WeinRally 2.4: Zusammenfassung

Wo fängt man an bei so vielen guten Beiträgen? „Immer von Anfang an, detailliert und präzise“, würde Prof. van Dusen sagen. Da dieser keinen Wein trinkt, kann er beim weiteren strukturieren der Beiträge nicht weiter hilfreich sein. Einige Fakten: 16 Teilnehmende Blogs. Mit einer Ausnahme kommen alle verkosteten Weine aus dem Alten Europa: 8 mal Deutschland, drei mal Österreich, zwei mal Frankreich, ein mal Italien und ein mal USA. Bei den Rebsorten gibt es Schwerpunkte beim Weissburgunder, Riesling und bei dem Grünen Veltliner.

Den Anfang machte Harald Steffens vom Weingut Steffens-Keß (Artikel leider nicht mehr online). Bei ihm wurde gekocht und es gab dazu zwei Rieslinge aus Österreich. Diese stammten aus dem Weingut Ludwig Ehn. Dazu gab es Hirschrücken mit Frühlingszwiebeln und Rosmarinkartoffeln. Bestimmt ein sehr schmackhaftes Essen. Die Verkostung ging dann nach dem Essen weiter.

Bleiben wir in Österreich: Der Winzer Bernhard Fiedler hat keinen konkreten Wein verkostet, sondern eine Rebsorte beschreiben. Muskat Ottonel heißt diese. Sie ist sehr aromatisch. Bernard schildert wie sich der Ausbau an die geschmacklichen Vorlieben der Weintrinker angepasst hat und sich der Anteil dieser Rebsorte veränderte.

Es geht weiter mit aromatischen Weinen. Würzig sind sie gar. Lars Breidenbach schreibt in seinem Blog (Artikel leider nicht mehr online) über zwei Weine aus der Rebsorte Gewürztraminer. Er bedauert, dass diese Rebsorte etwas zu wenig beachtet wird. Beide verkosteten Weine sind in Kabinett-Qualität. Einer aus dem Jahr 2003 , der andere von 2006. Lars beschreibt nicht nur die hohe Jahrgangspezifik, sondern auch den unterschiedlichen Ausbau. Lesenswert!

Zurück nach Österreich. Da scheint ja ein kleiner Schwerpunkt bei dieser Rallye zu liegen. Pivu berichtet über einen Wein aus Wagram, einer seiner Meinung nach zu unrecht vernachlässigten Region. Die Rebsorte hingegen ist sehr typisch für Österreich: Grüner Veltliner. Ein Beitrag der unweigerlich das Interesse an dem Wein weckt.

Im Drinktank von Mario Scheuermann gibt es einen Riesling (Artikel leider nicht mehr online). Zwei große Namen kommen dazu: Einmal das Weingut Dr. Bürklin-Wolf und dann noch ein Rupertsberger Riesling. Beides hört sich verlockend an. Und die Namen beleiben auch nicht hinter den Beschreibungen zurück. „So schmeckten Rieslinge von der Mittelhaardt in den Tagen meiner Kindheit.“ Wodurch auch geklärt sein könnte, wie manche Menschen zu einer sehr langjährigen Verkostungserfahrung kommen.

Der von mir verkostete Wein stammt gleich vom ebenso namhaften Nachbarn. Bassermann-Jordan heißt das Weingut, welches einen hervorragenden Weissen Burgunder in die Flasche bringt. Der Jahrgang 2006 ist sogar besser geraten als 2005.

Noch mal Pfalz gibt es bei drymartini . Hier wird ein Riesling des mir verkosterisch unbekannten (aber sonnst offensichtlich recht bekannten) Weinguts Theo Minges verkostet und für empfehlenswert befunden: „Der Riesling von Minges hat eine ordentliche Tiefe, er kommt leuchtend grün daher und riecht kräftig nach Frühlingskräutern. Auf der Zunge prickeln Zitrone und Stachelbeere, die superfrische Säure ist aber wunderbar eingebunden und hinterlässt keinen pelzigen Eindruck, wenn der Schluck dann die Kehle herunterrinnt.“

Verweilen wir noch etwas in Deutschland. Bei Susanne Melles von Sanovia gibt es einen Weissburgunder vom Mittelrhein (Artikel leider nicht mehr online). Kurios ist, dass es sich um einen Landwein handelt. Manche sagen ja, dass die deutsche Qualitätspyramiede auf dem Kopf steht bei so vielen Qualitätsweinen (94%) und so wenig Landwein (der Rest). Aber wie Susanne argumentiert, muss die Bezeichnung als Landwein nicht nur negativ sein. Ihre Verkostungsnotizen lesen sich auch so.

Erinnerungen gibt es nicht nur im drinktank, sondern auch beim Winzer Thomas Lippert. Dieser geht in die Zeit seiner Ausbildung als Kellermeister zurück. Er schildert die Notwendigkeit zum Abschmecken, die vielen Kellerräume und die verwirrenden Leitungen. Eine Geschichte tief aus dem Labyrinth der Weinkeller. Spannend zu lesen ohne sich zu verirren. Und wieder wurde ein Einblick in diesen spannenden Beruf gegeben.

Ein etwas verwirrendes Farbspiel liefert Helga Birnstiel vom Blog „Notebook München“. Das Thema war Weisswein, der Wein sieht aus wie ein Rosé, ist jedoch ein Rotling, also ein Gemisch aus Rot- und Weisswein. Da ist zumindest ein Anteil des Weines richtig im Thema. Der beschriebene Wein stammt aus Franken; vom presigereichen Weingut Castell-Castell. Helga kommt aus München. Der Rotling wurde auf Usedom getrunken. Dort wurde er zu Spargel empfohlen. Das mit dem Rotling probiere ich auch mal aus. Nächste Spargel-Saison.

Bei Matthias Metzes Viva-Vini-Biowein-Blog (leider nicht mehr online) geht es naturgemäß um einen Biowein. Und schon wieder kommt der Wein aus Österreich (siehe oben). Bei der Geschichte werden Erinnerungen an einen Kochkurs aufgewärmt bei dem es einen – hoffentlich gut gekühlten – Grünen Veltliner gab. Und kaufen kann man den Wein auch gleich: Matthias ist nicht nur Koch, sondern auch Weinhändler.

Die Probleme die einen erwarten, wenn man einen weißen Bordeaux finden möchte, den man probiert haben muss und der weniger als 10 Euro kosten soll, sind vollkommen nachvollziehbar. Diese hatte anfangs Mario Scheuermann im Planet Bordeaux. Er hat sie jedoch gut gemeistert. Es handelt sich um einen Entre deux Mers, bei dem der zuständige Winzer sich jedoch nicht so sehr um die Vorgaben der Appellation kümmert: Also weniger grasig! Bio ist der Wein zudem.

Einen dritten fünften Biowein gibt es bei den Bestenbioweinen von Joachim Ott Und schon wieder ist es ein Weissburgunder. Er kommt vom VDP-Weingut Brüder Dr. Becker. Der Wein stammt aus zwei verschiedenen Lagen, deren Böden die beiden sich ergänzenden Komponenten optimal prägen: Quasi ein Zwei-Komponenten-Wein. Aber eben schmackhaft im Sommer!

Dann gibt es noch zwei Blogs mit zwei Beiträgen (Artikel nicht mehr online). Da ist hausmannskost, bei dem Tom Rathert über den günstigsten und gleichzeitig am weitesten gereisten Wein schreibt: 2.95 Euro und aus Kalifornien. Es handelt sich – nach Aussagen von Tom – um einen „schlichten Wein“. Ich bin mir nicht sicher, ob ich so etwas probiert haben muss. Wolf von Hausmannskost hat zudem einen Wein verkostet, der ihn immer an Badezimmer erinnert hat.

Zwei Weine wurden auch bei gotorio verkostet. Auch ein Blog, der von mehreren Autoren betrieben wird. Zum einen ist da der mir nur zu gut (und auch sehr positiv) bekannte sunshine von der Mosel. Tatsächlich ein MustTaste! Der zweite Wein stammt aus den Dolomiten in Italien, der zu asiatischem Essen empfohlen wird.

Daniel Ebneter aus der Schweiz hatte bei dem Thema wirklich ein Problem. Es gibt relativ wenige Schweizer Weine in der Kategorie. Und so fragte er bei mehreren Internethändlern an, was sie ihm empfehlen können. Das Ergebnis war recht mau. Einen empfehlenswerten Wein kennt Daniel dann aber doch (Artikel nicht mehr online).

Nun waren es kaum merklich weniger Teilnehmer als beim ersten Durchgang. Das kann an der Urlaubszeit oder evtl. auch an dem nicht so deutlich gemachten Thema liegen. Es kommt jedoch nicht unbedingt auf die Quantität an. Und rallyemüde ist bestimmt auch noch niemand. Die nächste Runde gibt es in der ersten Septemberhälfte im Viva-Vino Blog (Artikel nicht mehr online). Dort am Besten mal die nächsten Tage wegen einer Themenankündigung reinschauen. Ich vermute ja schon, dass es irgendwas mit Biowein sein wird.

Schlagwörter: