weinverkostungen.de

Archiv für die 'Australien' Kategorie

Penfolds Max’s Shiraz Cabernet – In tribute to Max Schubert

Freitag, 19. Februar 2016

penfolds max schubertIch habe jetzt die Ehre einen Wein verkosten zu dürfen, der eine Hommage an eine Legende der Weinwelt ist: Max Schubert. Er war von 1948 bis 1975 Chief-Winemaker bei Penfolds. Es waren außergewöhnliche 27 Jahre in denen sich Penfolds zu einem der bekanntesten und besten Weingüter von Australien entwickelt hat. Zudem hat er den internationalen Ruf das Weinlandes Australien positiv geprägt. Meilensteine im Wirken von Max Schubert sind die Entwicklung des Penfolds Bin 389 (hier schon mal verkostet) und vorallem zuvor die Schaffung einer Ikone des australischen Rotweins schlechthin: Dem Grange.

Der Schwerpunkt bei den Rotweinen von Max Schubert liegt auf der Rebsorte Shiraz. Im Grange macht er mindestens 87% aus, in vielen Jahrgängen ist der Anteil aber wesentlich größer. Eigentlich heißt die Rebsorte ja Syrah und kommt historisch von der Rhone. Für Australien gilt aber: Neuer Name und tatsächlich neue Weine. Doch auch der Grange von Penfolds hieß ursprünglich Hermitage. Dieser Name wurde bis 1989 verwendet (manchmal mit der Zusatzbezeichnung BIN 95). Da ist das Vorbild klar.

Doppelter Max von Penfolds

Grundthema des neuen Weins von Penfolds, mit dem man an die großen Verdienste von Max Schubert erinnert, ist die Konzentration. Und so zeigt sich der Max’s extrem dunkel und dicht im Glas. In der Nase sind vollreife und saftige Brombeeren mit dezent würzigen Noten im Hintergrund. Man sollte dem Rotwein auf jeden Fall – gerade im jungen Stadium viel – Luft zugestehen. Gerade in der zweiten Nase zeigt sich dann ein extrem ausbalanciertes Gewürzbild.

maxs penfolds

In Strecken erinnert der Max’s von Penfolds an einen Hermitage. Zuweilen etwas auch etwas an Rasteau. Dabei ist er aber nicht wie bei einem nicht so ansehnlichen Rasteau – bei all der Konzentration – wie Brombeermarmelade lila eingekocht. Er hat neben einer frischen Brombeere eher auch rotfruchtige Aspekte eines guten Syrahs. Für mich ist der Max’s auch deutlich mehr ein Shiraz als ein Cabernet. Immerhin besteht die Rebsortenverteilung bei dem 2014er Jahrgang bei 85% zu 15%. Sicherlich, dreimal das Glas geschwenkt und man kann Anklänge von einen vorzüglichen Bordeaux entdecken. Aber eigentlich offenbart sich der Cabernet erst am Gaumen mit seiner feinen Tanninstruktur. Aber auch hierbei tut dem Wein Luft sehr gut, da er im jungen Stadium aus meiner Sicht unter der Fruchtigkeit etwas seine Finesse verbirgt.

max schubert penfolds
Die Länge ist schon allen aufgrund der Frucht sehr schön. Dabei wirkt der Max’s von Penfolds aber alles andere als pappig. Seine 14,5% und eine elegante Säurestruktur machen gerade wenn es etwas kälter ist Lust auf ein zweites Glas. Der Wein hat mir so gut gefallen, dass ich ihn über 5 Tage verkostet habe. Am dritten Tag war er am schönsten. Aus meiner Sicht ist Penfolds mit dem Max’s ein großer Wurf gelungen. Es ist ein guter Einstieg in die großartigen Rotweine, die dieses Weingut macht. Eigentlich müsste man mal eine Parallelverkostung vom Max’s, dem Bin 389 und dem Grange machen.

Die Hommage an Max Schubert im Handel

Ab März dieses Jahres gibt es den Max’s auch in Deutschland im Handel. Der Preis dieses Rotweins von Penfolds wird bei ca. 30 Euro liegen. Dies ist aufgrund der Qualität mehr als gerechtfertigt. An der Rhone und in Bordeaux können nicht alle Rotweine bezüglich der harmonischen Ausdrucksstärke des Max‘s mithalten. Evtl. ist es mit der Beteiligung selbiger Rebsorten – auch eine gelungene Alternative für Fans des so genannten Baby-Grange Bin 389. Dieser ist doch in den vergangenen Jahren deutlich im Preis gestiegen. Max’s Shiraz Cabernet zusammengefasst: Hommage an den legendären Weinkreativen Max Schubert, ein großartiger Wein and a great value!

Langhorne Creek Heartland Shiraz 2010 Directors Cut

Donnerstag, 6. März 2014

Langhorne Creek Heartland Shiraz 2010 Directors CutDie „Filme der Filmmacher“ warb vor einiger Zeit ein deutscher Kabelsender. Die „Weine der Winzer“ ein Slogan eines deutschen Anbaugebiets. Was will man den noch mehr als das Original? Etwas Echtes von realen Menschen gemacht, die ihr Handwerk verstehen. Nicht hingemischt nach Publikumserfolgszahlen oder durchschnittlich sehr beliebten Zielwerten bei Säure, Restzucker usw., die man vorher über die Marktforschung ermittelt hat. Also kein weichgespülter – in Parenthese eine Entschuldigung – Konsumscheiß. Filme die der Regisseur mag und nicht nur der Vermarkter gerne verkaufen will, sehe ich lieber. Also einen Directors Cut. Der Wein den ein Kellermeister gut findet und hinter dem er wirklich auch steht, gefällt mir häufig auch besser. Models versuchen ohnehin vom Inhalt abzulenken. Egal was die Verkaufszahlen sagen. Dies misst auch nur, was andere über ein Produkt denken. Man sollte auf seinen eigenen Geschmack setzen.

Also hier ist nun der Directors Cut von Heartland aus dem Langhorne Creek. Dieser Wein ist tiefdunkel mit violett-bräunlichem Rand im Glas. Volle fruchtige Nase mit Tabak und etwas Leder. Als Frucht wird einem reife Brombeere, Casis und Pflaume angeboten. Der Gaumen ist erst wohlig. Dann kommt schöne Säure. Bei Übersee vermutet man das eigentlich nicht. Australien gilt hier ab und zu als so eine Art Weichspüler. Ben Glaezer zeichent für diesen Wein als Winemaker verantwortlich. Dabei scheint er nicht wirklich gemacht zu sein. Ungefiltert wird hier abgefüllt. Wie beim Film: Manche Bilder und Geschichten wirken bei Regisseuren besser ohne Filter. Die Autoren müssen eben nur ihr Handwerk verstehen.

Die Dramatik an der Geschichte: Das Autorenkino verortet man in Europa, die gemachten Weine scheinen aus Übersee zu kommen. Doch dieses Denken ist ziemlich überholt. Man kann anschauen, was einige Weinkellereien in Deutschland, Frankreich, Italien oder Spanien inzwischen machen: Nicht selten gibt es da Weine, die mit einer Geschichte daherkommen, ohne dass ein geschmacklicher Bezug zu dem bezeichneten Objekt besteht. Und in Übersee gibt es inzwischen ein absolut sehenswertes Kino mit recht unbekannten Schauspielen, bei denen aber die Geschichte des erzählten Films absolut überzeugt.

Clancys von Peter Lehmann

Sonntag, 19. Februar 2012

Clancys von Peter LehmannDie Geschichte des Erzeugers Peter Lehmann geht auf das Jahr 1980 zurück. Fast schon legender ist überliefert, dass Lehmann – damals noch für einen anderen Erzeuger tätig – eine Überproduktion anbauender Winzer abnahm und kurzerhand damit seine eigene Kellerei gründete. Die Weinbauern sollen so vor dem Ruin gerettet worden sein. Zudem entstand mit der Marke Peter Lehmann einer der mengenmäßig bedeutendsten Weinerzeuger aus Australien. Mit dem Mentor, dem Stonewell Shiranz oder auch dem Clancys wurden recht bekannte und zuweilen auch markante Rotweine geschaffen. Heute gehört Peter Lehmann zur „Hess Family“. Für den Weinerzeuger Lehmann bauen 185 Weinbauern mit festen Lieferverträgen die Reben an. Besonders bei den hochwertigeren Weinen kommen die Trauben aus eigenem Anbau.

Der Clancys von Peter Lehmann besteht aus den Rebsorten Shiraz, Cabernet Sauvignon und Merlot. Dieser Rotwein ist 12 Monate in Fässern aus amerikanischer und französischer Eiche ausgebaut worden. Der Clancys ist dicht dunkelrot im Glas. In der Nase nicht reife Kirschen und Pflaumenmus. Die zweite Nase erinnert an saftige Rotweine aus Bordeaux. Am Gaumen zeigt dieser Wein von Peter Lehmann mit einer gut balancierten Säure angenehm trockene Frische. Dabei wird vor allem ein guter Ausgleich zur reifen Frucht in der Nase erzeugt. Dezent machen sich beim Clancys von Peter Lehmann Karamell und Vanille vom amerikanischen Holz neben leichter Würze in der Länge bemerkbar. Schön an diesem Wein ist, wie die Rebsorten und der Fassausbau harmonisch aufeinander abgestimmt sind. Darin übertrifft der Clancys von Peter Lehmann so manchen reinrebsortigen Rotwein (Shiraz) aus Australien in ähnlicher Preislage.

Peter Lehmann Clancys 2007
Australien – Barossa
Erzeuger: Peter Lehmann Wines LTD
Inhalt: 0,75
Alkohol: 14 %
Jahrgang: 2007
Einkaufspreis: 15,00 €
Verschluss: Presskorken
Quelle: Fachhandel
EAN 9311910102069

Luxury & Icon Weine 2010 von Penfolds mit Grange 2005

Mittwoch, 5. Mai 2010

Grange 2005Wie schon angekündigt hatten wir beim Live-podcast mit Peter Gago von Penfolds aus Adelaide die Möglichkeit die Luxury & Icon Weine 2010 von Penfolds zu verkosten. Im folgenden sind meine Notizen und Einschätzungen dieser Weine. Sie weichen sicherlich von Verkostungsnotizen anderer anderer Autoren ab. Aber so ist die Weinwelt: Viele Weine, viele Meinungen. Im Folgenden der Flight vom 29. April in Köln.

1. 2008er Reserve BIN 08A Cardonnay
Strahlend Strohgelb. Komplexe Kräuter in der Nase, Peter Gago meint “gunpowder”, was gut nachvollziehbar ist. Trotz der Rebsorte Chardonnay kommt am Gaumen eine spritzige Säure frisch und intensiv zum tragen. Zugleich ist der BIN 08A fein strukturiert mit enormer Länge. Fein und komplex wie ein guter Riesling!

Dieser Jahrgang des Reserve BIN 08A Cardonnay wird in Deutschland leider nicht vermarktet werden. Er gehört zur Luxury Kollektion 2010 von Penfolds.

2. 2007er Yattarna Chardonnay
Dunkleres Strohgelb. Melone in der Nase, süßliche Frucht mit einem leichten Zuckerschwänzchen. Kurz blitzt eine erfrischende Säure auf, die Spannung erzeugt und etwas mit ihrer einhergehenden Frucht an Sauvignon Blancs erinnert. In der Länge harmoniert sich dies hervorragend.

Der Yattarna wird von Penfolds als weißer Grange aufgebaut und gehört zur Icon Kollektion 2010 Er kann also als bester Weißwein von Penfolds gesehen werden. Der Jahrgang 2007 wird in Deutschland bei ca. 70 Euro vermarktet werden. Er stammt aus kühlerem Klima in Australien.

Beide weiße Weine waren feiner und frischer als so ziemlich viel was in Sachen Chardonnay aus Australien kommt. Zugleich hatten sie beide ein unverwechselbares Gesicht. Wesentlich scheint mir hierbei, welche Klasse und Vielfalt jenseits der häufig zu bemängelnden Beliebigkeit und Biegsamkeit des Chardonnays möglich ist. Penfolds hat dieser Rebsorte mit dem 2008er BIN 08A und dem 2007er Yattarna zwei ansprechende Gesichter aus Australien gegeben.

3. 1991er St. Henri Shiraz
Bräunlich mit leichten Eintrübungen. Röstaromen, Leder und Taback. Reife aber noch zugleich fruchtig in der Nase. Frisch am Gaumen. Eingelegte Waldfrüchte überführen in eine Länge mit Leder, die lange weich stehen bleibt.

Dieser Wein ist natürlich nicht mehr über gewöhnliche Wege erhältlich.

4. 2006er St. Henri Shiraz
Dunkles Violett im Glas, intensiver ungewöhnlicher Geruch. Dezente Frucht etwas metallisch, Teer.

Der aktuelle St. Henri gehört zur Luxury Kollektion 2010 und wird für ca. 70 Euro in Deutschland vertrieben werden. Ehrlich gesagt waren diese beiden Shiraz nicht meine. Das liegt aber an einer persönlicher Präferenz. Es kann jedoch festgehalten werden, dass der St. Henri eine sehr gute Lagerfähigkeit besitzt. Der 1991 St. Henri war trotz seiner 19 Jahre noch ganz gut beisammen.

Penfolds Luxury & Icon 20105. 2007er RWT Shiraz
Trüb rubin bis violett im Glas. Angenehme Schokolade in der Nase. Zweite Nase mit eingelegter Kirsche und Cassis. weiche Textur. Mittlere Länge mit wiederkehrender Schokolade.

Im Gegensatz zum St. Henri wird beim RWT französische Eiche eingesetzt. Er soll als Bestandteil der Luxury Weine 2010 von Penfolds für ca. 100 Euro vermarktet werden. Dieser Wein wurde mit dem Jahrgang 1997 erstmals vermarktet. RWT steht für “Red Winemaking Trial”, also Rotweinbereitungsversuch.

6. 2007er BIN 707 Cabernet Sauvignon
Peter Gago spricht vom “Grange of Cabernet”. Violett. Brombeere, Cassis mit Süße in der Nase. Betonte Säure, die jedoch harmonisch eingebunden ist. Nichts grünes. Lang.

Auch so kann ein Cabernet Sauvignon aus Australien schmecken. Sein Höhepunkt ist aus meiner Sicht noch nicht erreicht. Trotzdem Pefolds die Luxury & Icon Weine erst mit Trinkreife vermarktet, ist sie für den BIN 707 mit 2012 bis 2025 offiziell angegeben. Er wird in Deutschland 130 Euro kosten.

Luxury & Icon Penfolds Grange7. 2005er Grange
Nun zum Höhepunkt der Verkostung: Alte Weinstöcke, kleine Trauben, 4% Cabernet, 80% Barossa Vally. Peter Gago sagt: “Das ist der beste Shiraz den wir jetzt machen können”. Dichte Farbe. Fruchtige Nase, mit dezent eingeflochtener Schokolade und Vanille im Hintergrund zu riechen. Explosion am Gaumen. Rumfrüchte. Konzentriert. Lang.

Dies ist ein Wein bei dem man gut über die Größe von Ikonen nachdenken kann. Nichts drängt sich auf, Kraft ist vorhanden ohne zu nerven oder aufgesetzt zu wirken. Bei der Verkostung wurde einigen Teilnehmern die Jugend des Weins und der Holzeinsatz bemängelt. Ich kann diese Kritik nicht nachvollziehen.

Fünf Jahre sind nicht wirklich jung mehr. Wenn ein Wein in diesem Alter noch nicht seine Qualitäten zumindest andeuten würde, wird er aus meiner Sicht diese niemals preisgeben. Also Klasse Wein, der mit seinen ca. 300 angepeilten Euro auf dem deutschen Markt leider nicht so zu meinem Alltagswein werden wird. Das würde das Thema Wein auch entwerten. Dafür braucht man Ikonen.

Hier ein allgemeiner Bericht von der Veranstaltung.
Hier wurde im Vorfeld der “Baby Grange” BIN 389 verkostet.

“Baby-Grange” von Penfolds BIN 389

Dienstag, 27. April 2010

Baby-Grange von Penfolds BIN 389“Große Ereignisse werfen ihre Flaschen voraus”, das wusste schon der Entertainer Hans-Joachim Kulenkampff. In diesem Fall ist es eine Flasche Penfolds BIN 389. Diesen nennt man auch den “Baby-Grange” oder bezeichnet ihn als Grange des kleinen Mannes. Zu diesem Namen kommt der BIN 389 von Penfolds, da er zum Teil in den selben Fässern ausgebaut wird, in denen der vorherige Jahrgang des Grange gereift ist. Zudem besteht er – wie der große Grange BIN 95 – aus Shiraz und Cabernet Sauvignon.

Penfolds BIN 389 als “Baby-Grange”

Ursprünglich wurde der Grange nur aus Shiraz – damals als Hermitage auf dem Etikett bezeichnet – erzeugt. Der Penfolds BIN 389 besteht hingegen mehrheitlich aus Cabernet Sauvignon (beim Jahrgang 2006 sind es 52%). Der Baby-Grange spiegelt als Rebsortencuvee die neuweltliche Idee eines großen Weins wieder. Während in Deutschland nach wie vor nach die absolute Spitze in einer Rebsorten- und Lagentypizität gesucht wird – das Konzept der Großen Gewächse bietet hier ein gutes Beispiel – bestand schon der ursprüngliche Grange von Max Schubert aus Shiraz mehrerer Anbaugebiete in Australien.

So auch der “Baby-Grange”. In ihm sind Grundweine aus dem Barossa Valley, Langhorne Creek, Coonawarra, und McLaren Vale enthalten. Der ursprünglich 1960 erzeugte Penfolds BIN 389 stammte noch hauptsächlich aus dem Barossa Valley. Der Jahrgang 2006 präsentiert sich dunkel dicht in einem satten Rubinrot im Glas. In die Nase bringt der Baby Grange eine süssliche Frucht die rund und harmonisch erscheint. Dabei ist beim Penfolds BIN 389 trotz der 14,5% kein Alkohol zu riechen. In der zweiten Nase ist eine ausgewogene Komposition von Blaubeere, Schokolade und dezenter Paprika wahrzunehmen.

Wie schmeckt der Penfolds BIN 389

Am Gaumen zeigt diesen Wein als frisch und noch etwas zu jung und verschlossen. Die offizielle Trinkempfehlung für den Penfolds BIN 389 liegt bei 2010 bis 2035. So nehmen wir eine nochmalige Steigerung bei Lagerung in den nächsten Jahren an. Aber auch bislang ist der Baby-Grange samtig weich am Gaumen. Die Säure ist kaum zu schmecken. Wenn man dem Penfolds BIN 389 Luft gibt, entwickelt er sich positiv. Dann wirkt er gar nicht mehr so schlank, sondern zeigt sich mit dunklen eingelegten Früchten.

Dies entwickelt sich hin bis zu vollreifen Waldbrombeeren. Im langen Nachhall kann man beim BIN 389 eine runde Schokolade und später etwas Cassis wahrnehmen. Bei dieser Weinklasse ist es bemerkenswert, dass der Baby-Grange überhaupt nicht sättigend wirkt. Häufig ist dies bei vermeintlich großen Weinen zu beobachten, dass sie zwar bei Probeschlücken einen riesigen Eindruck hinterlassen, aber nicht mehr als ein Glas von ihnen trinkbar ist. Auch in diesem Aspekt ist der Grange des kleinen Mannes ganz groß.

Erstaunlich an dem Penfolds BIN 389 ist, dass obwohl überliefert wird, dass Max Schubert sich von Frankreich inspirieren lassen und zwei französisch-stämmige Rebsorten wie Cabernet Sauvignon und Shiraz verwendet hat, dieser Wein nicht als Nachahmung von Weinen der “Alten Welt” oder gar von Weinen aus den Anbaugebieten Bordeaux oder Rhone gesehen werden kann.

Penfolds BIN 389
Australien
Erzeuger: Penfolds
Inhalt: 0,75
Alkohol: 14,5%
Jahrgang: 2006
Einkaufspreis: 35,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel

P.S.: Über das eingangs erwähnte Ereignis wird noch nichts verraten. Wir werden berichten, wenn es an der Zeit dazu ist.

Peter Lehmann Barossa Shiraz

Mittwoch, 21. Januar 2009

Im vergangenen Jahr wurde der Barossa Shiraz von Peter Lehmann von der Zeitschrift Weinwirtschaft als “Bester Wein aus Übersee” bezeichnet. Das fand ich schon damals etwas seltsam. So ist dieser Wein in der weltweiten Vermarkung doch für das höhere gefällige Segment in Supermärkten gemacht. Die Wildcard-Linie von Peter Lehmann ist etwas günstiger. In der Vergangenheit hatte ich den Unoaked Chardonnay und den Cabernet Sauvignon/Merlot verkostet. Besonders der Wildcard Chardonnay ist aus meiner Sicht besser als der Barossa Chardonnay. Und das obwohl er günstiger ist. Der Wildcard Chardonnay ist eben einfach frischer und filigraner.

Doch nun zum Barrosa Shiraz von Peter Lehmann. Der Rotwein ist dunkel im Glas mit einem bräunlich-violetten Rand. In der Nase ist Caramel mit etwas Zimt. Auch im Mund geht das in diese kitschige Richtung. Neben dem Caramel ist beim Barrosa Shiraz von Peter Lehmann etwas Nougat wahrzunehmen. Das ist die schöne-neue-Kitschwelt aus Übersee. Wenn man nur niemanden weh tun möchte, kommt so etwas bei rum. Einen Tag später ist der Barrosa Shiraz von Peter Lehmann etwas interessanter, da die Säure etwas mehr spürbar ist und so den Wein interessanter macht. Der Shiraz aus der Wildcard-Line von Peter Lehmann ist aus meiner Sicht wesentlich besser. Von wegen “Bester Wein aus Übersee”. Was hat da nur die Zeitschrift Weinwirtschaft geritten?

Peter Lehmann Barossa Shiraz
Australien
Erzeuger: Peter Lehmann / Hess Family
Inhalt: 0,75
Alkohol: 14,5%
Jahrgang: 2006
Einkaufspreis: 10,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel