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Archiv für die 'Wein zum Essen' Kategorie

Die Apfelverkostung

Donnerstag, 6. Januar 2011

Die ApfelverkostungNein, dieser Artikel hat nichts mit guten Vorsätzen zum neuen Jahr zu tun. Auch wollen wir hier nicht zum Apfelsommelier werden. Vielmehr geht es um zwei wichtige Dinge. Einerseits wird in Weinbeschreibungen häufig bei Weißweinen der Apfel als Geschmacksnote genannt und das ist zweifelsfrei in vielen Weinen auch zu finden. Zugleich können Äpfel auch sehr unterschiedlich schmecken. Das ist ähnlich wie bei den Rebsorten. Um dies zu demonstrieren haben wir uns 5 verschiedene Exemplare unterschiedlicher Apfelsorten zugelegt.

Wo fängt man eigentliche bei so einer Apfelverkostung an? Nimmt man erst die eher säuerlichen Äpfel oder die süßen? Bei Weinverkostungen ist das eine ziemlich einfache und einhellig geregelte Angelegenheit. Erst die leichten, säurearmen und alkoholarmen Weine mit wenig Restzucker und dann jeweils immer etwas mehr. Das ist bei langen Probentagen mit ca. 100 gut sortierten Weinen ganz interessant, da man den Anstieg dann irgendwann kaum noch merkt.

Aber zurück zur Apfelverkostung. Wir fangen mit den süßen Sorten an. Folgende Apfelsorten stehen zur Verkostung an: Elstar, Gala, Fuji, Braeburn und Granny Smith. Zu Beginn steht der Elstar aus Deutschland an. Der Apfel hat eine gelbe und eine rote Seite. Anders als beim Märchen Schneewittchen schmecken die aber beide gleich. Eher süß, leicht mehlig und angenehm fruchtig-saftig. Der Elstar gilt als eine Herbstsorte.

Kommen wir nun zur Sorte Gala. Er ist eher rot mit etwas helleren Streifen. Der Geruch dieser Apfelsorte ist wesentlich fruchtiger als der Elstar. Der Gala ist etwas wässriger aber durchaus mit wenig Säure und eher süßlich. Im Mund bleibt er ziemlich mehlig zurück. Auch der Gala gehört in die Kategorie Herbstsorte.

Die dritte Sorte in unserer Apfelverkostung ist der Fuji. Diese Sorte stammt aus Japan. Schon beim Anschnitt duftet er extrem süßlich. Anders als die anderen beiden Sorten ist der Fuji extrem knackig. Das ist auch kein Wunder, da er in die Kategorie Lagersorte gehört. Zugleich ist er fruchtig und säurearm. Honig im Nachhall. Äußerlich ist der Fuji hellrot mit gesetztem Gelb gestreift. Das könnte ein fetter Chardonnay mit etwas Restsüße aus dem Fass sein.

Kommen wir nun zu den säuerlichen Apfelsorten. Hier macht der halb rot halb gelbe Braeburn den Anfang. Eigentlich ist diese Sorte recht knackig. Durch eine längere Lagerung ist dieses Exemplar jedoch schon etwas mehlig geworden. Die Säure ist recht dezent und von süßer, aber leicht bitterer Frucht überdeckt. Braeburn gilt ebenso als Lagersorte.

Granny SmithDer letzte Kandidat dieser Apfelverkostung ist der Granny Smith. Giftgrün strahlt er einem entgegen. Das Fruchtfleisch ist fest und richtig knackig. Beim ersten Bissen in den Granny Smith zieht sich der ganze Mund zusammen. Eine leichte Bitternote bleibt stehen. Das ist tatsächlich ganz wie grüner Apfel. Man konnte hier einfache grasige Sauvignon Blancs als ähnlich vermuten.

Nach so eine Verkostung sei jedem empfohlen, der Weine versucht in Worte zu fassen. Man wird merken, dass der Begriff Apfel viel zu schnell verwendet wird oder die Zuweisung eines Weins zum Apfel häufig viel zu einfach passiert. Gerade eine solche Gegenprobe verfeinert die Beschreibungsmöglichkeiten und verbessert die Wahrnehmung.

Richtiger Wein zum Spargel

Dienstag, 20. April 2010

Richtiger Wein zum SpargelDie Saison für Spargel ist eröffnet. Jedes Jahr freut man sich, wenn dieses Gemüse von unten durch die Erde stößt und von eifrigen Menschen gestochen wird. Die Buden stehen an jeder Straßenecke. Man nimmt gerne ein Pfund mit nach Hause. Doch evtl. könnte man ja auch etwas dazu trinken. Und so fragen sich viele Genießer: Was ist der richtige Wein zum Spargel? Es gibt einige Kriterien für einen passenden Wein. Häufig harmonieren trockene Weißweine mit nicht zu viel Alkohol und einer eleganten Säure. „Keinesfalls darf man die reiferen, zwei bis drei Jahre gelagerten Weißweine außer acht lassen. Ihre feine Säure ist durch die längere Lagerung einfach noch eleganter eingebunden“, so Willi Klinger, Geschäftsführer der Österreich Wein Marketing (ÖWM).

Gleichzeitig ist jedoch bei der Kombination von Wein und Spargel von Botrytistönen in Richtungen von Karamell und Honig abzuraten. So kann man bei den Weinen aus Österreich zu den feinen und nicht zu pfeffrigen Grünen Veltlinern raten. Das Deutsche Weininstitut empfiehlt als richtigen Wein zum Spargel Silvaner, Weißburgunder, Grauburgunder oder Müller-Thurgau. Bei einigen Weinen der Rebsorte Riesling hingegen harmoniert die Frucht sehr gut mit dem jetzt frischem Gemüse der Saison, ergibt sich jedoch in einigen Fällen ein Problem mit der Säure. Denn Spargel hat häufig eine leichte Bitternote und diese kann sich mit einem zu kräftigen Riesling beißen.

Welcher Wein passt zum Spargel?

Jedoch ist beim passendem Wein zum Spargel immer auch das konkrete Rezept zu beachten. Wird beispielsweise würziger Schinken eingesetzt, sollte die Geschmacksdichte des Weins auch intensiver sein. Bei Weinen aus Frankreich werden zu leichteren Gerichten die Rebsorten Pinot Blanc oder Colombard empfohlen. Als richtiger Wein auch in zusätzlicher Kombination mit Fisch wie Zander oder Wildlachs wird einleichter und lebhafter Begleiter wie ein Entre-Deux-Mers, fruchtbetonter Sauvignon Blanc von der Loire empfohlen. Aber auch hier: Vorsicht vor zu kräftiger Säure.

Geht auch Rotwein zum Spargel ?

Wir haben da schon einiges probiert. Alleine aus Neugier, wie sich der Geschmack verändert. Grundsätzlich sollte jeder Mensch trinken und essen was ihm schmeck. Mit Rotwein haben wir jedoch keine guten Erfahrungen gemacht. Rose geht schon eher. Aber auch der sollte eher fruchtgeprägt sein. Weißwein ist hingegen aus unserer Sicht und Erfahrung der beste Kombination mit Spargel.

Welcher Wein zum Lamm?

Freitag, 25. Dezember 2009

Welcher Wein zum LammNicht nur zu Weihnachten sondern auch zu Ostern fragt sich: Welcher Wein passt zum Lamm? Es gibt sicherlich sehr schwierige Kombinationen von Wein und Essen. Das Lamm gehört nicht in diese Kategorie. Das Essen ist zwar kräftig und bringt eine gewisse Würze mit, aber es sind kaum verhängnisvolle Attribute vorhanden. So haben wir wieder einmal mehrere Rotweine ausprobiert und gelangen so zu unseren Empfehlungen. Weißwein haben wir in der Kombinationsmöglichkeit mit Lamm von vornherein ausgeschlossen. Evtl. kann man auch hierbei fündig werden, Grundsätzlich ist aber eher zu fruchtigen und kräftigeren Rotweinen zu raten. Ganz zufällig fällt unser Ergebnis mit einer starken französischen Dominanz aus. Also, welcher Wein passt zum Lamm?

Kombination von Wein und Speisen: Welcher Wein zum Lamm?

Erstmal sollen noch einige Worte zum Unschuldslamm verloren werden. Es handelte sich in dem konkreten Fall um eine Lammkeule, die mit Rosmarien und etwas Knoblauch gebraten wurde. Die Möhren in der Sauce bringen etwas Süße in das Essen. Dazu gibt es Kartoffeln und Bohnen. Als Wein zum Lamm wurden trockene Rotweine serviert. Unsere Wein-Empfehlung zum Lamm sind vor allem Weine von der Rhone. Es passen 100%ige Syrah der nördlichen Rhone (z.B. Crozes-Hermitage, Cornas oder Saint-Joseph) genauso wie in den Cuvees der südlichen Rhone (z.B. Chateauneuf-du-Pape, aber auch Vacqueyras). Dabei kombiniert die Würze des Grenache – wie an der südlichen Rhone häufig vorhanden – hervorragend zum Lamm. Aber auch ein besserer Cotes du Rhone kann gut zum Lamm passen, wenn er nicht zu viel Säure hat.

passender Wein zum LammWelche Weine kann man noch gut zum Lamm trinken? Zum einen sind da noch die Rotweine aus der Provence. Auch Rotweine aus Bordeaux können zum Lamm passen. Diese sollten jedoch ebenso nicht zu jung sein oder durch die verwendeten Rebsorten nicht eine zu kräftige Säure mitbringen (also nicht unbedingt viel Cabernet Franc enthalten). Ein weiteres Spektrum bei der Lamm-Wein-Kombination ist der Spätburgunder. Da ist es egal, ob er aus dem Burgund kommt oder aus den deutschen Top-Gebieten Ahr, Baden oder Pfalz. Auch hier sollte der Wein zum Lamm geschmacklich eine moderate Säure aufweisen. Besonders bei den Weinen aus dem Burgund sei empfohlen, dass sie reif sein sollten. Auch Syrah/Shiraz aus anderen Ländern kann passen. Der Tempranillo aus Spanien (z.B. Rioja) kann gut mit dem Lamm kombinieren.

Freihofer Gourmet: Aldi macht in Feinkost

Donnerstag, 26. November 2009

Aldi Freihofer GourmetMit der Serie Freihofer Gourmet hat es Aldi-Nord hat es wieder einmal auf Feinkost-Kunden abgesehen. Während der Discounter noch vor Jahren nur für billig stand, wird zunehmend versucht hochwertigere Sortimente mit vergleichsweise günstigen Preisen zu etablieren. Dies machen andere Discounter wie Lidl nicht anders. Neuster Vorstoß ist bei Aldi-Nord zu sehen. Mit der Eigenmarke Freihofer Gourmet stehen dort ca. 30 Artikel auf der Palette. Was bezweckt Aldi-Nord damit?

Wieso Freihofer Gourmet bei Aldi?

Interessant ist, dass viele der Artikel von Freihofer Gourmet klassische Winter- und Weihnachtssaisonwaren sind. Offensichtlich testet man bei Aldi dieses Hochpreissortiment erstmal in den Festtagen. Das Sortiment von Freihofer Gourmet ist auf diese Zeit abgestimmt. So gibt es z.B. in dieser neuen Eigenmarke von Aldi-Nord einige tiefgekühlte Wildgerichte. Wir haben z.B. eine Burgunder-Sauce gefunden. In der Weihnachtszeit sind die Kunden ohnehin etwas freier im Umgang mit Geld. Von Handels-Experten wird jedoch vermutet, dass Freihofer Gourmet langfristig bei Aldi-Nord etabliert werden soll. Damit könnte der Discounter versuchen, sich (ähnlich wie zuletzt REWE) mit seiner Premium-Eigenmarke stärker von den Wettbewerbern abzugrenzen. Dies stärkt nicht nur das Profil aus hochwertigerer Händler für Lebensmittel, es eröffnet auch den Weg zu neuen Kunden. Und die Marge des Händlers ist bei solchen Eienmarken in der Regel wesentlich höher als bei Markenartikeln. Da verdient der Hersteller bzw. Markeninhaber noch mit.

Zudem wird von Branchen-Kennern in den kommenden Wochen eine Werbeoffensive von Aldi-Nord für Freihofer Gourmet erwartet. Ein Ziel könnte dabei auch sein, den Preiskrieg im Lebensmittelbereich zu beenden bzw. von den für Aldi empfindlichen Bereich “Dauerniedrigpeis” hin zu das Segment “Gourmet” zu verlagern.Gerade in dem Verspechen immer der günstiste am Markt zu sein, ist Aldi in die Kritik geraten. Zum einen, weil diese niedrigen Preise auf die Hersteller weitergereicht werden. Zum zweiten ist dieses Verspechen immer schwerer aufrecht zu erhalten.

Die Burgunder-Sauce (30% Rotwein) von Freihofer Gourmet haben wir übrigens getestet. Die war gar nicht so schlecht. Klar, es ist eine Fertigsauce für unter 1 Euro (mit modifizierter Stärke, Maltodextrin, Verdickungsmittel …). Ganz so überladen wie andere ähnliche Produkte in diesem Segment, war es aber nicht. Wie gefallen Euch die Produkte von Freihofer Gourmet?

Madras Curry

Mittwoch, 18. November 2009

Madras CurryIch habe mal wieder etwas gekocht. Es handelt sich um ein Madras Curry. Das ist einfach, preisgünstig und vor allem 100% lecker. Zuvor habe ich auch andere Curry-Pasten ausprobiert. So gab es z.B. ein Tandori-Curry. Das war aber nicht so lecker. Das jetzt verwendete Madras Curry stammt von der Firma MeiAsia, die ihre Produkte als authentisch bezeichnet. Curry ist ja ohnehin das typische Essen aus Indien.

Das Madras-Curry ist eigentlich für den Wok gadacht. Den braucht man aber gar nicht. Eine normale Pfanne reicht vollkommen aus. Darin wird das Fleisch mit wenig Öl scharf angebraten. Da geht eigentlich jedes Tier, vor allem Schwein, Lamm ist etwas zu schade. Aus Rücksicht vor den Hindus habe ich Versuche mit Rindfleisch im Madras Curry weg gelassen. Geflügel eignet sich besonders gut. Diesmal ist gewürfeltes Hähnchenbrustfilet im Madras Curry. Es sollte aber sogar Fisch (was ich mir nur schwer vorstellen kann) oder Tofu möglich sein.

Dann wird der Herd deutlich herunter gedreht und die Madras-Curry-Paste kommt in die Pfanne hinzu und wird langsam mit dem Fleisch/Geflügel/Tofu vermengt. Das ist dann der Zeitpunkt, zu dem der Reis aufgesetzt werden sollte. Beim Reis finde ich Kochbeutel nicht verwerflich. Man sollte nur nicht die billigsten nehmen (49 cent für 500g oder so). Da hab ich nur schlechte Erfahrungen mit gemacht.

Wenn einem das Madras Curry zu scharf ist, kann man es nach belieben mit Joghurt vermengen. Das ist meine Eigenkreation, ich hab aber in anderen indischen Gerichten mit Curry etwas von Joghurt gelesen. Zudem wird das Madras Curry dadurch wunderbar cremig. Man serviert das Curry dann mit dem Reis. Dazu passt ein guter Gewürztraminer, wie ich hier schon mal schrieb. Diesmal war es eine trockene Spätlese aus Baden. Verkostungsnotiz folgt.

Zutaten Madras Curry (für zwei Personen):
– 200 bis 300g Fleisch, Geflügel oder Tofu
– halbe Packung Madras-Curry (ca. 140 ml)
– 1 Beutel Reis (125g)
– Joghurt nach belieben (empfohlen 2 Esslöffel)

Barolo-Käse: Testun al Barolo

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Testun al Barolo KäseEinen Barolo kann man nicht nur vorzüglich trinken. Es gibt ihn auch als Käse: Testun al Barolo nennt er sich dann. Es handelt sich um einen Hartkäse aus Schafs- und Ziegenmilch von meist frei laufenden Tieren der mit einer Hülle aus Trester des Barolo (also aus der Rebsorte Nebiolo aus dem Piemont) ummantelt ist. In der Ummantelung erkennt man schön die dunklen Beeren und die Kerne. Diese Reste des Barolo-Weins sind nicht zum Verzehr geeignet. Der Name des Käses “Testun al Barolo” leitet sich vom Dialektbegriff testado (Dickkopf) ab.

Wie schmeckt der Barolo-Käse?

Der Testun al Barolo riecht intensiv und angenehm nach etwas rosienigen und fruchtig-süßen Wein. Das Baroloaroma ist schön in den Käse eingezogen. Man kann dies auch an der etwas rötlichen Färbung von der Hülle her erkennen. In der Konsistenz ist der Käse aber nicht mit dem italienischen Hartkäsevetter Parmesan vergleichbar. Der Testun al Barolo ist farblich (weißlich-) heller und zugleich am Gaumen wesentlich cremiger, was von der Milch herrührt. Zugleich bringt er einen etwas salzigen Geschmack mit sich, der schon etwas an guten Parmesan erinnert. Er besticht den Gaumen weit hinten mit einer angenehmen Rotweinigkeit, die sich mit der cremigen Ziege mischt.

Testun al Barolo im Handel

Der Testun al Barolo ist im Fachhandel ab einem Kilopreis von 30 Euro erhältlich. Zu dem Käse kann natürlich auch Wein getrunken werden. Am Besten ist dieser natürlich rot und kommt aus dem Piemont. Wie wäre es denn mit einem flüssigen Barolo zum Testun al Barolo? Interessant – aber geografisch unkonventionell und nicht getestet – könnte bestimmt auch ein Sauvignon Blanc von der Loire sein. Bei Ziegenkäse ist das jedenfalls unglaublich gut. Und wenn man schon mal bei Cross-over-Wein-Käse-Kombinationen ist, sollte auch ein Priorat möglich sein. Die Fruchtigkeit könnte gut zum Käse passen.