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Weinrallye #86: Rotwein im Sommer – Weinmanufaktur Dagernova Frühburgunder trocken

Freitag, 29. Mai 2015

Weinrallye Rotwein im Sommer Weinmanufaktur Dagernova Frühburgunder trocken Das Thema der diesmaligen Weinrallye ist Rotwein im Sommer. Das ist gar nicht so leicht, weil hier fehlt bei Höchsttemperaturen von 14 (nicht 180) Grad am Tage derzeit einfach der Sommer. Sonst geht Rotwein zu dieser Jahreszeit schon recht gut. Aber es herrscht ja das Vorurteil, dass Rotwein für Herbst und Winter da ist, während man sich im Frühjahr und Sommer dann mit dem Rosé oder Weißwein beschäftigt. Diese Weinrallye wird leider nicht aufzeigen könnten, welche fantastischen Weißweine im Winter gar am Kamin genossen werden können.

Aber Rotweine für den Sommer wird man bestimmt zahlreich präsentiert bekommen. Und da wieder einmal das Gute so nahe liegt, habe ich mich an die Ahr begeben. Hier gibt es einige Genossenschaften. Gar nicht so unbekannt ist mit 600 Mitgliedern die Weinmanufaktur Dagernova aus Bad Neuenahr-Ahrweiler, was sicherlich ein recht ungewöhnlicher Name ist. Dieser soll an einen älteren Namen von Dernau aus dem 8. Jahrhundert erinnern. Ich vermute, dass man sich nach einigen Genossenschaftsfusionen nur schwer auf einen der zuvor bestehenden Namen einigen konnte. Also Dagernova. Auch die Flaschenausstattung ist auch eher ungewöhnlich. Ich würde die passend für ein Gelsenkirchener-Barock-Wohnzimmer halten. Aber das ist ja reine Geschmackssache.

Besser früh als spät?

Der Frühburgunder ist in Deutschland nicht sehr weit verbreitet und genießt eher ein Schattendasein in der Größe einiger Weine aus der traditionellen roten Rebsorte Spätburgunder und mancher Masse des eher neueren und in manchen Kreisen sehr beliebten Dorfelders. An der Ahr sind gerade mal 35 Hektar mit Frühburgunder bestockt. Damit ist es nach Spätburgunder, Blauem Portugieser und Riesling die viertstärkste Rebsorte mit einem Anteil von 6,5% in diesem Anbaugebiet. Jedoch tut sich an der Ahr mit dem Frühburgunderforum recht viel um dieser Rebsorte mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Weinrallye Rotwein im Sommer Weinmanufaktur Dagernova Frühburgunder trocken

Dagernova Frühburgunder

Der 2014er trockene Frühburgunder von Dagernova zeigt sich in einer sehr hellen rubinroten Farbe im Glas. Man könnte ihn schon fast für einen sehr dunkel geratenen Rose halten. Manche Tavel haben eine solche Farbe. Die Nase erinnert an einen sehr leichten und fruchtgien Spätburgunder. Da ist Hagebuttenmus und eine dezente Pfeffernote. Saftige Schwarzkirschen sind in der zweiten Nase. Das bewegt sich schon fast in Richtung Ferrero-Piemont-Kirsche oder Eckes-Edelkirsch (vom Geruch her jedoch nicht in der Intensität). Diesem Frühburgunder von Dagernova merkt man auch am Gaumen seine Ähnlichkeit zum Spätburgunder an. Jedoch sind Gerbstoff und Säure hier zurückhaltender. Die Frucht ist etwas breiter. Aber eigentlich ist dieser Wein recht schlank. Die Länge ist nicht sehr ausgeprägt. Dieser Frühburgunder wirkt hier gar etwas speckig. Man kann ihn auch durchaus etwas in den Kühlschank stellen. Da ist er lecker auf der Terrasse.

Weinrallye Rotwein im Sommer Weinmanufaktur Dagernova Frühburgunder trocken Nun will ich hier keineswegs den Frühburgunder als Rebsorte abwerten. Es gibt sicherlich hervorragende Weine. Zugleich ist es nicht die nobelste – aber trotzdem eine unterschätzte – Rebsorte in Deutschland. Wenn man ihr auf den Seiten Erzeuger, Handel und Verbraucher mehr zutrauen würde, wäre sie sicherlich auch etwas verbreiteter. Zugleich ist dieser Wein von Dagernova rundum OK. Bei 10 Euro auf der Preisliste ab Genossenschaft (ich habe im lokalen Fachhandel allerdings nur 8 Euro bezahlt) habe ich schon schlimmeres von der Ahr im Glas gehabt. Diese Region ist ja gerade beim Thema Preiseinstieg nicht sehr einfach. Unter anderem sind die zahlreichen Rotweinwandertouristen aus Bonn und Köln daran schuld. Man kann aber auch durch die Weinberge von Dagernova wandern.

Meyer-Näkel Spätburgunder

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Das Weingut Meyer-Näkel ist neben den Weingütern J.J. Adeneuer, Kreutzberg und Jean Stodden einer der Spätburgunder-Stars von der Ahr. Berühmt sind die Lagen Walporzheimer Kräuterberg oder Dernauer Pfarrwingert. Doch die Qualität eines Weinguts kann man nicht nur in seinen Spitzen feststellen. Auch die Basisweine (auch wenn das bei 14 Euro pro Flasche kaum noch ein tragfähiger Begriff ist) müssen gut sein und sich nicht nur durch den Namen verkaufen. Daher stand einige Skepsis am Beginn der Verkostung dieses Spätburgunders vom Weingut Meyer-Näkel.

Er zeigt sich im Glas mit einer sehr hellen roten Farbe. In der Nase ist beim Spätburgunder vom Weingut Meyer-Näkel eine kräftige und kräuterige Würze wahrzunehmen. Dabei sind Rosmarien und Lavendel vorhanden. Aber auch etwas Alkohol scheint durch. Im Mund ist der Spätburgunder von Meyer-Näkel samtig. Die Würze ist auch am Gaumen. Dabei setzt sie sich durch und fügt noch etwas Casis hinzu. Pikanter weißer und schwarzer Pfeffer rundet das Bild des Spätburgunders vom Weingut Meyer-Näkel ab. Alle diese extremen Geschmackseindrücke setzen sich bis in den Nachhall fort. Dabei bleiben diese Extreme in sich harmonisch. Wer mal so richtige Würze erleben will, sollte sich diesen Spätburgunder besorgen. Die Intensität ist enorm. Ohne dabei überladen zu sein.

Meyer-Näkel Spätburgunder
Ahr
Erzeuger: Weingut Meyer-Näkel
A.P.Nr: 1 792 159 003 08
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13,5%
Jahrgang: 2007
Einkaufspreis: 14,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel

Jean Stodden Spätburgunder trocken

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Jean Stodden Spätburgunder trockenJetzt gibt es einen Jean Stodden Spätburgunder trocken. Der Winzer wird als außergewöhnlich und eigensinnig wahrgenommen. Der Wein erscheint im ersten Moment als etwas zu früh geöffnet. Dies gilt obwohl leicht bräunliche Reflexe in dem sehr hellen Rot des Weins erkennbar sind. Wieso meint man eigentlich, dass wenn etwas hell ist, dass dieses nicht Geschmacksintensiv sein kann? In der Beantwortung dieser Fragestellung ist der Misserfolgs von weißer Cola und des Erfolgs des dunkelbraunen Balsamico-Essigs zu sehen. Dieser Wein beweißt, dem von Vorurteilen (im diesem Fall der visuellen) befreiten Gaumen, das Gegenteil. In der Nase erinnert dieser Rotwein von Jean Stodden an den leicht stinkigen Geruch von manchem Spätburgundern aus Baden.

Jean Stodden Spätburgunder trocken verkostet

Im Mund präsentiert sich der Spätburgunder von Jean Stodden in der Abfolge Brombeere, Himbeere und fein gemahlenem weißen oder schwarzen Pfeffer. Luft tut dem Wein in seinem jungen Alter sehr gut. Dadurch wird er etwas runder. Ich mag den Wein, obwohl man lange über die Fragestellung der Preisfindung streiten kann. Auf dem Rückenetikett steht eine Empfehlung zum Essen: Pasta, helles Fleisch und Geflügel. Soweit ganz in Ordnung. Das mit der Pasta ist doppelt gewagt: Zum einen, so etwas auf einen deutschen Wein zu schreiben und zum zweiten hat Pasta kaum einen Eigengeschmack. Da zählt die Soße. Ich habe einfach mal eine Grenze ausgetestet: Arribbiata. Da versagen aufgrund der Schärfe viele Weine. Auch dieser Spätburgunder von Jean Stodden. Die Schärfe lässt den Wein vollkommen entgleisen. Das war zu befürchten. Und das ganze Desaster ereignet sich, nachdem der Wein eigentlich einen sehr guten Eindruck geschaffen hat.

Jean Stodden Spätburgunder trocken
Ahr
Erzeuger: Weinhaus Jean Stodden
A.P.Nr: 1 795 090 19 07
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13%
Jahrgang: 2006
Einkaufspreis: 10,00 €
Verschluss: Silikonkorken
Quelle: Supermarkt