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Führerwein: Garantiert ungenießbar

Die Geschichte mit dem Führerwein ist zwei Jahre her. Dmals berichtete das ARD-Politmagazin Kontraste über Weinflaschen aus Italien mit Bildern von Adolf Hitler oder Hakenkreuzen auf dem Etikett. Die Justizministerin Zypries (SPD) reagierte auf diese Berichte vom Führerwein mit einem Brief an ihren italienischen Kollegen, in dem sie fragte, was man denn da tun könnte. Es ist sicherlich mal spannend, dem nachzugehen und zu fragen welche Antwort darauf gekommen ist. Noch viel interessanter ist, was darauf hin passiert ist. Wahrscheinlich nicht viel. Solche Weinflaschen werden eifrig z.B. in italienischen Tankstellen vor der Grenze weiter verkauft. Man fragt sich nur wer so etwas kauft.

Der doppelte Führerwein

Nun gibt es jedoch nicht nur Neo-Führerwein, sondern auch noch den originalen Wein aus der braunen Zeit. Eine solche Flasche hat in Großbritannien jetzt seinen Besitzer gewechselt. Für diese wurden knapp 4.000 Pfund (ca. 6.000 Euro) gezahlt. Da es sich um einen über 50 Jahre alten Wein handelt und dies garantiert keine lagerfähige Auslese (kein Wortwitz) und auch kein Eiswein ist, ist dieser Führerwein sicher nicht mehr genießbar. Die Farbe des Weins ist bestimmt genauso braun wie manche in dieser Zeit damals waren. Und wahrscheinlich riecht er genauso muffig, wie die Gedanken der ewig Gestrigen. So stellt man sich auch den Führerwein vor, der heute noch in Italien verkauft wird. Oder, kann so etwas schmecken? Schon allen bei den Etiketten vergeht jeglicher Gedanke an Genuss.

Nachtrag 20.02.2007

führerwein

Offensichtlich ist der Bitte von der Justizministerin um die Eindämmung von Führerwein nicht sehr viel gefolgt. Das obige Bild ist ein Screenshot eines italienischen Online-Shops derartiger Fanartikel. Die Etiketten sind zum Teil identisch mit dem früheren Bericht der Fernsehsendung Kontraste. Der Online-Weinshop liegt auf einem amerikanischen Server. Die Bilder stellen die Etiketten der Flaschen des Führerwein dar. Verlinkt wird so etwas hier allerdings nicht. Es ist auffällig, dass einige vollkommen gleiche Etiketten wie vor zwei Jahren immer noch anzutreffen sind. Also nichts neues und vor allem keine positive Entwicklung in dieser Sache.


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© Thomas Günther / weinverkostungen.de
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Führerwein: Garantiert ungenießbar

 

7 Kommentare zu “Führerwein: Garantiert ungenießbar”


  1. Philipp
    Montag, 19. Februar 2007 17:26
    1

    Da fragt man sich eingentlich schon wer so etwas kauft.


  2. Anja
    Sonntag, 22. April 2007 21:24
    2

    unglaublich. komme gerade vom italienurlaub zurück und fand in den shops vor dem grenzübergang in einigen shops diese weinflaschen. dass so etwas überhaupt erlaubt ist??!!


  3. anderas karner
    Samstag, 16. August 2008 15:11
    3

    hallo, ich habe genau solch einen wein vor genau 4 tagen in einem weinladen in brennero(ita) gesehen für 7 euro die flasche mit genau solchen etiketten


  4. weinverkostungen.de
    Mittwoch, 20. August 2008 19:04
    4

    @ andreas:
    Das Problem scheint über die Jahre immer noch nicht gelöst worden zu sein. Es ist doch beschämend für das europäische Justizsystem, dass solche Führerweine immer noch käuflich zu erwerben sind.


  5. StoiBär » Blog Archiv » “Führerwein”
    Montag, 2. März 2009 07:53
    5

    […] Hause habe ich dann nach Führerwein gegoogelt und scheinbar ist das ein bekanntes Thema, dem sich auch die Sendung Kontraste vor vier Jahren schon angenommen hat. Genug Kundschaft wird es […]


  6. Boris Baran
    Donnerstag, 5. November 2009 13:44
    6

    Gibt’s auch Führerwodka?


  7. weinverkostungen.de
    Sonntag, 8. November 2009 14:22
    7

    @ Bosis Baran:
    Nach den Hitler-Stalin-Pakt halte ich alles für denkbar.