weinverkostungen.de

Ascheri Dolcetto D’Alba

Freitag, 10. Oktober 2008

So, es ist Freitag und damit Wochenende. Der Anlass diesen Wein zu verkosten, besteht in der ersten Internetweinprobe von Dominik Pasalic. Eigentlich handelt es sich gar nicht um eine Weinprobe, in dem Sinn, dass die Weine tatsächlich beschrieben werden. Vielmehr steht eine filmisch sehr gut umgesetzte Einkaufstour im Zentrum. Das riechen und schmecken von drei Weinen – das mich etwas an Hütchenspiele erinnert – rundet die Geschichte ab. So.

Auf jeden Fall hat der Film einen hervorragenden Spannungsbogen. Es wird eine interessante Geschichte erzählt, die keine Kopie bestehender Internetfilme ist. Hintergrund ist, dass Dominik Pasalic eine Art Internetshop aufbauen möchte. Dort will er einen Dolcetto verkaufen. Zu diesem Zweck hat er ein Muster, welches er mit zwei anderen Dolcetto’s vergleichen möchte. So. Einer stammt aus dem Fachhandel und der andere von Karstadt. Besser gesagt ist er von dem nicht unbedeutenden Erzeuger Ascheri aus Piemont. Dominik Pasalic scheint Ascheri jedoch unbekannt zu sein. Die machen wirklich einige gute Weine, wie diesen hier. So.

Ich habe mir den Wein nun auch besorgt. Er unterscheidet sich jedoch im Jahrgang. Der von Dominik Pasalic kommt aus 2005, meiner aus 2006. Da fragt man sich, wie lange er schon im Augsburger Karstadt lag (mindestens ein Jahr, maximal zwei Jahre; das ist ein schlechtes Zeichen für den Warendurchlauf, auch wenn Dolcetto im Weinhandel eher ein Randprodukt ist). Jetzt gibt es bei diesem Dolcetto gerade den Wechsel auf den Jahrgang 2007. Insgesamt wird Rotwein aus Piemont aber auch aus der Toskana aus dem Jahrgang 2006 besser bewertet als 2005. Der Jahrgang 2007 soll dem gegenüber noch einmal eine Steigerung bereithalten. So.

Meine 2006er Flasche Ascheri Dolcetto D’Alba ist jetzt auch ungefähr eine halbe Stunde offen. Der Wein ist tiefdunkel im Glas und zeigt violette Reflexe. Von den 14% Alkohol ist überhaupt nichts zu riechen. Stattdessen sind da dunkle-kleine Waldbeeren. Am Gaumen ist er jedoch leicht brandig und bringt Kaiserkirschen mit unparfümierten Veilchen. Der Nachhall ist hingegen wieder sehr harmonisch und weich. Die Länge ist hervorragend. Ganz weit hinten kommen eingekochte Sauerkirschen, die mich an meine Kindheit erinnern. Auch beim zweiten Schluck zeigt sich ein leichtes Aufbäumen dieses Dolcetto D’Alba im Mund. Insgesamt ist er jedoch ganz schmackhaft. So.

Ascheri Dolcetto D’Alba DOC
Italien – Piemont
Erzeuger: Cantine Ascheri Giacomo
Inhalt: 0,75
Alkohol: 14 %
Jahrgang: 2006
Einkaufspreis: 10,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel

bottleplot.com ist online

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Das lange Warten auf bottleplot.com hat sich gelohnt. Seit heute ist die Seite von Marlene Duffy online. Im Zentrum stehen ihre Video-Verkostungen, wie sie schon seit einiger Zeit bei youtube zu betrachten sind. Viele weitere Funktionen sind nun beim eigenen Webauftritt von bottleplot hinzugekommen. Es lohnt sich dies anzuschauen. Hier gab es ein kleines Interview mit Marlene Duffy.

“Mit der Kamera quer durch die Wohnung”

Montag, 11. August 2008

Marlene Duffy ist eine IHK-geprüfte Sommeliere mit den Stationen Bremen, Heidelberg, London, Sidney und jetzt Hamburg. Dort ensteht in ihrem Wohnzimmer der bahnbrechende und spannend gemachte Video-Blog mit dem Namen bottleplot. Diese Innovationsfreudigkeit wirft einige Fragen auf, die uns Marlene Duffy freundlicher Weise in einem Interview beantwortet.

Weinverkostungen.de:
Wie bist du zum Video-Blog gekommen? Was ist Dein Motiv bottleplot zu machen?

Marlene Duffy: Mit meinem Wein-Vlog möchte ich Leute für meine große Leidenschaft – den Wein – begeistern. Wein ist in meinen Augen ein sehr trendiges und lebendiges Thema und genauso behandle ich es bei bottleplot. Zeit die dicke Staubschicht von den Flaschen zu pusten. Mit viel Spaß und Respekt knöpfe ich mir jede Flasche vor und berichte über Herkunft, Rebsorten und den Inhalt. Meine Inspiration ist natürlich Gary Vaynerchuk mit seinem KultVlog der Thundershow – denn er spricht mir aus dem Herzen.

wvkn: Vaynerchuk ist sicherlich ein bahnbrechender Video-Blog. Er ist aber auch deutlich amerikanisch geprägt im Umgang mit Wein. Nun hast du in deiner ersten Sendung mit einem alteuropäischen Wein aus einer Ersten Lage von Heymann-Löwenstein begonnen. Wie verhält es sich mit dem Spannungsverhältniss von sehr hochwertigem Wein und einer Verständlich- und Lebendigkeit von Formaten in Musiksendern? Oder anders gefragt: Erleben wir mit dem Internet eine neue Generation von Weinfans?

MD: Das Internet ist in der heutigen Zeit nicht nur eines der wichtigsten Informations-, sondern auch Kommunikationsmedien – es verbindet Menschen rund um den Erdball. Wein, auch ein sehr kommunikatives Mittel – denn er bringt Menschen in geselliger Runde zusammen- kann dort nicht wie z.B. im Fernsehen nur passiv wahrgenommen werden. Wir tauschen aktiv Meinungen aus, kommentieren und diskutieren – und bilden Weincommunities.

Oft wird das Thema Wein sehr konservativ behandelt, manchmal ohne eine gewisse Natürlichkeit und Leichtigkeit. Wenn ich bei bottleplot vom Wein berichte, ganz gleich ob hochwertig oder von einfacherer Qualität, möchte ich so sprechen, als würde ich mit meinen Freunden an einem Tisch sitzen – vielleicht ein wenig schneller, denn youtube gibt mir nur 10 Minuten!

Ich habe Hochachtung vor der Arbeit der Winzer (habe einige Zeit auf dem Weingut Heymann-Löwenstein mitgeholfen – diese Weine sind sehr besonders für mich) und interpretiere ihre Kunstwerke auf meine Art. Vielleicht spreche ich damit generell eine neue Wein-Generation an, wobei das Internet natürlich in sofern eine große Rolle spielt, als dass dadurch jedem die Möglichkeit gegeben wird, ein aktiver Teil davon zu sein, egal wo man sich befindet. Außerdem würde es mich freuen, wenn es mir gelingen würde, im Internet bei Leuten Weininteresse zu wecken, die woanders noch keinen Zugang zu diesem Thema gefunden haben.


Übersicht über einige Sendungen

wvkn: Wie entwickelte sich Dein Zugang zum Wein? Gab es Personen oder Situationen die wesentlich dazu beitrugen, dass Du Dich für Wein interessierst? Und, hast Du irgend welche beruflichen Bezüge zum Wein?

MD: Seit dem Abitur habe ich in den verschiedensten Ländern in der Gastronomie gearbeitet und schon damals immer mehr angefangen, mich mit Wein zu beschäftigen. Aber wirklich infiziert mit seiner Passion für Wein hat mich Jamie Webb, mein ehemaliger Chef in Sydney, der jetzt dort das Libertine betreibt. Er hielt mir ständig Gläser unter die Nase mit den Worten “Smell! What do you smell??”. Jamie war mein erster Wein-Mentor, der mir unwahrscheinlich viel beigebracht hat.

Seitdem habe ich immer wieder an Weinseminaren teilgenommen, private Tastings organisiert und bin im Urlaub durch Weinbaugebiete gereist, um dort Winzer zu besuchen. Anfang des Jahres habe ich meine Ausbildung zur IHK geprüften Sommeliere gemacht und werde ab dem nächsten Monat auch als Dozentin an der Deutschen Wein- und Sommelierschule unterrichten.

wvkn: Der professionelle Hintergrund ist bei bottleplot erkennbar. Zugleich sind Frauen in der deutschen Weinszene immer noch deutlich unterrepräsentiert. Es gibt auch nur vier deutschsprachige Bloggerinnen, die zum Thema Wein schreiben (bei mehr als 50 deutschsprachigen Weinblogs). Wie erklärst Du Dir dies? Und was bedeutet das für Dich und Deinen Video-Blog?

MD: Die Weinwelt war, wie viele andere Branchen auch, immer eine ausgesprochene Männerdomäne, doch auch mehr und mehr Frauen arbeiten mittlerweile in Weinberufen, ob als Winzerinnen, Oenologinnen oder Sommelieren. Also die Tendenz ist sicherlich steigend; z.B. waren wir in meinem Sommelierlehrgang mit 10:7 sogar in der Mehrzahl. Ich denke, dass es nach und nach auch immer mehr deutschsprachige Bloggerinnen, die das Thema Wein behandeln, im Netz geben wird – vielleicht bestätige ich diese Theorie: Weinbloggerin Nr. 5!


bottleplot auf dem Balkon

wvkn: bottleplot erscheint ja aus Deinem Wohnzimmer. In einer der letzten Sendungen hast Du Dich schon auf den Balkon herausgewagt. Was werden wir noch erleben können (außer natürlich dem ständig unerwartbaren)? Wird es Ausflüge geben? Oder werden Gäste ins Wohnzimmer kommen?

MD: Momentan ziehe ich mit der Kamera quer durch die Wohnung und probiere aus, von wo es sich am besten Bloggen lässt – in der Küche (Nr. 7) hat es mir gut gefallen, aber ich werde noch weitere Locations in meiner Wohnung ausprobieren. Über Ausflüge habe ich schon nachgedacht; während meiner letzen Reise nach Frankreich habe ich deshalb testweise ein wenig gefilmt. Ich könnte mir gut vorstellen, ab und zu Weingüter zu besuchen und sie bei bottleplot vorzustellen. Eine lange Gästeliste für Besuche in meinem Wohnzimmer habe ich noch nicht, aber angedacht ist das auf jeden Fall.

wvkn:
Marlene, Danke für das Interview.

Internationales Weinblog-Ranking

Donnerstag, 22. November 2007

Rank /Wine Blog / Rating
1 / Vinography ……… 100.0
2 / Winelibrary ……… 99.2
3 / Fermentation …… 98.3
4 / Stormhoek ………… 98.1
5 / The Wine Collector 97.2
6 / El Bloggo Torcido 96.7
7 / The Pour ………… 96.2
8 / Winzerblog ……… 95.8
9 / Winecast ………… 94.8
10 / My Wine Education 93.9
11 / Catavino ………… 93.7
12 / Wine Camp ……… 92.5
13 / AlaWine.com …… 92.1
14 / Grape Radio …… 91.6
15 / Dr. Vino ………… 90.6
16 / Lenndevours …… 90.5
17 / Weinverkostungen 90.0
18 / Celebrate Wine … 89.5
19 / Bainbridge On Wine 89.5
20 / Spittoon ………… 87.8

AlaWine.com veröffentlichte vor wenigen Tagen eine neue Liste der internationalen Weinblogs. Dabei haben es gleich zwei deutschsprachige Blogs in die Top 20 geschafft. Das ist für Blogs in einer Sprache, die global weit hinter Englisch oder Spanisch rangiert, ein sehr gutes Ergebnis. Das sind immerhin 10%. Von den spanisch- oder französischsprachigen Weinblogs hat es keiner in die Top 20 geschafft.

Fasst alle in der Top 20 vertretenen Weinblogs waren mir zuvor bekannt und als lesenswert eingestuft gewesen. Dem Rating kann zu gute gehalten werden, dass mehrere Parameter zur Bestimmung des Punktewertes einbezogen werden. Dadurch werden die Positionen genauer. Zudem hat das den Vorteil, dass durch die Unbekanntheit der Berechnungsgrundlage die Rangliste nur schwer angreifbar ist.

Wine blog ratings are standardized composite logarithmic scores based on multiple relative link popularity rankings from three top search engines and Technorati, as well as Google page rank scores. As such, they are general quantitative ratings of popularity and do not measure quality of content or frequency of updates, which can be better determined by visiting The Wine Blogs Tasting Room.

Nachteile liegen darin, dass die Updates immer sehr lange dauern und nicht alle großen Blogs berücksichtigt werden. So fehlt von den bekannteren deutschsprachigen Blogs z.B. der Drinktank. Für mein Empfinden sind jedoch kaum Blogs oben mit dabei, die dies nicht verdient hätten. Allerdings ist die sehr kuriose Liste der nicht-englischsprachigen Weinblogs seit Anfang März diesen Jahres nicht mehr aktualisiert worden. Wenn man jedoch die internationale Liste filtert, kommt man zu einem spannenden Ergebnis.

Winzerverein Deidesheim Dornfelder 2005 trocken

Sonntag, 19. November 2006

Winzerverein Deidesheim Dornfelder 2005 trockenVom Winzerverein Deidesheim gibt es jetzt einen Rotwein. Der US-Amerikanische Videoblog (kurz Vlog) von Gary Vaynerchuk unter WineLibraryTV machte auf diesen Dornfelder gespannt. Er erhielt dort sensationelle 88 Punkte. Gleichzeitig wird dieser Dornfelder im dazugehörigen Shop für ca. 10 US$ verkauft. Ein ganz schön hoher Preis für einen Qualitätswein von einer Winzergenossenschaft aus der Pfalz. Also gings fluchs zum nächsten Händler dieses Weins. Dort gab es ihn zum offiziellen Listenpreis von 4,40 Euro. Hier soll jetzt geschaut werden, ob der Wein hält, was Vaynerchuk verspricht.

Winzerverein Deidesheim Dornfelder 2005 trocken

Der Dornfelder ist eine etwas unterschätzte Rebsorte, deren Potenzial weit über der Funktion der Färbung von helleren Rotweinen liegt. Neben dem Pinot Noir und dem Cabernet Sauvignon – in deren Schatten er steht – eignet sich der Dornfelder auch aufgrund seiner ausgeprägten Gerbsäurestuktur gut zum Barriqueausbau. Die Rebsorte ist relativ jung: Sie wurde erst 1955 gezüchtet. Farblich ist – wie zu erwarten – der Deidesheimer Dornfelder sehr dunkel, sogar fast schon Schwarz. Er hat ein intensives harmonisches Aroma. Geschmacklich zeigt er würzige und fruchtbetonte Noten, die in Richtung süße Kirsche gehen. Insgesamt hat die Winzerverein Deidesheim (165 ha) einen günstigen, guten ausgewogenen und zugleich charaktervollen Wein in die Flasche gebracht.

Die besonders gute Bewertung mit 88 Punkten kann ich mir allerdings nur damit erklären, dass Vaynerchuk erstmals einen Wein dieser Rebsorte verkostet hat. Dazu ist ihm zu gratulieren ist. Ganz gerechtfertigt sind die Punkte aber nicht, zumal es auch tatsächlich bessere Dornfelder gibt, für die auch eine höhere Punktzahl erreichbar sein sollte, was dann wiederum in Relation mit anderen Rotweinen stehen müsste. Dabei wird offenbar wie subjektiv und am Ende doch relativ wenig aussagekräftig Punktwertungen sind. Sie sagen genauso viel über den Wein aus, wie über den, der die Punkte vergibt. Dies zeigt sich auch beim Weinpapst Parker, der immer einen bestimmten Still besonders gut bewertet.

Winzerverein Deidesheim Dornfelder trocken
Pfalz
Erzeuger: Winzerverein Deidesheim
A.P.Nr: 5 106 320 092-05
Inhalt: 0,75
Alkohol: 13%
Jahrgang: 2005
Einkaufspreis: 4,40 €
Verschluss: Presskorken
Quelle: Fachhandel