Ecovin: Drei Weine vom Weingut Abril
Nein das ist kein Abrilscherz. Wir verkosten nun Bioweine aus Baden. Genauer, vom Kaiserstuhl kommen sie. Das Weingut Abril bewirtschaftet dort 12 Hektar. Es besteht seit 1740 und wird nun in der achten Generation als Familienweingut betrieben. Das Weingut Abril arbeitet seit 2009 nach den Regeln des Bioweinverband ecovin. Die ökologische Landwirtschaft geht bei diesem Verband deutlich über die EU-Vorgaben hinaus. Der ganzheitliche Ansatz von ecovin bezieht zum Beispiel den Naturschutz und die Förderung von Artenvielfalt in das Konzept des Weinbaus ein.Weiterlesen »Ecovin: Drei Weine vom Weingut Abril
Die Geschichte des Erzeugers Peter Lehmann geht auf das Jahr 1980 zurück. Fast schon legender ist überliefert, dass Lehmann – damals noch für einen anderen Erzeuger tätig – eine Überproduktion anbauender Winzer abnahm und kurzerhand damit seine eigene Kellerei gründete. Die Weinbauern sollen so vor dem Ruin gerettet worden sein. Zudem entstand mit der Marke Peter Lehmann einer der mengenmäßig bedeutendsten Weinerzeuger aus Australien. Mit dem Mentor, dem Stonewell Shiranz oder auch dem Clancys wurden recht bekannte und zuweilen auch markante Rotweine geschaffen. Heute gehört Peter Lehmann zur „Hess Family“. Für den Weinerzeuger Lehmann bauen 185 Weinbauern mit festen Lieferverträgen die Reben an. Besonders bei den hochwertigeren Weinen kommen die Trauben aus eigenem Anbau.
Am Anfang der Verkostung des Rotweins von J. P. Chenet Cabernet-Syrah steht eine Frage. Hier ist es eigentlich gar nicht die, wie dieser Wein schmeckt, sondern ob man ihn überhaupt verkosten und dann zudem hier auch noch vorstellen sollte. Das Verkosten auch geringpreiseisiger Weine halte ich immer wieder für sehr sinnvoll. Zum einen verliert man so nicht die Schätzung für gutes Winzerhandwerk. Zum zweiten – das ist ein professioneller Grund – sollte man meiner Meinung nach wissen, was viele Leute trinken. Und J. P. Chenet ist dermaßen erfolgreich in Sachen Mengenvermarktung. Man sieht sich selbst als stärkste Weinmarke aus Frankreich. Die Weine von J. P. Chenet werden in über 160 Ländern verkauft. Nach Libyen, Saudi-Arabien und Grönland werden sie nicht exportiert. In Deutschland findet man J. P. Chenet in fast jedem Supermarkt.
Wir probieren jetzt den Santa Digna Cabernet Sauvignon Reserve. Seinen Erzeuger Torres kennt man vor allem als Weingut mit Tradition aus Spanien. Dort baute die Familie schon in 17. Jahrhundert Wein an und expandierte in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Doch 1979 ging Miguel Torres nach Chile, kaufte dort ein kleines Weingut und baute um und modernisierte. Seit Anfang 2010 hat sein gleichnamiger Sohn die Geschäfte übernommen und führt sie im Sinne seines Vaters weiter
Es gibt noch eine Kleinigkeit nachzuholen. Es handelt sich um eine umfangreiche Verkostung des noch aktuellen Jahrgangs Chianti Classico 2009. Zum Einstieg der Verkostung haben wir uns mit dem vorherigen Jahrgang 2008 beschäftigt. Dies galt auch etwas zur Einstimmung, zur Selbsteichung und -kontrolle. Leichte Korrekturen gegenüber der Verkostung im Jahr 2010 sind somit angebracht. Das ist nicht ungewöhnlich, so verändert sich der Wein in der Flasche (teilweise waren es zuvor auch Fassproben), man hat Tagesformen und einige Chianti Classico waren im vergangenen Jahr noch Fassproben. 2008 und 2009 gelten in der Toskana als sehr gut; so auch beim Chianti Classico.
Seit einigen Jahren hat sich der Rotwein Fabelhaft von Niepoort einen sicheren Rang in den Regalen deutscher Weinfachhändler erarbeitet. Er kann durchaus – mal Mateus Rose mit seinen weltweit 50 Millionen Flaschen pro Jahr ausgeklammert – als bekanntester Wein aus Portugal auf dem deutschen Markt gelten. Das führt zu einem jährlichen Absatz von 400.000 Flaschen in Deutschland. Die Zeitschrift Weinwirtschaft hat den Jahrgang 2009 zurecht zum „Wein des Jahres 2011“ gekürt. Jedenfalls zeigt der Fabelhaft beständig, dass Portugal neben Portwein und Vinho Verde hervorragende und eigenständige trockene Rotweine aus dem Douro-Tal hervorbringen kann.