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Tütenpulver-Wein

Tütenpulver WeinHeute früh habe ich angekündigt Wein aus Tütenpulver zu verkosten. Der liegt schon seit dieser Geschichte bei mir rum und wartet darauf verkostet zu werden. Trotz einiger Skepsis bin ich ja immer bereit abwegigen Dingen eine Chance einzuräumen. Hier ist die Geschichte aufgrund von Meldungen in der Presse wieder aktuell geworden (als neu wird das Produkt bezeichnet; dabei liegt die Tüte schon fast ein Jahr bei mir rum).

Wein aus Tütenpulver Also Tüte auf und Pulver in die Tasse. Den Wein aus Tütenpulver muss man nähmlich aufkochen. Schon nach dem Öffnen der Tüte riecht es scharf und süßlich. Nun kochendes Wasser über das Pulver gegossen. Der unangenehm kirschig-morbide Geruch wird erweitert durch würzige Noten, die etwas an Glühwein erinnern.

Die entstandene Flüssigkeit aus dem Tütenpulver ist dunkel in der Tasse. Ich traue mich nicht einen Schluck davon zu nehmen. Dies liegt nicht nur an der hohen Temperatur. Der stechende Geruch in der Nase – der mich etwas an unschöne Experimente im Chemieunterricht erinnert – lässt mich zurückschrecken. Und so nutze ich die Zeit, die der Wein aus Tütenpuver zum abkühlen braucht, um mir die Zusammensetzung durchzulesen.

Was ist drinn im Wein aus Tütenpulver

Zutaten: Maltodextrin, Alkohol, Aroma, Zucker, Rotweinextrakt (2,9%), Antioxidationsmittel Ascorbinsäure, Farbstoff E163, färbendes Lebensmittel Rote-Bete-Pulver, Säurungsmittel E330, Gewürz.

Das bestärkt mich zwar nicht gerade darin, das nun zu probieren. Der scharfe Geruch ist verflogen. Evtl. hat sich meine Nase jedoch daran gewöhnt. Im Mund ist das gar nicht so übel. Es schmeckt zwar nicht nach Wein, sondern eher nach Kirschsaft plus Chemie (also Kirschbonbon oder -eis ohne echtem Fruchtanteil). Wirklich begeistern kann ich mich dafür aber nicht. Alle die das mal ausprobieren wollen, können das Produkt hier kaufen (auch wenn die Kundenbewertungen dort auch nicht gerade positiv ausfallen).

Tütenpulver im SelbstversuchFazit: Dieses Getränk hat schlicht und ergreifend nichts mit Wein zu tun. So wie man jeden Freund des guten Kaffees mit Instant-Kaffee verjagen kann, ist dieser Wein aus Tütenpulver nichts für Weinfreunde. Doch halt! Dieses Getränk nennt sich ja selber gar nicht Wein aus Tütenpulver. Vielmehr ist es ein “Alkoholhaltiges HEISS-Getränkepulver mit Rotweinextrakt”. So schmeckt es leider auch.


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© Thomas Günther / weinverkostungen.de
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Tütenpulver-Wein

 

4 Kommentare zu “Tütenpulver-Wein”


  1. Mario Scheuermann
    Dienstag, 6. Januar 2009 22:28
    1

    sorry, aber ich habe das Produkt ausdrücklich als n i c h t neu bezeichnet!


  2. vinissimus
    Dienstag, 6. Januar 2009 22:15
    2

    Ein Bravo der heldenhaften Versuchsperson!
    Aber wenn du dich in den Weiten der Wildnis – so wie auf der Verpackung ersichtlich – befindest, hilft dir das Getränk wahrscheinlich, dich an die wundervoller Aromatik echten Rebensafts zu erinnern 😉


  3. weinverkostungen.de
    Dienstag, 6. Januar 2009 22:31
    3

    @ Scheuerman:
    Das habe ich nicht behauptet. Vielmehr war es auf den Presseartikel bezogen. Die haben genau dieses Pulver als Innovation gefeiert. Das gibt es aber genau von dem Hersteller und auch im Vertrieb von Globetrotter – wo auch dies hier herstammt – seit mind. einem Jahr.


  4. Michael Rosenthal
    Mittwoch, 7. Januar 2009 23:37
    4

    Rüdiger Nehberg – auch “Sir”-Vival genannt – hat ja bekanntlich mit Alkohol nicht viel am Hut. Entweder wußte er schon lange vorher warum, oder man wird ob eines solchen Gemenges gern willentlich zwangsabstinent.