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Veltins V+ Cappuccino

Dienstag, 26. August 2008

veltins v+ cappuccinoDas Getränk Veltins V+ Cappuccino weckt sofort Erwartungen. Hier und hier wurde über dieses Getränk schon spekuliert. Zugleich ist es ziemlich unvorstellbar, dass Bier nach Cappuccino schmeckt. Zudem ist Bier ein klassisches Kaltgetränk und Cappuccino wird warm getrunken. Man denkt beim Veltins V+ Cappuccino unweigerlich an warmes Bier und kalten Kaffee. Vor diesem Hintergrund wird nun eine Vorab-Verkostung dieses neuen Biermixes durchgeführt. V+ Cappuccino wird ab September in limitierter Auflage im ausgesuchten Lebensmitteleinzelhandel und in Getränkemärkten erhältlich sein.

veltins v+ cappuccinoIch hatte lange vorher überlegt, wie dieses Veltins V+ Cappuccino wohl riechen und schmecken wird. Ich dachte spontan an Caramel und Malz. Und richtig: In der Nase ist primär Caramel vorhanden. Daneben steht aber tatsächlich ein klar erkennbarer Cappuccinogeruch. Begleitet wird dieser im Hintergrund von Getreide und Malz. In meinem Verkostungsglas (II. Wahl Bordeaux-Glas von Schott-Zwiesel in Ermangelung einer Biertulpe; zur Verkostung aber sehr passend) zeigt sich Veltins V+ Cappuccino eher dunkel und hat eine leicht rötliche Färbung.

veltins v+ cappuccinoDer Mundeindruck ist erstaunlich: Das Veltins V+ Cappuccino ist extrem Cremig. So wie ein Cappuccino eben. Für Bier ist das eine sehr ungewöhnliche Textur. Beim ersten Schluck erscheint es mir jedoch etwas süß zu sein. Dies legt sich jedoch bei der weiteren Verkostung. Geschmacklich steht der Cappucchino auch im Zentrum. Daneben ist dunkle aber überhaupt nicht bittere Schokolade zu schmecken. Die ungewöhnliche Mischung von Bier und Cappucchino löst sich hier auf. Auch im Nachgeschmack überwiegt der Cappuccino.

veltins v+ cappuccinoDerzeit bauen viele Brauereien ihr Sortiment im Biermixbereich aus. Die Ursache dafür liegt darin, dass in diesem Segment auch ein Umsatzwachstum stattfindet. Zugleich ist der Biermarkt eher angespannt und zum Teil von Einbußen geprägt. Fraglich ist nur wie weit man diese Sortimentserweiterungen noch treiben kann. Und wann gehen die Ideen aus? Becks hat ja schon ein fast klares Bier unter dem Namen Ice auf den Markt gebracht. Da sind die Werbeaufnahmen jedoch wesentlich heller als das Bier selber. Wers nicht glaubt, sollte mal den nächsten Supermarkt aufsuchen.

veltins v+ cappuccinoV+ Cappuccino ist eine Innovation mit ähnlicher Tragweite. Es scheint nur, dass man bei der Veltins-Brauerei etwas vorsichtiger ist. Man spricht von einer “saisonalen Variante” und wenigen ausgewählten Händlern. Mal schauen, ob wir das Getränk 2009 wieder sehen werden. Eine Probe ist es alle mal Wert. Das Veltins V+ Cappuccino kann zumindest in der Kategorie Produktinnovation deutlich punkten. Es wird sicherlich nicht jedem schmecken. Die richtigen Cappuccino-Kenner werden nur schwer zu begeistern sein. Für die verschiedenen Geschmacksvarianten bei den Biermischgetränken ist aber gerade die große Differenzierung der Vorlieben bei den Kunden ganz angenehm.

Frauen und Männer über alkoholfreies Bier

Mittwoch, 20. August 2008

Die Franziskaner Brauerei befragte 2.500 Frauen und Männer, die gelegentlich Bier trinken, wieso sie sich auch für eine alkoholfreie Variante entscheiden. Als wichtigste Gründe wurden angegeben, dass dieses Bier getrunken wird, “wenn man noch arbeiten muss” (ca. 77%) und “wenn man noch Auto fahren muss” (ca. 41%). Bei den meisten Fragen antworteten Frauen und Männer ähnlich. Größe Abweichungen gab es jedoch bei zwei Beweggründen, wieso alkoholfreies Bier getrunken wird. Bei dem Punkt “weil es genauso gut schmeckt wie alkoholhaltiges Bier” stimmten 40% der Frauen, aber nur 18% der Männer zu. Ein ähnlich deutliches Bild zeigt sich bei dem Aspekt “weil es wenig Kalorien hat”. Dies ist für 30% der Frauen entscheidend für den Konsum von alkoholfreiem Bier. Für Männer ist es nur bei 15% ein wichtiger Grund.

Der Biergigant

Sonntag, 10. August 2008

Mit dem Kauf von Anheuser-Busch durch InBev (wir berichteten) ist ein globaler Biergigant entstanden, der noch vor Jahren nicht vorstellbar gewesen ist. So produzierte Anheuser-Busch zusammen mit Inbev im Jahre 2007 insgesamt mehr als 400 Millionen Hektoliter Bier. Das ist vier mal so viel wie die gesamte deutsche Brauwirtschaft im selben Jahre ausgestoßen hat.

Der Erfolg zweier Biobrauereien

Sonntag, 20. Juli 2008

Foto: Thomas GüntherEs gibt zwei kleine Biobrauereien auf Erfolgskurs: Bionade und Pinkus Müller. Dabei unterscheiden sich die beiden Unternehmen sehr stark. Mit Vertretern beider Biobrauereien erschienen im laufe der Woche Interviews in denen das rechte deutlich wird. Unter dem Titel “Kopieren ist immer einfacher, als etwas eigenes zu entwickeln” wurde Peter Kowalsky von Bionade im Interview-Blog befragt. Dabei wurde die Innovation des Unternehmens unterstrichen. In der taz äußerte sich Friedhelm Langfeld für die Bier-Brauerei Pinkus Müller aus Münster.

Das spannende hierbei ist, dass Langfeld eher auf Bewährtes setzt. Expansion bleibt trotz der Erfolge ein Fremdwort. Pinkus Müller soll nach wie vor nicht mehr als seine derzeitigen 18 Mitarbeiter haben. “Wir sind nicht die Werbeprofis. Aber wir sind uns darüber im Klaren, dass man die Marke ausbauen könnte – mit Kapitaleinsatz. Damit begibt man sich aber in gefährliches Fahrwasser”, erklärte Langfeld in der taz. Bionade hatte vor ihrem Boom einen ähnlich großen Mitarbeiterstamm gehabt. Heute sind es ca. 200 Mitarbeiter. Zudem ist geschickte Werbung fast schon eine Erfindung von Bionade.

Foto: Thomas GüntherIn Blogs und besonders bei jungen Konsumenten ist das Getränk sehr beliebt. Ganz anders sieht es bei Pinkus Müller aus. Während Bionade genau zum Bioboom kam, ist dieser bei Pinkus Müller eher zufällig nebenher gelaufen. Das macht sich im Kundenklientel bemerkbar: “Ein Teil unserer Stammkunden, 50, 60 plus, hat unser Bier schon getrunken, als es noch nicht Bio war. Dann gibt es die Touristen in Münster. Die Hälfte unserer Kunden sind aber sicher Leute, die bewusst Biobier kaufen” so Langfeld von Pinkus Müller in der taz.

Evtl. sind die Ursachen um Nachahmer von Bionade, durch die sich die Brauerei erst kürzlich zu einer Preisanhebung entschloss, um sich als Original zu behaupten, Folge einer Strategie, die auf Expansion setzt. Da ist mir Pinkus Müller aus Münster etwas sympatischer. Hier wird die Austauschbarkeit von Produkten durch Angleichung im Geschmack kritisiert. “Unser Bier unterscheidet sich, und schmeckt nicht immer gleich”, erklärt Langfeld. Das hänge mit den geringen Rohstoffmengen zusammen die zur Verfügung stehen und die man nicht immer zur selben Geschmacksbildung verschneiden kann. Und sowas kann man einfach nicht kopieren.

Anheuser-Busch InBev: Alles die selbe Plörre

Dienstag, 15. Juli 2008

Nach heutigen Medienberichten übernimmt der belgische Bierkonzern InBev die größte amerikanische Brauerei Anheuser-Busch. Damit entsteht der weltweit größte Braukonzern. InBev bezahlte 32,7 Milliarden Euro für die Übernahme von Anheuser-Busch. Der Namen der neu entstandenen Firma soll Anheuser-Busch Inbev sein. Hintergrund der Übernahme sind global wie auch in Deutschland sinkende Umsätze mit Bier. Dies hat zur Folge, dass in den letzen Jahren waren durch Fusionen immer mehr eigenständige Brauereien verschwunden sind.

Es gab in den letzten Jahren beim Bier empfindliche geschmackliche Angleichungen. So sind die Biere der großen deutschen Marken kaum noch bei Blindverkostungen zu unterscheiden. Lediglich das durch Werbung erzeugte Image macht den Unterschied. Den Absatzschwund der letzten Jahre konnten die Brauereien auch nicht durch Biermischgetränke abfedern. Gleichzeitig gibt es einen Trend zu lokal Eigenständigen Biermarken. Diese Brauereien können sich jedoch nur behaupten, wenn sie tatsächlich auch eigenständige Biere produzieren. In Deutschland sowie in Belgien existieren nach wie vor kleine eigenständige Biermarken. Man denke nur an die Trappistenbiere oder an die Brauerei Pinkus Müller in Münster, die es nach wie vor als kleiner Betrieb (mit etwas mehr als 10 Mitarbeitern) schafft sich mit Bieren, die einen deutlich wahrzunehmenden eigenen Geschmack haben, am Markt zu behaupten.

Wasser und Wein für Reiche – Limonade und Bier für Arme

Sonntag, 13. Juli 2008

Foto: Thomas GüntherAuf diese plakative Überschrift lässt sich die Nationale Verzehrstudie II der Bundesregierung zusammenfassen. Der zweite Teil wurde kürzlich veröffentlicht. Danach kann festgestellt werden, dass die Deutschen genug trinken. So nehmen sie die empfohlenen 1,5 Liter Flüssigkeit am Tag zu sich. Jedoch bestehen eindeutige Ergebnisse bezüglich eines Zusammenhangs zwischen sozialer Schicht und Trinkgewohnheiten. In den unteren Schichten wird mehr Bier und deutlich mehr Limonade getrunken. Das sind mehr als drei mal so viel Limonade wie in den oberen Schichten. In den oberen Schichten wird ca. 10% mehr Wasser und fast drei mal soviel Wein (Sekt usw.) getrunken wie in den unteren Schichten.