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Edition Fritz Keller Pinot Rose Sekt Brut

Sonntag, 8. April 2012

Edition Fritz Keller Pinot Rose Sekt BrutAn Aldi scheiden sich die Geister. Manche meinen, dass der Weinverkauf dort den (Fach-)Handel und die Preise ruiniert. Der Discount ist vollkommen zur Glaubensfrage geworden. Einige malen den Teufel an die Wand, andere laufen wie Jünger in diese Läden. Die Wahrheit liegt häufig dazwischen. Aldi hat mit seinen Dauerniedrigpreisen in den letzten Jahren einiges einstecken müssen. Vor allem das dort fehlende Thema Aktion übte Druck aus. Dabei hat Aldi-Süd in ihrem Standardsortiment im Bereich Wein in den vergangenen Jahren einige verlässliche Größen eingebaut. Dies liegt im Trend der Sortimentsausweitungen der Discounter. Ein fester Bestandteil bei Aldi-Süd ist inzwischen die Edition Fritz Keller.

Die Idee der Edition Fritz Keller ist gar nicht so neu. So beruft man sich auf die Tradition des Bauhauses. Dabei sollte vor dem Hintergrund der Industrialisierung eine Rückbesinnung auf das Kunsthandwerk stattfinden. Das ist vor dem Hintergrund industrialisierter Produktion von Wein ein durchaus interessanter Entwurf. Doch zurück zur Edition Fritz Keller. Uns geht es im folgenden um den Pinot Rose Sekt Brut. Auf dem Etikett ist eine Lithografie von Paul Klee mit dem Namen „Aristophanische Komödie“ aus dem Jahr 1918 abgebildet.

EditionBei dem Pinot Rose Sekt Brut aus der Edition Fritz Keller handelt es sich um eine Flaschengärung. Sie zeigt sich in einem strahlenden lachsrosa im Glas. Die feine Perlung bleibt recht lang präsent. Dieser Sekt Brut aus Pinot Noir bringt Himbeeren in der Nase. In der zweiten Nase sind wenig süße Erdbeeren. Der Gaumen ist bei diesem trockenen Rosesekt aus der Edition Fritz Keller eher frisch und leicht mit einer geprägt. Eine dezente Würze tritt im Nachhall auf.

Also manchmal überlege ich schon fast in den Süden Deutschlands zu ziehen. Generell scheint man dort mehr von Genuss zu verstehen. Und es gibt dort auch Aldi-Süd mit der Edition Fritz Keller. Ich bin mir nicht sicher, ob Discounter im Norden Deutschlands den Mut hätten eine Flaschengärung für 9,99 in das Sortiment aufzunehmen. Aber diese Momente gehen auch schnell wieder vor rüber. Da beleibe ich lieber hier und gehe eben zum Fachhändler. Der hat – wenn er gut aufgestellt ist – auch guten Sekt in ähnlicher Preislage im Sortiment.

Noch eine kleiner Tipp zum Schluss: Dieser Sekt aus der Edition Fritz Keller trägt hier den Jahrgang 2010. Und Aldi-Süd verkauft eigentlich selten alte Ware. Man kann sich auch noch die AP-Nr auf der Rückseite der Flasche absehen. Die letzeten beiden Zahlen sind das Jahr. Hier ist es eine 12 für 2012. Diese Zahl sollte das jetzige Jahr sein oder evtl. ein Jahr zurück sein. In diesen Fall handelt es sich um ganz aktuelle Ware. Alles andere würde ich bei diesem Sekt nicht kaufen.

Edition Fritz Keller Pinot Rose Sekt Brut
Baden
Hersteller: Vitis-Projekt GmbH Essen; versektet in Augen
A.P.Nr: 1067 201 12
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12%
Jahrgang: 2010
Einkaufspreis: 9,99 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Aldi-Süd

Jede zweite Flasche Sekt in Aktion verkauft

Donnerstag, 12. Januar 2012

Jede zweite Flasche Sekt in Aktion verkauftDer Knall der Silvesterkorken ist verklungen. Bei der eintretenden Stille kann man sich über die Entwicklung auf dem Sektmarkt einmal etwas Gedanken machen. Und zwar stellt eine aktuelle Untersuchung der GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) fest, dass inzwischen mehr als jede zweite Flasche Sekt über Aktionen verkauft wird (50,7%). Vor acht Jahren war es lediglich jede dritte Flasche (2003: 32,8%). Zudem kann man beobachten, dass der Abstand zwischen Aktions- und Normalpreisen deutlich zunimmt. Bei einigen Sorten von deutschem Markensekt liegt dieser Preisabstand nicht selten bei über 30%. Bei solch einem Abstand besteht nach Ansicht einiger Beobachter die Gefahr, dass der Normalpreis nicht mehr so leicht vom Endverbraucher akzeptiert wird.

Aber es gibt auch gute Nachrichten der Welt des Sekt. So konnte 2011 die verkaufte Menge gegenüber dem Vorjahr um 3,7 Prozent gesteigert werden. Die Wertsteigerung hing mit 3,5 Prozent leicht hinterher. Das bedeutet es wurde etwas preisgünstiger verkauft als noch 2010. Ganz anders sieht es beim stillen Wein aus. Hier war ein Mengenrückgang um 2,6 Prozent zu verzeichnen. Grund hierfür sind in den recht geringen Erntemengen in Deutschland im Jahr 2010 zu sehen. Zugleich erfuhr der Weinabsatz in der Bundesrepublik einen Wertzuwachs von 1,6 Prozent. Dies kann auch als Indiz dafür gesehen werden, dass es den deutschen Weingütern gelang den Jahrgang 2010 teurer zu verkaufen.

Doch zurück zum Sekt: Der deutliche und kontinuierliche Anstieg des Anteils des Verkaufs über Aktionen ist erklärungsbedürftig. Von Seiten der Verbraucher führen offensichtlich zwei Gründe zu so einer Entwicklung. Zum einen sind Endverbraucher in den letzten Jahren wesentlich preissensibler geworden. Da hat die Wirtschafts- und Finanzkrise sicherlich ihren Beitrag zu geleistet. Sicherlich möchte man immer das Selbe einkaufen wie sein Nachbar, nur eben weniger als er dafür bezahlen. Werbekampagnen wie „Ich bin doch nicht blöd“ haben diese Einstellung auch beim Käufer von Sekt unterstützt.

Jede zweite Flasche Sekt in Aktion verkauftZudem möchten Kunden nicht mehr nur normale und gleich bleibende Standardsortimente. Es soll irgendetwas passieren. Dass es dann jedoch ausgerechnet der Preis ist, ist gerade bei einem so lebendigen Produkt wie Sekt schon etwas seltsam. Dies scheint doch eher eine Folge von Ideenarmut auf der Seite der Produzenten und/oder der Vermarkter zu sein. Denn Sekt im richtigen Rahmen präsentiert kann wesentlich mehr erzählen als es das häufig derzeit tut. Soll so ein lebensfrohes Produkt wie Sekt tatsächlich in diesem Ausmaß bzw. fast ausschließlich diese sehr einfachen Bedürfnisse von Endverbrauchern bedienen?

Auch deutscher Sekt könnte neue Bezüge zum Lifestyle aufbauen. Aber gerade dies hat man in den vergangenen Jahren unterlassen. Vielmehr jagte eine Niedrigpreisaktion die nächste. Nicht zuletzt setzte sich die Industrie dadurch selbst in der Erzeugung unter Preisdruck und stand in der Debatte um die Zusetzung von Kohlensäure in den Sekt recht hilflos da. Lapidar hieß es da mancherorts: Das sei eben nicht zu vermeiden, wenn man den Sekt aus dem Edelstahltank presst. Gerade diese Geschichte zeigt, dass sich vor allem die Industrie in einen Preiskampf begeben hat, der nur noch schwer zu stoppen ist.

Einen Ausstieg muss die erzeugende Industrie jedoch selbst finden. Wenn man sieht, wie gut sich Champagner in den vergangenen Jahren entwickelt hat – dabei erst die zu geringen Mengen gegen über der Nachfrage aus Asien und dann schlagartig die Herausforderungen der Weltwirtschaftskrise gemeistert wurden – oder wie Flaschengärungen über den Namen Cremant in den letzten Jahren immer beliebter wurden, kann man sich vorstellen, dass auch beim Sekt neben der Aktion einiges möglich sein könnte. Nur Einsicht und Wille fehlt. Da ruht man sich gerne auf einem Mengenwachstum aus.

Nachtrag: Bei den Daten der GfK wurde über die Jahre lediglich der Zeitraum Januar bis September berücksichtigt. Die Rabattschlachten zum Jahresende – wie sie auch 2011 zu beobachten waren – wurden in den Zahlen also nicht berücksichtigt.

Gutes Jahr für Rotkäppchen-Mumm

Dienstag, 30. März 2010

Die Rotkäppchen-Mumm Sektkellerei kann auf des Jahr 2009 sehr erfreut zurückblicken. So wurde der Umsatz auf 778 Millionen Euro gesteigert (plus 5 Prozent). Der Gesamtabsatz aller Sektsorten, Weinen und Spirituosen den Hauses Rotkäppchen-Mumm betrugen im vergangen Jahr 211,9 Millionen Flaschen (plus 6,6 Prozent). Zugleich wurde der Marktanteil der Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien im deutschen Sektmarkt 3,2 Prozent ausgebaut und beträgt nun 46,5 Prozent.

„Wir wussten vor zwölf Monaten natürlich noch nicht, wie sich in Anbetracht der schwierigen wirtschaftliche Gesamtsituation in Deutschland das Konsumverhalten der Verbraucher entwickelt und auf den wirtschaftlichen Erfolg unseres Hauses auswirken wird. Mit den jetzt vorliegenden Zahlen für unser Haus sind wir unter diesen Aspekten deshalb insgesamt zufrieden. Das Ergebnis ermöglicht uns einen zwar verhaltenen, aber durchaus optimistischen Blick in die nahe Zukunft.“, so Gunter Heise, geschäftsführender Gesellschafter und Sprecher der Geschäftsführung der Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien.

Sekt: Geisenheimer Mönchspfad Riesling Brut

Freitag, 1. Januar 2010

Winzersekt ist immer etwas besonderes. Qualitativ ist in diesem Segment die eine oder andere positive Überraschung zu machen. Zudem bieten Winzersekte eine gute Alternative zu den Markensektsorten. Guter Winzersekt ist zwar teurer als Mumm, Henkel und Co, bringt aber zugleich wesentlich mehr Individualität ins Spiel. Hier gibt es nun einen Sekt des Weinguts Allendorf aus dem Reingau aus der Lage Geisenheimer Mönchspfad. Diese befindet sich oberhalb von Geisenheim und westlich vom Schloss Johannisberg.

Der Boden des Geisenheimer Mönchpfad besteht aus Taunusquarzit, welches mit Mergel und Löss überzogen ist. Die Lage ist etwas mehr als 100 Hektar groß, von denen jedoch nur knapp 80% mit Reben bestockt sind. Doch nun zum Riesling Brut aus dem Geisenheimer Mönchspfad. Im Sektkelch zeigt er sich mit helle gelber Farbe und dezenter Perlage. Diese ist fein, aber nicht sehr intensiv. Es sind Fruchtanklänge von Pfirsich und Apfel zu schmecken. Dieser Geisenheimer Mönchspfad ist eher Kurz, bringt aber einen angenehm frischen Nachhall. Für 9 Euro ist das ein gelungener Riesling-Sekt. Fragt man sich nur noch, wieso gerade aus dem Mönchspfad so häufig Sekt erzeugt wird. Hat das etwa mit anderen Mönchen zu tun?

Allendorf Geisenheimer Mönchspfad Riesling Brut
Rheingau
Erzeuger: Weingut Fritz Allendorf
A.P.Nr: 27001053 09
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12,5%
Jahrgang: 2008
Einkaufspreis: 9,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel

Farbwechsel beim Fürst von Metternich Rose

Dienstag, 10. Februar 2009

Farbwechsel beim Fürst von Metternich RoseIn den letzten Wochen fand ein enormer Farbwechsel beim Fürst von Metternich Rose statt. Dieser Sekt ist 2008 sehr erfolgreich gewesen, was nicht nur am Rose-Boom beim Sekt liegt. Auf dem Bild sieht man links die alte Farbe des Fürst von Metternich Rose. Die alte Flasche war eher orange mit leicht braunen Tönungen. Aktuell hat der Fürst von Metternich Rose eine hell-rötliche Farbe bekommen (rechts im Foto). Ehrlich gesagt bzw. jetzt hier geschrieben: Mir ist die neue Farbe lieber.

Zugleich ist ein so deutlicher Farbwechsel problematisch. Kunden wollen bei einem Sekt wie dem Fürst von Metternich Rose Stabilität im Aussehen und Geschmack. Farbliche Stabilität ist besonders beim Rose schwierig. Man beobachtet doch immer wieder bei Rose-Weinen eine Veränderung der Farbe beim Jahrgangswechsel.

Fürst von Metternich Rose mit neuer Farbe

Jedoch kann ich mich auch an eine geschmackliche Abweichung bei Verkostungen im Abstand von zwei Jahren des trockenen Riesling-Sekt von Fürst von Metternich erinnern. Während er vor mit einiger Zeit fett-fruchtig (also etwas überbetont) vorkam, war er letztens fast schon filigran. Ich hatte diese unterschiedlichen Wahrnehmungen – bevor ich den Farbwechsel beim Fürst von Metternich Rose sah – auf meine Tagsform zurückgeführt.

Man kann sich fragen, ob dieser starke Wechsel bei Fürst von Metternich bezweckt ist oder ob er in einer Unfähigkeit besteht über die Jahrgänge hinweg eine bestimmte Stabilität zu gewährleisten. Schließlich ist ja jede Verkostungsnotiz und jede Bewertung oder Auszeichnung eines Sekts hinfällig, wenn deutlich wahrnehmbare Abweichungen auch nur im Aussehen stattfinden. Schließlich wirken sich auch die optischen Eindrücke auf das Geschmacksempfinden aus.

Sektmarkt 2008 schließt uneinheitlich

Dienstag, 20. Januar 2009

Der deutsche Sektmarkt schließt das Jahr 2008 uneinheitlich ab. Es war gekennzeichnet von der Duchsetzung von Preiserhöhungen bei einigen Marken (z.B. Henkel trocken, Söhnlein Brilliant). Dies straften einige Handelsketten ab. Zugleich profitierten andere Sekthersteller mengenmäßig vom Verkauf im Discounter Lidl (z.B. Kupferberg). Nach Brancheninformationen spricht man von einem Plus im Absatz von bis zu fünf Prozent im deutschen Sektmarkt. Hier ist der recht neue Fürst von Metternich Rose hevorzuheben. Besoders erfreut ist man auch bei Freixenet. Dort konnte der Absatz um ca. 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht werden.

Besonders die Rose-Sekt-Sorten zogen stark an. Was die Absatzzahlen für Umsatz und Gewinn bedeuten, ist noch abzuwarten. Anzeichen der Wirtschafts- und Finanzkrise sind erst zum Jahresende eingetreten. Sie betreffen jedoch weniger die großen deutschen Sekthersteller, sondern eher die Champagner-Häuser. Hier kann durchaus schon im Weihnachts- und Silvestergeschäft ein Trend zum geringeren Flaschendurchschnittspreisen eingetreten sein. Preisnachlässe beim Champagner fast allen Orten. Nur durch diese konnte die Absatzmenge gehalten werden.