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Verbot von Alkoholwerbung

Ein Verbot von Alkoholwerbung in Deutschland ist näher, als dies von vielen vermutet wird. So hat die Gesundheitsministerkonferenz der Länder (GMK) bereits Anfang dieses Monats einstimmig einen Antrag verabschiedet, nach dem die Hersteller alkoholhaltiger Getränke freiwillig auf Imagewerbung verzichten sollen. Die Forderung ist, dass nur noch Produktwerbung betrieben werden soll. Auch der Deutsche Werberat solle darauf hinwirken, seine Regeln bezüglich Alkoholwerbung zu ergänzen. Von der berliner Gesundheitsministerin war zu vernehmen, dass wenn keine freiwillige Regelungen geschaffen werden würden, der Gesetzgeber aktiv werden würde. Die Drogenbeauftragte des berliner Senats erklärte in diesem Zusammenhang gegenüber der Lebensmittelzeitung:

„Die Alkoholwirtschaft muss sich langsam aber sicher auf Umsatzrückgänge einstellen.“

Auch ein komplettes Werbeverbot von alkoholhaltigen Getränken wurde schon angedacht. Was bei dieser Debatte herauskommen wird, ist noch nicht abzusehen. Die Einstimmigkeit bei der GMK kann auch aus der unscharfen Trennung von Image- und Produktwerbung hervorrühren. Bei den Werbetreibenden für alkoholische Produkte sieht man freiwillige Regelungen schon ausreichend entwickelt und durchgesetzt (vor allem vom ZAW). In der Debatte fällt jedoch auf, wie massiv die Interessen von Bier- und Spirituosenherstellern organisiert sind. Aus der deutschen Weinwirtschaft sind kaum und nur sehr leise Stimmen zu vernehmen. Dies hängt bestimmt auch mit der sehr ungleichen Ausgabenverteilung für Werbung je nach Produktkategorie zusammen.

Dabei sollte doch gerade die aktuell vorbereitete Gesetzeslage im international sehr anerkannten Weinbauland Frankreich für Alarmstimmung sorgen. In Frankreich existiert nach Angaben des Decanter ein Gesetzesentwurf, nach dem Texte über alkoholische Getränke im Internet genauso wie Pornographie behandelt werden würden. Ebenso würde Werbung auf anderen Internetseiten als denen der Hersteller verboten sein. Bei all der Aufregung über die Entwürfe in Frankreich scheint nur wenigen deutlich zu sein, wie nah so ein Unsinn in Deutschland ist.


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© Thomas Günther / weinverkostungen.de
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Verbot von Alkoholwerbung

 

3 Kommentare zu “Verbot von Alkoholwerbung”


  1. Mario Scheuermann
    Samstag, 26. Juli 2008 09:20
    1

    Genau das ist der Punkt in der deutschen Weinwirtschaft denken alle, das ist weit, weit weg und so schlimm wird es bei uns nicht kommen. Mit unseren Poltikern kann man reden, kann man Ausnahmen für den wein erwirken. Genau dies wird nicht der fall sein. Frankreich ist wie ich es geschrieben habe nur der europäische Testballon, ob man so weit gehen kann oder nicht. Danach wird das sehr schnell auch auf andere Länder ausgedehnt. deutschland steht da sicher auf Platz zwei oder drei des Aktionsplans.


  2. weinverkostungen.de
    Sonntag, 27. Juli 2008 13:49
    2

    Ich sehe da die Regelungen ähnlich konkret und schnell auf die deutsche Weinwirtschaft hinzurasen. Ich frage mich nur wieso da die entsprechenden Leute noch zu schlafen scheinen. Die Auswirkungen einen kompletten Werbeverbotes von alkoholhaltigen Getränken wären für mich nicht absehbar.

    Und was ist das eigentlich für eine Politik? Erst am Anfang dieses Jahres hat das DWI 1,5 Mio Euro von der EU für Weinwerbung in den USA bekommen: http://weinverkostungen.de/15-mio-euro-fur-riesling-werbung-in-den-usa/
    Nun will man Weinwerbung in Deutschland untersagen oder einschränken? Wie passt so etwas zusammen. Und ist das nicht ein Fall für die WTO?


  3. Johner Wein Welten - Pinot World of Wine » Blog Archive » Die Zukunft des Weines im Internet …
    Dienstag, 29. Juli 2008 09:52
    3

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