. Dafür, dass ich zu dem Wein relativ blind in einem Bio-Supermarkt gegriffen habe (nein, nicht bei Basic), kann man das wirklich als einen Glücksgriff bezeichnen. Trotz des etwas herabqualifizierenden Classic-Logos ist der Wein seinem Preis mehr als angemessen. Dies gilt, obwohl der Riesling von Brüder Dr. Becker sich sehr deutlich von den Weinen unterscheidet, für die das Weinbaugebiet Rheinhessen bekannt ist und häufig geschätzt wird (z.B. Roter Hang, Gunderloch).

Riesling Classic
Rheinhessen
Erzeuger: Weingut Brüder Dr. Becker
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12%
Jahrgang: 2006
Einkaufspreis: 7,50 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Bio-Supermarkt