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Archiv für die 'Allg. Begriffe' Kategorie

Methode Cap Classique

Samstag, 18. Dezember 2010

Methode Cap ClassiqueDie Methode Cap Classique ist eine Bezeichnung, die in Südafrika für Sekt mit zweiter Gärung verwendet wird. Seit 1992 existiert die Vereinigung Cap Classique Producers Association (CCPA), die sich für diese traditionelle Methode einsetzt. Der Name Methode Cap Classique ist bewusst französisch gehalten, da diese Schaumweine an die Champagne und den Begriff Méthode Champenoise erinnern sollen. Dieser ist jedoch verboten. Bei diesen Schaumweinen aus Flaschengährung werden häufig Rebsorten wie Sauvignion Blanc, Chenin Blanc eingesetzt. Der Kaapse Vonkel Brut von Simonsig nach der Methode Cap Classique besteht aus den selben Rebsorten, die auch in der Champagne verwendet werden: Pinot Noir (49%), Chardonnay (45%) und Pinot Meunier (6%). Das Ergebnis könnte man in einer Blindverkostung durchaus für einen Champagner halten.

Korkbrand

Dienstag, 12. Oktober 2010

Korkbrand Mit Korkband wird die Beschriftung auf den Korken von Wein oder Sekt bezeichnet. Diese ist entweder eingebrannt oder aufgedruckt. Meistens ist durch den Korkbrand auf der Seitenfläche des Korkens das Weingut angegeben. Es finden sich auch Angaben wie Ort, Anbaugebiet, Verbandszugehörigkeit des Weinguts, Los- oder Lotnummern, AP-Nummer, Klassifizierung des Weins, Alkoholangaben, Jahrgangsangaben oder Lagenangaben. In Bordeaux ist es üblich den Jahrgang oben und unten durch Korkbrand zu kennzeichnen. Dies hat den Hintergrund, dass einzelne Jahrgänge stark im Preis unterschiedlich sein können und so mit eine höhere Fälschungssicherheit gegeben ist.

In einigen Ländern und Anbaugebieten bestehen auch Vorschriften über Form und Inhalt des Korkbrands. Mit ihm soll die Original- bzw. Erzeugerabfüllung geschützt werden. Auch in Deutschland wurde noch vor über 100 Jahren ein Konflikt um den Korkbrand geführt. Mit ihm haben sich die qualitätsorientierten Weingüter (wie später im VDP) durchgesetzt ihre Weine ausschließlich selbst auf dem Weingut zu füllen.

Recioto di Soave Classico

Freitag, 19. März 2010

Der Recioto di Soave Classico ist ein Dessertwein aus Italien. Im Gebiet Soave Classico wird er aus den Rebsorten Garganega (mehr als 70%, aber auch bis 100%), Trebbiano di Soave, Chardonnay und Pinot Bianco erzeugt. Nach dem taditionellen „appassimento“-Verfahren werden die Trauben des Recioto di Soave Classico auf Strohmatten getrocknet. Dadurch und durch Edelfäule entsteht eine Zucker- und Fruchtkonzentration. Recioto di Soave Classico ist häufig kräftig Stroh- bis Goldgelb im Glas, samtig rund und weich und enthält Aromen in Richtung Akazienhonig, Aprikosen und Mandeln ist dabei zudem eher frisch. Er ist gut lagerfähig.

Signaturwein

Mittwoch, 20. Januar 2010

Was ist ein Signaturwein? Unter einem Signaturwein wird er Spitzenwein eines Erzeugers verstanden. Zugleich soll dieser Wein einen typischen und sehr deutlichen Ausdruck der Region enthalten aus dem er stammt. In einer anderen Verwendung des Begriffs Signaturwein soll dieser unverwechselbar den Ausdruck des Winzers oder Kellermeisters wieder spiegeln. An der undeutlichen Verwendung dieses Begriffs ist erkennbar, dass der Signaturwein keinerlei weinrechtliche Relevanz hat. Vielmehr wird er im Marketing verwendet. Ähnliche – jedoch auch vom Signaturwein zu unterscheidende Begriffe – sind die Iconwines oder Premiumweine.

Weinzehnt

Montag, 21. September 2009

Der Weinzehnt war eine bis ca. 1800 gebräuchliche Form des Kirchenzehnts. Er wird auch “Nasser Zehnt” genannt, da die Abgabe an die Kirche in From von abgefüllten Flaschen geschah. Der Weinzehnt war regional unterschiedlich ausgeprägt und Wandlungsprozessen unterzogen. In der Pfalz gibt es jedes Jahr immer zu Pfingsten das Loblocher Weinzehnt. Dabei wird die Abschaffung des Weinzehts im Jahre 1798 gefeiert.

Angstwein

Samstag, 19. September 2009

angstweinEs gibt tatsächlich regelrechten Angstwein. Jeder Weintrinker kennt dies. Man hat eine Flasche Wein erworben, lange eingelagert, geschenkt bekommen oder einfach nur noch so herumliegen. Dann fragt man sich: Kann man den noch, oder überhaupt trinken? Mit solch einem Angstwein hatte ich es vor einigen Tagen zu tun. Die Geschichte sei im folgenden schnell erzählt.

Ich kaufte mir also diesen Chardonnay von Fetzer aus einem Angebot bei einem Weinhändler. Im Prospekt war der aktuelle Jahrgang des Weins abgebildet, also 2008. So überprüfte ich beim Kauf des Chardonnays gar nicht den tatsächlichen Jahrgang. Auf der Rechnung stand dann auch 2008 und so tippelte ich unwissend in meinem Gepäck mit einem Angstwein nach Hause. Als ich Tage später meinen Einkauf besah, fiel mir auf, dass dieser Wein von Fetzer den Jahrgang 2005 trägt.

Ein banges Rätzelraten folgte. Ist er noch genießbar? Soll ich den Wein zurückbringen und umtauschen? Soll ich ihn erst probieren und wenn er nicht mehr in Ordnung ist, beim Händler wieder abgeben und um Ersatz bitten? Da ich in dem Laden eigentlich sehr ungern einkaufe und die Kulanz sowie Bereitschaft bei berechtigter Reklamation Ersatz zu leisten dort als sehr gering einschätze, habe ich mich zum Öffnen der Flasche entschlossen. Und siehe da: Dieser Angstwein ist noch topfit.

fetzer chardonnaySicherlich sind leichte Reifetöne zu erkennen. Bei einem vollen, ja fast schon fetten Übersee-Chardonnay ist das aber gar nicht negativ. Nun kann man sich sicherlich über die Prognose für einen solchen Wein streiten. Ich halte eine geringe Sorge in einem solchen Fall doch zumindest für berechtigt. Es gibt zwar auch Eisweine aus Chardonnay mit erheblicher Lagerlange, die Mehrzahl der Weine aus dieser Rebsorte sind jedoch kaum mehr als zwei Jahre nach Füllung noch zu gebrauchen. Ich bin jetzt jedenfalls eine Sorge und gleichzeitig einen Angstwein los: Die Flasche Valley Oaks Chardonnay von Fetzer ist nun leer.