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Peter Lehmann Barossa Shiraz

Im vergangenen Jahr wurde der Barossa Shiraz von Peter Lehmann von der Zeitschrift Weinwirtschaft als “Bester Wein aus Übersee” bezeichnet. Das fand ich schon damals etwas seltsam. So ist dieser Wein in der weltweiten Vermarkung doch für das höhere gefällige Segment in Supermärkten gemacht. Die Wildcard-Linie von Peter Lehmann ist etwas günstiger. In der Vergangenheit hatte ich den Unoaked Chardonnay und den Cabernet Sauvignon/Merlot verkostet. Besonders der Wildcard Chardonnay ist aus meiner Sicht besser als der Barossa Chardonnay. Und das obwohl er günstiger ist. Der Wildcard Chardonnay ist eben einfach frischer und filigraner.

Doch nun zum Barrosa Shiraz von Peter Lehmann. Der Rotwein ist dunkel im Glas mit einem bräunlich-violetten Rand. In der Nase ist Caramel mit etwas Zimt. Auch im Mund geht das in diese kitschige Richtung. Neben dem Caramel ist beim Barrosa Shiraz von Peter Lehmann etwas Nougat wahrzunehmen. Das ist die schöne-neue-Kitschwelt aus Übersee. Wenn man nur niemanden weh tun möchte, kommt so etwas bei rum. Einen Tag später ist der Barrosa Shiraz von Peter Lehmann etwas interessanter, da die Säure etwas mehr spürbar ist und so den Wein interessanter macht. Der Shiraz aus der Wildcard-Line von Peter Lehmann ist aus meiner Sicht wesentlich besser. Von wegen “Bester Wein aus Übersee”. Was hat da nur die Zeitschrift Weinwirtschaft geritten?

Peter Lehmann Barossa Shiraz
Australien
Erzeuger: Peter Lehmann / Hess Family
Inhalt: 0,75
Alkohol: 14,5%
Jahrgang: 2006
Einkaufspreis: 10,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel


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© Thomas Günther / weinverkostungen.de
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Peter Lehmann Barossa Shiraz

 

3 Kommentare zu “Peter Lehmann Barossa Shiraz”


  1. Petra Schmitz
    Freitag, 25. Februar 2011 13:02
    1

    Warum so böse? Ich finde den Wein einfach total lecker und überhaupt nicht “kitschig”. Ziemlich arrogant, deine Schreibe …


  2. Thomas Günther
    Freitag, 25. Februar 2011 20:10
    2

    Guten Tag Frau Schmitz,
    ich bin mir nicht sicher, was Sie mit “arrogant” meinen. Ich denke schon, dass man ein Urteil formulieren sollte, was über “schmeckt mir” oder “schmeckt mir nicht” hinausreicht. Begrenzt darauf wäre die Weinkritik ziemlich arm dran.

    Das Problem an diesem Wein ist ja nicht, dass er irgendwie schlecht ist. Er ist vielmehr caramelig-schokoladig so gemacht, dass er vielen Leuten schmeckt. Die Ecken und Kanten fehlen. Ich finde solche Weine langweilig. Und bei der Kategorie “Bester Wein aus Übersee” fällt mir so einiges ein, was ich als besser einstufen würde.

    Viele Grüße
    Thomas Günther


  3. Rudi Mente
    Freitag, 12. Oktober 2012 21:13
    3

    Guten Abend,

    heute habe ich eine 2006er Flasche Lehmann Barossa Shiraz entkorkt und verkostet.

    Ich kann Herrn Günther nur zustimmen – im ersten Moment ist man von der Gefälligkeit des Weins überrascht. Nach anfänglicher Freude erscheint der Wein direkt darauf weichgespült was schlussendlich in Langeweile gipfelt.

    Man vermutet hinter dem Barossa Shiraz eher das “Produkt” von “industriellen” Geschmacksdesignern erzeugt in riesigen Edelstahltanks mit Eichenspänen, denn ein handgemachter Wein von echten Winzern aus Eichenfässern im Keller.

    Vergleichbare “Geschmackserlebnisse” hat man bisweilen auch bei dem aktuellen Trendgetränk Whisky – welcher nach aktuellem Zeitgeist und Geschmack komponiert wird.

    Mit freundlichen Grüßen.