Verbot von Alkoholwerbung

Ein Verbot von Alkoholwerbung in Deutschland ist näher, als dies von vielen vermutet wird. So hat die Gesundheitsministerkonferenz der Länder (GMK) bereits Anfang dieses Monats einstimmig einen Antrag verabschiedet, nach dem die Hersteller alkoholhaltiger Getränke freiwillig auf Imagewerbung verzichten sollen. Die Forderung ist, dass nur noch Produktwerbung betrieben werden soll. Auch der Deutsche Werberat solle darauf hinwirken, seine Regeln bezüglich Alkoholwerbung zu ergänzen. Von der berliner Gesundheitsministerin war zu vernehmen, dass wenn keine freiwillige Regelungen geschaffen werden würden, der Gesetzgeber aktiv werden würde. Die Drogenbeauftragte des berliner Senats erklärte in diesem Zusammenhang gegenüber der Lebensmittelzeitung:

“Die Alkoholwirtschaft muss sich langsam aber sicher auf Umsatzrückgänge einstellen.”

Auch ein komplettes Werbeverbot von alkoholhaltigen Getränken wurde schon angedacht. Was bei dieser Debatte herauskommen wird, ist noch nicht abzusehen. Die Einstimmigkeit bei der GMK kann auch aus der unscharfen Trennung von Image- und Produktwerbung hervorrühren. Bei den Werbetreibenden für alkoholische Produkte sieht man freiwillige Regelungen schon ausreichend entwickelt und durchgesetzt (vor allem vom ZAW). In der Debatte fällt jedoch auf, wie massiv die Interessen von Bier- und Spirituosenherstellern organisiert sind. Aus der deutschen Weinwirtschaft sind kaum und nur sehr leise Stimmen zu vernehmen. Dies hängt bestimmt auch mit der sehr ungleichen Ausgabenverteilung für Werbung je nach Produktkategorie zusammen.

Dabei sollte doch gerade die aktuell vorbereitete Gesetzeslage im international sehr anerkannten Weinbauland Frankreich für Alarmstimmung sorgen. In Frankreich existiert nach Angaben des Decanter ein Gesetzesentwurf, nach dem Texte über alkoholische Getränke im Internet genauso wie Pornographie behandelt werden würden. Ebenso würde Werbung auf anderen Internetseiten als denen der Hersteller verboten sein. Bei all der Aufregung über die Entwürfe in Frankreich scheint nur wenigen deutlich zu sein, wie nah so ein Unsinn in Deutschland ist.

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