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Grüne Hölle Cuvee trocken

Es gibt mehrere traditionelle Lagenangaben mit dem Beinamen Hölle. In der Pfalz oder auch im Rheingau kommt so etwas schon mal vor (z.B. Johannisberger Hölle, Assmannshäuser Höllenberg). Dabei hat die Hölle meistens keinen religösen Hintergrund, sondern leitet sich vom althochdeutschen Wort für Steilhang/Halde her (Helda). Bei der grünen Hölle hier scheint es sich aber nicht um eine Lagenbezeichnung zu handeln, sondern um eine Charakterisierung durch die Winzer. Dabei regt der Verschluss erst einmal diabloisch auf. Erst muss man das stinkende Plastik entfernen (immer wenn man da schneidet oder reißt entfaltet sich ein Geruch, der abscheulich an alle Chemieunglücke dieser Erde zusammen erinnert), dann zeigt sich darunter ein Schraubverschluss niedriger Qualität mit dem nicht mehr zeitgemäßen Kunststoffeinsatz. Doch zu den inneren Werten.

Der Wein hat im Glas leicht grüne Reflexe. Geschmacklich ist er ganz interessant. Erst mal ist da etwas von einem auf Asphalt verbrannten Gummi. Was? Wie? Muss wohl eine AUTOsuggestion gewesen sein (vom Etikett her kommend; aber wir wollen ja hier nicht zu Etikettentrinkern werden). Ist beim genauen riechen gar nicht wahrzunehmen. Vielmehr sind da eine reife Kiwi und eine Banane (etwas künstlich wie bei den Schokobananen). Die Säure macht einen schwungvollen Eindruck. Für eine Literware ist das alles ganz passabel soweit. Gutes Preis-Genuss-Verhältnis. Die Rebsorte ist nicht angegeben. Es kann ein sehr hoher Rieslinganteil angenommen werden. Wie die Menschen auf die Hölle kommen, ist mir allerdings bezüglich des Inhaltes schleierhaft (Vorsicht Wortspiel wegen der arabischen Typografie in grün-weiß auf dem Etikett). Sicherlich ist da eine kräftige Säure. Vom Fegefeuer ist das ganze aber weit entfernt.

Grüne Hölle Cuvee trocken
Mosel
Erzeuger: Vertrieb Rotweiss (Erzeugerabfüllung)
A.P.Nr: 3 538 011 06 07
Inhalt: 1,00
Alkohol: 11,5 %
Jahrgang: 2006
Einkaufspreis: 5,70 €
Verschluss: Schraubverschluss mit Kunststoffeinsatz
Quelle: Fachhandel


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© Thomas Günther / weinverkostungen.de
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Grüne Hölle Cuvee trocken

 

3 Kommentare zu “Grüne Hölle Cuvee trocken”


  1. Philipp
    Sonntag, 6. Mai 2007 07:24
    1

    Das Etikett sind ja mal interessant aus. Nettes Design für einen Wein.


  2. tbee
    Sonntag, 6. Mai 2007 22:14
    2

    Also bei so einem Wein würde ich doch den Etiketten Trinker raushängen und ihm in Regal stehen lassen. Der schreit mir zu sehr: schau mich an Kauf mich bin cool hipp designed…
    Wenn schon Hölle dann wenigstens den: http://www.wein-plus.de/deutschland/weinshow.html?rec_number=68141&pict_type=k von dem Weingut http://www.weingut-sauer.com/ unheimlich leckerer Bio Riesling


  3. weinverkostungen.de
    Montag, 7. Mai 2007 20:41
    3

    Hallo,
    da ist ja eine riesige Wissenslücke bei mir offenbar geworden. Die Grüne Hölle meint natürlich die Nordschleife des Nürburgring. Für Autosport habe ich mich eben noch nie interessiert. Der Name hat seinen Hintergrund darin, dass nach einem langweiligen, schweren und dumpfen Chardonnay als Gegenpool spontan ein spanendes Gemisch aus Elbing und Rivaner entstand. Dies war in der Boxengasse. Das ging dann in Serie. Danke Hansi für die Infos.

    @tbee: Sicher, der Wein fällt auf und hat ein sehr modernes Design. Ich denke nur, dass wenn ein Wein keine alte Geschichte hat, es besser ist, sowas nicht zu erfinden, wie dies z.B. für viele Weine aus der neuen Welt gemacht wird ( http://weinverkostungen.de/trivento-tribu-malbec-mendoza/ ). Eine vorgetäuschte Idylle stört mich auf den Weinflaschen meißt mehr, als ein jugendlich-dynamisches Design. Ganz wichtig sollte aber auch der Inhalt sein.

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