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Aldi-Champgner Veuve Durand / Veuve Monsigny

Champagner von Aldi
Ende des letzten Jahres gab es einen Test in der Zeitschrift Stiftung Warentest. Dabei wurden einige billige Schaumweine, wie der Champagner von Aldi, weißer deutscher Sekt aus Flaschen- und Tankgärung und Rosesekt aus Tankgärung getetstet. Vollkommen unverständlicher Weise machte sich die Stiftung Warentest für den Champagner aus dem Discounter besonders von Aldi-Süd mit dem Namen Veuve Monsigny stark. „Liebhabern des klassischen, reifen Champagners dürfte … der Veuve Monsigny von Aldi Süd gefallen. Er ist sehr aromatisch, sehr trocken und perlt intensiv“, heißt es in der Zeitschrift.

Es ist jedoch bei diesem Test zumindest fraglich, ob ein Champagner-Liebhaber damit Spaß haben wird. „Die Tropfen von Aldi, Lidl und Plus überzeugen alle durch gutes Preis-Leistungs-Verhältnis“, heißt es weiter. Darüber, ob der Billig-Champagner besser oder schlechter sei, als ungefähr gleich teurer deutscher Sekt aus Flaschengärung, wird bei diesem Test wenig gesagt. Lediglich die höherpreisigen Sektsorten aus Tankgärung werden als preislich gegenüber den günstigeren Sekten beschrieben. Fürst von Metternich sei kaum besser als Sekt für den halben Preis. Das stimmt nicht mit meinen Verkostungsergebnissen oder mehrerer anderer Blindverkostungen überein. Schließlich ist der Grundwein trotz ähnlichem Herstellungsverfahren anders.

Champagner von Aldi

Doch zurück zum Billig-Champagner von Aldi. Der in der Zeitschrift Stiftung Warentest hoch gelobte Veuve Monsigny ist ja leider nur bei Aldi-Süd verfügbar. So habe ich mir den vollkommen anderen Veuve Durand von Aldi-Nord besorgt. Während der Veuve Monsigny als Selection Brut gekennzeichnet ist, trägt der Veuve Durand die Bezeichnung Reserve Brut.

Zu der Verkostung des Champagner von Aldi. Das ist dann der eingene Test. Die norddeutsche Variante heißt Veuve Durand: Er zeigt sich in einer relativ hellen Farbe. Hier enttäusch die Bezeichnung Reserve Brut etwas. Die Perlage beim Veuve Durand ist sehr intensiv. Sie ist auf dem Niveau von Spitzen-Champagner. Geschmacklich sieht es ganz anders aus. Die Hefe beim Veuve Durand ist recht deutlich wahrzunehmen. Im Hintergrund scheint bei diesem Aldi-Champagner etwas Muff durch. Ehrlich gesagt schmecken mir viele andere Sektsorten in diesem Preissegment besser.

Was ist eigentlich bei der Stiftung Warentest los, wenn man – wie hier nachzulesen – mit einer Pressemitteilung mit dem Titel „Der Champagner-Favorit kommt von Aldi“ aufmacht? Und ich frage mich auch wieso die Champagner-Produzentinnen alle zu Witwen geworden sind: Veuve Durand (Aldi-Nord), Veuve Monsigny (Aldi-Süd), Veuve Deloynes (Plus) und Veuve Clicquot (bekannter Marken-Champagner). Vor allem beschäftigt mich die Fragestellung, ob sie erst Witwen wurden und dann mit der Champagner-Herstellung begannen oder ob das umgekehrt war.

Champgner Veuve Durand
Brut Reserve
Lot: L08191BG19
Preis: 13,99
Aldi-Nord


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© Thomas Günther / weinverkostungen.de
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Aldi-Champgner Veuve Durand / Veuve Monsigny

 

10 Kommentare zu “Aldi-Champgner Veuve Durand / Veuve Monsigny”


  1. Werner Elflein
    Mittwoch, 28. Januar 2009 06:46
    1

    Hallo Thomas,
    ich habe mich bereits im Dezember mit diesem Test auseinander gesetzt, der nur so vor fachlichen Aussetzern strotzt: http://wernerelflein.de/?p=565
    Ernst nehmen kann ich diese volksverdummende Stiftung, die obendrein noch an unseren Steuergeldern schmarotzt, schon seit langem nicht mehr. Erst die skandalöse Olivenöl-Geschichte, und nun meinen die völlig Ahnungslosen, über Champagner und Sekt urteilen zu können. Zitat: „Champagner bringt natürlich zwei Vorteile. Es prickelt mehr im Glas und Sie machen mehr Eindruck bei Ihren Gästen.“ Dass am Ende eine aus Restmengen zusammengeschüttete Massenplörre auf dem Siegertreppchen landet, erstaunt in diesem Zusammenhang kaum noch. Bei Restauranttests würde dann bei der Stiftung Warentest konsequenterweise wohl McDonald’s vorne landen, weil man dort so schön Kindergeburtstag feiern kann.
    Viele Grüße
    Werner


  2. weinverkostungen.de
    Sonntag, 1. Februar 2009 14:47
    2

    Lieber Werner,
    mit dem Artikel hat sich die Stiftung Warentest blamiert. Normalerweise begründen die ja die Tatsache, dass die Waschmaschienen, Staubsauger und Springbrunnen testen können damit, dass sie sich fachlich unterstützen lassen. Davon war in dem Artikel über der Champagner aus dem Discount nichts zu spüren. Man nehme nur solche Aussagen wie, dass eine Flasche schnell gelehrt werden soll. Fachgrecht verschlossen hält sie auch mindestens einen Tag später (solange die Perlage dann doch ansprechend ist). Die Liste der Fehler und Irrtümer könnte man noch weiter fortsetzen.


  3. Champagner von Aldi - Die Stiftung Warentest testet | Deluxe Blog
    Freitag, 20. März 2009 04:34
    3

    […] man auf: http://weinverkostungen.de/aldi-champgner-veuve-durand-veuve-monsigny/ und auf http://www.weinkaiser.de/?p=341 nachlesen kann sind deren Blind Verkostungen weitaus […]


  4. boris maskow
    Sonntag, 24. Mai 2009 14:14
    4

    champagnerwitwen gab und gibt es in der champagne viele. die berühmteste ist nicole barbe ponsardin, die berühmte veuve clicquot. aber auch louise pommery und lily bollinger waren witwen, die, für die damalige zeit ungewöhnlich und bis heute zu recht in hohen ehren gehalten, die geschäftsführung der champagnerhäuser übernahmen. im champagnergeschäft waren sie in aller regel schon vorher, aber eben entsprechend der zeit mehr in zweiter reihe.
    eine der bekanntesten heutigen witwen ist wahrscheinlich carol duval, nicht ganz unbekannt ist auch devaux von der aube.
    dass die billigheimer sich an den witwen-namen dranhängen, ist deshalb nicht erstaunlich. er ist sehr positiv konnotiert, ungeschützt und verspricht im gegensatz zu bezeichnungen wie reserve, selection, premium, classique oder royal nicht unmittelbar überlegene qualität.


  5. alexandr claudius
    Samstag, 2. Januar 2010 21:37
    5

    Hallo Thomas,
    es wäre gut, wenn du auch deine, gegenüber den Besoffkies der Stiftung Warentest, bestimmt viel fundierteren Artikel nochmal korrekturliest, bevor du sie ins Internet stellt. Ansonsten übe man Nachsicht mit den subventionierten Testern – vielleicht haben sie lediglich nicht ans Ausspucken-und-Brot-fressen gedacht, sondern das ganze Zeug einfach weggesoffen, da sie es nicht selbst bezahlen mussten. Bin einigermassen zufrieden nach einem ‚gelehrten‘ Kegel V.D., den/die/das ich – zu meiner Entlastung – nicht bei A.L.D.I. gekauft habe (weilickdaniehinjehe!) hier gelandet. Cheers…
    Cheers.


  6. jens
    Samstag, 30. Januar 2010 19:59
    6

    bei den oftmals verglichenen beiden Aldi-Marken Veuve Durant = classische Champagner und der Marke Monsigny = rose vergleicht man Äpfel und Birnen. Wie auch zwischen dem russischen (noch sowjetischen) Krimskoje und dem russischen roten Krimskoje (auch als Dosenöffner bezeichnet)
    ein Unterschied besteht, auch zwischen der Veuve Durant und der Marke Mossigny.
    Die Veuve Durant (MA = Marque auxilliar) wird je nach Charge als Zweitmarke eines Handelshauses,(NM = Negociant manipulante)produziert. oftmals auf den Flaschen declariert: elabore par NM … a……
    = Hergestelle durch NM…………in …….(Ortangabe)
    Aber: oftmals findet man die folgende nummer:
    MA 2735-xx-00171 dann ist die 171 der NM also die Hautpmarke eines Handelshauses.

    Wer nun die Nummern der NM kennt, kennt auch den realen Hersteller des Champageners der gerade verkauft wird.


  7. Weinvergleichstest Nr. 7: Aldi-Süd Champagner Rosé gegen Jacques Crémant de Bourgogne Rosé | Weinvorstellung | Rezepte mit Bildern für die anspruchsvolle Hobbyküche
    Mittwoch, 12. Januar 2011 06:00
    7

    […] der Veuve Durand, wird in Tests deutlich kritischer beurteilt, z.B. beim viel gelesenen Wein-Blog weinverkostungen.de und bei Stiftung […]


  8. Witwen, Schaumschläger und der Dom |
    Freitag, 18. März 2011 15:20
    8

    […] Günstigem aus der Champagne verstehe. Thomas Günther von Weinverkostungen.de hatte sich aber dazu hier schon ausführlicher geäußert. In diesem Falle empfehle ich eher einen guten Winzersekt für 10-15 […]


  9. Matthäus
    Freitag, 28. Oktober 2011 08:57
    9

    Hallo,

    @jens: Ich weiss, Ihr interessanter Kommentar ist schon etwas älter, aber wo kann ich mehr über die Chargennummern bei Wein erhalten?

    Vielleicht kann ich auch einen diesbezüglichen Artikel bei weinverkostungen.de anregen?

    Freundliche Grüße

    M.


  10. weinverkostungen.de
    Freitag, 28. Oktober 2011 09:31
    10

    Hallo Matthäus,
    über die Kennzeichnng von Chargen gibt es keine festgelegten Regeln. Sie dienem dem Hersteller sein Produkt verfolgen zu können und z.B. bei Reklamationen von einem Produkt den Lieferweg und das Produktionsdatum überprüfen zu können. Falls nötig kann auch eine Charge wegen Fehlern zurück gerufen werden.

    Dies hat nichts mit den AP-Nummern in Deutschland zu tun. Diese sind weinrechtlich festgelegt.