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Wein in der Bahn

Foto: Thomas Günther(Moselexkursion 2008 #14) Auf meiner Rückreise von der Mosel schaute ich mal im DB Bistro vorbei. Etwas erstaunt war ich von der Klassifizierung bei der Bahn. Über die Weine und Essensangebote im ICE wurde ja schon verschiedentlich geschrieben. Leider fuhr ich in einen IC. Dieser entsprichtist einer deutlich einfacheren Kategorie. So gibt es zum Essen hauptsächlich Pizza. Das habe ich mir erspart. Bei einem Wein konnte ich aber nicht widerstehen. Zwar war die Karte mit 6 Angeboten sehr übersichtlich. Es war jedoch etwas dabei. So nahm ich eine Flasche (0,25l) vom Weissen Burgunder von Bassermann-Jordan aus dem Jahr 2006 für 6 Euro 90 (Zum Vergleich: Eine 0,75l-Flasche kostet im Handel ca. 8 Euro 50). Da ich den Wein schon kannte, dachte ich mir es sei eine gute Gelegenheit diesen in der Bahn zu trinken. Dieser wurde von der Bahn in ihrem kulinarischen Kursbuch wie folgt beschrieben:

“Feiner Schmelz, saftige Frucht. Darauf lässt sich der 2006er Weissburgunder vom Pfälzer Spitzenproduzenten Bassermann-Jordan reduzieren.”

Foto: Thomas GüntherWer denkt sich nur solche Texte aus? Wieso soll da irgend etwas reduziert werden? Ganz glücklich wurde ich zudem nicht. Der Wein war wesentlich schlechter, als ich ihn in Erinnerung (und hier auch verkostet) hatte. Es waren leicht oxidative Noten festzustellen. Zudem scheint es dem Wein nicht sehr bekommen zu sein, jeden Tag durch die Gegend geschüttelt zu werden. Auch kleine Flaschen sind nicht ideal. Hinzu kommt, dass es sich um einen billigen Schaubverschluss mit Kunststoffbeschichtung handelte (die Normalflasche hat einen hochwertigen Schrauber mit Metalldichtung). Kein wirklich gutes Bild was mir da die Bahn hier bezüglich Wein geboten hat. Spitzenerzeuger heißt nicht immer gleich Spitzenwein in Spitzenbahn.


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Wein in der Bahn

 

7 Kommentare zu “Wein in der Bahn”


  1. Iris
    Montag, 9. Juni 2008 15:43
    1

    Auch ich habe als “Fernreisende” mehrmals jährlich Gelegenheit, das Weinangebot in deutscher und französischer Bahn zu vergleichen (wobei auf der deutschen Strecke die Zeit immer zu kurz ist, um vom immerhin selbst in ICs noch vorhandenen Speisewagenangebot zu profitieren.

    In Frankreich gibt’s das schon lange nicht mehr, selbst in Thalys und TGV sind die Speisewägen den häßlichen Stehwagen gewichen, deren plastiverpackte Salate oder matschige Sandwiches nicht gerade Hochburgen der Kulinarik sind.

    Immerhin interessant, dass der Hoflieferant des Thalys, ein Abfüller aus Bordeaux, für seine grenzüberschreitenden Züge den internationalen Touch durch südafrikanische Weine unterstreicht:-)…


  2. weinverkostungen.de
    Montag, 9. Juni 2008 16:06
    2

    Frisch zubereitet wird im IC ja auch nichts. Das mit dem südafrikanischen Wein finde ich komisch. Es ist bestimmt ein Deal, bei dem ein bestimmter Lieferant/Importeur den Zuschlag für die gesammte Ausstattung bekommen hat. Solche Deals sind selten für die Kunden gut. In dem IC gab es immerhin 3 deutsche Weine, 2 französische Weine, einer aus Spanien und einen deutschen Schaumwein. Alle waren aus von verschiedenen Erzeugern und – mit Ausnahme 2mal Pfalz – aus unterschiedlichen Anbaugebieten. Von daher ist die Karte ganz gut. Italien ist evtl. etwas unterrepräsentiert, wenn man sich deren großen Marktanteil in Deutschland anschaut.


  3. Liste der Artikel von der Moselexkursion
    Montag, 9. Juni 2008 16:56
    3

    […] Die Exkursion zur Mosel ist beendet. Folgend eine Liste der Artikel: #1 Berichte von der Mosel #2 Von Trier aus an die Ruwer… #3 Trierer Augenscheiner #4 Weinstube Zum Domstein Trier #5 Rieslingpräsentation in Bernkastel #6 Zwillingsbrüder? #7 Rieslingpräsentation im Kloster Machern #8 Musikalischer Weinberg #9 25. Riesling-Präsentation in der Reichsabtei St. Maximin #10 Jahrgangsverkostung beim Großen Ring #11 Old Bottle Party #12 Weinstube Kesselstatt #13 Kletterweg Erdener Treppchen / Erdener Prälat #14 Wein in der Bahn […]


  4. Alex
    Montag, 9. Juni 2008 17:45
    4

    Ist das Glas ein Standard-Wein-Bier-Saft-Wasser-Glas oder gibts das speziell für Weine?


  5. weinverkostungen.de
    Montag, 9. Juni 2008 17:54
    5

    Das ist ein Glas für alles. Besonders schön ist das nicht. Auch die Wulst am oberen Glasrand zeugt von wenig Qualität. Über die Wirkung der Glasform auf eine Degustation bracht man ja auch nicht viele weitere Worte verlieren. Andererseits ist die Bahn für so etwas auch nicht der richtige Ort. Immerhin ist alles inzwischen rauchfrei.


  6. Alex
    Montag, 9. Juni 2008 18:57
    6

    Danke für die Info. Ich finde es sieht nach einem vernünftigen Kompromiss aus. Würde auch zu Hause eine Menge Platz im Schrank sparen. 😉


  7. weinverkostungen.de
    Dienstag, 10. Juni 2008 16:57
    7

    Zu Hause schätze ich schon die Auswahl an Gläsern. Das von der Bahn läuft oben kaum zusammen. Das heißt, es fehlt der Duftkamin. Für viele Rieslinge ist das Glas nicht sehr geeignet. Auch so mancher Bordeaux-Wein würde beleidigt sein und nur einen Teil seines Geschmacks preisgeben wollen. Aber für den Zweck im Zug sind die schon OK. Da würde ich richtig gute Weine auch nicht trinken wollen.