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Message in a Bottle vom Weingut Winter

Montag, 6. April 2009

Bild: Thomas Günther[ProWein 23] Letztens erheilt ich eine Flaschenpost vom Weingut Winter aus Rheinhessen. Besser gesagt, ich kaufte mir eine Flasche trockenen Riesling aus 2007 dieses mir zuvor unbekannten Weinguts. Lediglich die moderne Ausstattung der Flasche und der für einen Riesling bezahlbare Preis von knapp 7 Euro waren mein Kaufargument. Zudem war mir klar, dass 2007 beim deutschen Riesling – ganz grob gesehen – gut war. Über Rheinhessen als Region im Aufbruch war ich mir auch bewusst. Dass das Weingut zu Message in a Bottle gehört, war ich mir nicht bewusst. Das hätte mich in meiner Kaufentscheidung noch bestärkt.

So machte ich im Vorfeld der ProWein diese Flasche vom Weingut Winter auf und war überzeugt: Zu dem Stand musst du gehen. Die Farbe des trockenen Rieslings war recht dunkel im Glas. Der Geruch war animierend. Im Mund war ein voller fruchtiger Pfirsichgeschmack, der durch eine wohldosierte Säure und etwas Mineralik an Harmonie bestand. Am Stand auf der ProWein fragte ich Stefan Winter wie es denn zu der guten Qualität des Rieslings kommen kann.

Bild: Thomas GüntherDer junge Winzer aus Rheinhessen erklärte mir, dass das Weingut auf Methoden des biologischen Anbaus umgestellt wurde. Bio-Siegel wird es jedoch nicht geben, da dadurch keine Verbesserungen des Abverkaufs eintreten würden. Das deckt sich in diesem Preis- und Qualitätssegment durchaus auch mit meinen Erfahrungen. Die Bioweine der VDP-Winzer aus der Verkostungszone der ProWein haben beispielsweise auch nur ganz klein auf dem Rückenetikett eine Bio-Kennzeichnung.

Stefan Winter ist nun seit 2000 im Weingut tätig. Seit 2003 ist er auch mit seiner Ausbildung fertig. Ähnlich wie im Interview mit St. Antony erklärt er sich die Dynamik des Anbaugebiets Rheinhessen mit der großen Krise zuvor. Aufgrund der schwierigen Situation, in die das Anbaugebiet geraten war, bestand auch bei den Älteren Winzern eine sehr große Offenheit bei den Neuerungen seiner Generation.

Präsentationen wie z.B. der Gemeinschaftsstand von Message in a Bottle auf der ProWein und vor allem die dort gezeigten Weine lassen die zurückliegende Krise vergessen. In Rheinhessen ist ein guter Neuanfang schon lange gemacht. So probierte ich noch die Kollektion vom Weingut Winter durch und war besonders angetan vom leckeren Riesling aus der Lage “Leckerberg”.

Video: Weingut St. Antony im Web 2.0

Mittwoch, 1. April 2009

[flv]http://weinverkostungen.de/video/antony.flv[/flv][ProWein 16] Das Weingut St. Antony aus Rheinhessen ist neben dem Weingut Johner aus Baden eines der Vorreiter bei den Themen im Web2.0. So wird ein Blog, ein Online-Shop und auch ein Twitter-Account betrieben. Ich hatte auf der ProWein die Gelegenheit Florian Jungbauer vom Vertrieb des Weinguts St. Antony einige Fragen zu stellen.

J2 Riesling trocken Becker Landgraf

Freitag, 31. Oktober 2008

Das Weingut Becker-Landgraf ist ein Mitglied von “Message in a Bottle” aus Rheinhessen. In der Nase duftet ein saftiger gelber Apfel. Das ist sehr einladend. Im Mund merkt man eine dezente Säure, die sich harmonisch an die Frucht schmiegt. Der Nachhall ist nicht sehr lang, aber schmackhaft. So erscheint der Riesling J2 sehr gradlinig. Wenn man den Wein einen Tag offen hatten, können im Nachhall kräutrig bis medizinische Noten entstehen. Für sieben Euro ist dieser Riesling von Becker Landgraf ein hervorragender Gutswein, der die steigenden Sterne in Rheinhessen repräsentiert und sich hinter ähnlichpreisigen Weinen von Spitzenweingütern der Region wie z.B. Gunderloch nicht verstecken braucht. In den USA wird dieser Wein derzeit übrigens für 17 US-Dollar verkauft. Da freut man sich doch in Deutschland zu wohnen.

J2 Riesling trocken
Rheinhessen
Erzeuger: Weingut Becker Landgraf
A.P.Nr: 4 285 305 01 08
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12%
Jahrgang: 2007
Einkaufspreis: 7,00 €
Verschluss: Schrauber
Quelle: Fachhandel

VDP Große Gewächse 2007 [5] Pfalz und Rheinhessen

Freitag, 12. September 2008

vdp große gewächse 2007 pfalz rheinhessenDie Weingüter der Pfalz waren ebenso wie die aus Rheinhessen sehr gut auf der GutsWein in Berlin besucht. Es gab sehr viele hervorragende Rieslinge zu verkosten, wobei bei einigen der namenhaften Güter ich ein eher gemischtes Bild wahrnahm. Aus Rheinhessen ist besonders das Weingut Wittmann mit ihren Rieslingen hervorzuheben.

Zwar präsentierte das Weingut Wittmann aus meiner Sicht nicht das beste Große Gewächs aus Rheinhessen, zeigte mit Aulerde und Morstein jedoch die GG-Kollektion, die mir insgesamt am Besten gefallen hat. Die Aulerde schnitt dabei besser ab. Sie präsentiert sich in einem sehr ausgewogenen Verhältnis von Frucht und Säure. Eine weiße Steinfrucht wird durch eine feine Würze ergänzt. Im Nachhall zeigt die Aulerde eine brillante Harmonie. An diese Harmonie reicht das dichtere und fruchtigere Große Gewächs Morstein nicht ganz heran.

Der Top-Wein aus Rheinhessen ist aus meiner Sicht jedoch das Große Gewächs Tafelstein vom Weingut Brüder Dr. Becker. Es besticht mit einer Tiefe in der Frucht, die eine enorme Unverwechselbarkeit schafft. Es ist eine reife Birne wahrzunehmen. Der Riesling Tafelstein vom Weingut Brüder Dr. Becker ist einfach zu schade zu um ihn wieder auszuspucken.

Aus der Pfalz habe ich bedingt durch den großen Andrang nur einen Teil der Großen Gewächse verkostet. Was würde es auch nutzen, wenn man in einer Menschenmenge steht, die nach Parfüm und Schweiß riecht und zudem nicht gerade leise ist. Wie oben schon angedeutet, haben mir einige Rieslinge nicht wirklich gefallen. Darunter sind auch einige, die bei anderen Verkostern deutlich über 90 Punkte bekommen haben. So unterschiedlich können Bewertungen ausfallen.

Der Reiterpfad vom Weingut A. Christmann ist besonders positiv hervorzuheben. Diese Lage bei Ruppertsberg schätze ich sehr. Deswegen hatte ich mich angestrengt alle auf der GutsWein präsentierte Großen Gewächse aus dieser Lage zu verkosten. Erstaunlich waren die geschmacklichen Unterschiede. Eigentlich sollte die Lage ja den Weinen eine deutliche Typizität geben. Der Reiterpfad von Christmann überzeugt mit einer schönen Südfrucht und eine harmonischen Tiefe. Der Nachhall ist angenehm rund.

Das Weingut Dr. Deinhart überzeugt mit ihrem Großen Gewächs Langenmorgen. In der Nase ist bei diesem Riesling eine Mirabelle. Im Mund zeigt sich wenig Säure aber eine kräftige Frucht. Ein ausgewogener Nachhall. Das Weingut Pfeffingen brachte mit dem Herrenberg „Mardelskopf“ einen der besten Rieslinge mit nach Berlin. Dieses Große Gewächs begeisterte mich mit seiner rassigen Mineralität.

Rheinhessen Connection in Köln

Montag, 19. Mai 2008

Foto: Thomas GüntherHeute traf sich die “Rheinhessen Connection” im Sterns Eventsalon in Köln. 29 Winzer aus Rheinhessen präsentierten ihre Weine des Jahrgangs 2007. Bei einer Verkostung konnte man sich von der Vielfalt dieses Anbaugebietes überzeugen. So gab es Weine von Winzern zu verkosten, die sich auf den Riesling konzentrieren. Ebenso wurden viele rote Rebsorten zur Verkostung gereicht. Beim Weingut Michael Teschke wurden die beiden Rieslinge aus der Verksotungsliste kurzerhand zu Hause gelassen. Stattdessen überzeugte der Winzer eindrücklich von der Vielfältigkeit des Sylvaners. Von den vier gereichten Sylvanern konnte besonders die Würze des 2007er QbA trocken “von der Dünnbach” und die Frucht des 2006er QbA trocken Selection Rheinhessen überzeugen.

Foto: Thomas GüntherEs gab aber auch viele sehr schmackhafte Rieslinge zu probieren. Besonders soll hier auf den 2007er Fusion II vom Weingut Hofmann hingewiesen sein. Dies war unbestreitbar der beste Tafelwein, der in Köln gereicht wurde. Er darf nach deutschem Weinrecht nur als Tafelwein vermarktet werden, da er aus Trauben aus Rheinhessen und von der Saar besteht. Die Trauben stammen vom Weingut Willems (Saar) und Weingut Hofmann (Rheinhessen). Der Fusion II vereint die Mineralität des der Saar mit den Vorzügen von Weinen aus Rheinhessen.

Foto: Thomas GüntherAuch von zwei anderen Connections waren Winzer vertreten gewesen. Von den Machern des “Simply Wine” waren das Weingut Hedesheimer Hof, das Weingut Steitz und das oben schon erwähnte Weingut Hofmann vor Ort. “Massage in a Bottle” war vertreten durch das Weingut Pfannenbecker, das Weingut Seehof, das Weingut Winter und das Weingut Villa Bänder. Vom vierten Weingut ist der 2007er Riesling trocken aus der bei Flohnheim gelegenen Lage “La Roche” hervorzuheben. Das Weingut P. J. Valckenberg hatte besonders erwähnenswerte 2007er Rieslinge aus der Lage “Wormser Liebfrauenstift Kirchenstück” im Gepäck. Das Weingut Pfannebecker konnte mit dem Riesling S trocken aus der Lage Hochberg begeistern.

Brüder Dr. Becker Riesling Classic

Freitag, 7. September 2007

Foto: Thomas GüntherDie Weinrallye geht nun in die dritte Runde. Das Thema wurde diesmal von Matthias Metze gestellt. Und wie bereits vermutet, geht es um Biowein. Speziell Riesling soll es sein. Vor dem Kauf dieses Weines fragte ich mich, ob beide Brüder promoviert haben müssen, wenn man „Brüder Dr. Becker“ aufs Etikett schreiben darf. Da diese Bezeichnung wie die vielen önologische Geheimräte und Reichsgrafen aber in der Vergangenheit entstanden ist und die Erben lediglich bei der Betriebsbezeichnung geblieben sind (zudem sind viele Doktortitel eingeheiratet), vergas ich den Gedanken an eine Recherche dieser Fragestellung schnell. Vielmehr lenkte sich mein Blick auf die reichlichen Logos auf der Flasche, die wie Orden schimmern.

Dies sind gleich drei. VDP, EcoVin und Classic. Zum VDP braucht man nicht viel zu schreiben. Zu EcoVin schon. Im Weinbereich sind ja mehrere Öko-Verbände aktiv (Naturland, Bioland, Demeter). Diese sind älter als das Bio-Siegel und die ihm zugrunde liegende Eu-Bio-Verordnung. In vielen Dingen haben diese Verbände wesentlich härtere Vorgaben, als es vom Bio-Siegel garantiert wird. Trotzdem ist bei den Weinen dieser Verbände selten das bekannte Bio-Siegel vorhanden. Das hängt auch etwas mit der Konkurrenz in der Kennzeichnung zusammen. Zudem wird das Bio-Siegel häufig auf preisgünstigen Weinen verwendet, wodurch eine Abwertung bei Weinen entstehen könnte, die eine ökologische Erzeugung nicht nur als positives Attribut eines Produktes zur Vermarktung, sondern als Mittel in einer Qualitätsphilosophie begreifen. Wer ökologisch am weitesten geht unter den Verbänden, ist sicherlich strittig und ich würde mich da nicht positionieren wollen. Zum Teil unterscheiden sich auch einfach nur die Ansätze.

Ein weiteres Logo ist das Classic-Logo. Dies wurde eingeführt um für eine Region typische Weine mit typischer Rebsorte zu kennzeichnen. Die Kennzeichnung mit dem Classic-Logo kränkelt leider etwas. Ich finde es ja immer gut, wenn man einen günstigen regionalen Standard schafft, also so etwas wie einen Bezugspunkt in der geschmacklichen Vielfalt der Weinwelt festlegt. Problematisch an dem Logo ist nur, das einige sehr günstige Weine dies tragen und diese wenig klassisch schmecken, sondern im schon verkosteten Einzelfall gar nicht.

Doch wenden wir uns nach der ganzen Etikettenleserei dem Wein selbst zu. Bzw. vorher sind noch einige Kleinigkeiten zur Ausstattung zu sagen. Helles Glas mag ich eigentlich nicht wegen der Problematik der Lagerung. Der Korken macht einen etwas billigen Eindruck. Sehr positiv an der Ausstattung ist, dass kein stinkender Kunststoff als Kappe verwendet wurde. Ich mag solchen Minimalismus.

Der Riesling erscheint relativ hell im Glas. Ohne mit der Nase am Glas zu schnuppern verströmt der Wein einen bezaubernden fruchtigen Geruch im Raum. Dieser zeigt sich auch im Mund. Der Geschmack ist sehr rund und harmonisch. Eine Ananas steht im Zentrum. Zudem sorgt eine gut portionierte Säure neben der reichen Frucht für Spannung. Sie drängt sich dabei aber keineswegs auf. Der Riesling hat herrliche fruchtige Längen. Dafür, dass ich zu dem Wein relativ blind in einem Bio-Supermarkt gegriffen habe (nein, nicht bei Basic), kann man das wirklich als einen Glücksgriff bezeichnen. Trotz des etwas herabqualifizierenden Classic-Logos ist der Wein seinem Preis mehr als angemessen. Dies gilt, obwohl der Riesling von Brüder Dr. Becker sich sehr deutlich von den Weinen unterscheidet, für die das Weinbaugebiet Rheinhessen bekannt ist und häufig geschätzt wird (z.B. Roter Hang, Gunderloch).

Riesling Classic
Rheinhessen
Erzeuger: Weingut Brüder Dr. Becker
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12%
Jahrgang: 2006
Einkaufspreis: 7,50 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Bio-Supermarkt