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Archiv für die 'D Rheinhessen' Kategorie

Menger-Krug Pinot Brut

Dienstag, 16. Dezember 2008

Es ist wieder einmal Zeit einen Sekt zu verkosten. Das Neue Jahr wird bald gefeiert (evtl. bei diesem Anlass auch einige Erfolge von 2008) und so kann man sich schon einmal einen Festtagssekt überlegen. Meine Wahl fiel inspiriert durch einen Supermarkt auf den Pinot Brut von Menger-Krug. Ausschlaggebend war der Preis. So werden dort Sekte von Menger-Krug für 9,99 Euro verschleudert. Das ist sehr schade. So verdankt diese Marke ihren guten Ruf dem engagierten Fachhandel und der Präsenz in den Flugzeugen der Lufthansa. Macht hier der Vertrieb von Henkel-Söhnlein durch kurzfristiges Gewinninteresse seine nächste Marke und deren akzeptierten Marktpreis kaputt?

Von Menger-Krug mit Grundweinen aus dem Rheinhessen sind neben dem Pinot Brut auch noch ein Riesling Brut, ein Rose Brut, ein Chardonnay und ein Cuvee Zero auf dem Markt. Der hier nun zu verkostende Pinot Brut besteht als Cuvee aus Weißburgunder und hell gekelterten Spätburgunder-Trauben. Der Sekt ist etwas heller im Glas, als ich ihn aus früheren Verkostungen in Erinnerung habe. Zuvor (also vor ein bis zwei Jahren) hatte er einen leichten Rotstich. Nun ist er ganz normal hell. Der Pinot Brut von Menger-Krug prickelt fein und intensiv im Glas. Im Mund sind zarte Apfel kombiniert mit leichter Birne zu schmecken. Dieser Sekt macht einfach Spaß.

J2 Riesling trocken Becker Landgraf

Freitag, 31. Oktober 2008

Das Weingut Becker-Landgraf ist ein Mitglied von “Message in a Bottle” aus Rheinhessen. In der Nase duftet ein saftiger gelber Apfel. Das ist sehr einladend. Im Mund merkt man eine dezente Säure, die sich harmonisch an die Frucht schmiegt. Der Nachhall ist nicht sehr lang, aber schmackhaft. So erscheint der Riesling J2 sehr gradlinig. Wenn man den Wein einen Tag offen hatten, können im Nachhall kräutrig bis medizinische Noten entstehen. Für sieben Euro ist dieser Riesling von Becker Landgraf ein hervorragender Gutswein, der die steigenden Sterne in Rheinhessen repräsentiert und sich hinter ähnlichpreisigen Weinen von Spitzenweingütern der Region wie z.B. Gunderloch nicht verstecken braucht. In den USA wird dieser Wein derzeit übrigens für 17 US-Dollar verkauft. Da freut man sich doch in Deutschland zu wohnen.

J2 Riesling trocken
Rheinhessen
Erzeuger: Weingut Becker Landgraf
A.P.Nr: 4 285 305 01 08
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12%
Jahrgang: 2007
Einkaufspreis: 7,00 €
Verschluss: Schrauber
Quelle: Fachhandel

Brüder Dr. Becker Riesling Classic

Freitag, 7. September 2007

Foto: Thomas GüntherDie Weinrallye geht nun in die dritte Runde. Das Thema wurde diesmal von Matthias Metze gestellt. Und wie bereits vermutet, geht es um Biowein. Speziell Riesling soll es sein. Vor dem Kauf dieses Weines fragte ich mich, ob beide Brüder promoviert haben müssen, wenn man „Brüder Dr. Becker“ aufs Etikett schreiben darf. Da diese Bezeichnung wie die vielen önologische Geheimräte und Reichsgrafen aber in der Vergangenheit entstanden ist und die Erben lediglich bei der Betriebsbezeichnung geblieben sind (zudem sind viele Doktortitel eingeheiratet), vergas ich den Gedanken an eine Recherche dieser Fragestellung schnell. Vielmehr lenkte sich mein Blick auf die reichlichen Logos auf der Flasche, die wie Orden schimmern.

Dies sind gleich drei. VDP, EcoVin und Classic. Zum VDP braucht man nicht viel zu schreiben. Zu EcoVin schon. Im Weinbereich sind ja mehrere Öko-Verbände aktiv (Naturland, Bioland, Demeter). Diese sind älter als das Bio-Siegel und die ihm zugrunde liegende Eu-Bio-Verordnung. In vielen Dingen haben diese Verbände wesentlich härtere Vorgaben, als es vom Bio-Siegel garantiert wird. Trotzdem ist bei den Weinen dieser Verbände selten das bekannte Bio-Siegel vorhanden. Das hängt auch etwas mit der Konkurrenz in der Kennzeichnung zusammen. Zudem wird das Bio-Siegel häufig auf preisgünstigen Weinen verwendet, wodurch eine Abwertung bei Weinen entstehen könnte, die eine ökologische Erzeugung nicht nur als positives Attribut eines Produktes zur Vermarktung, sondern als Mittel in einer Qualitätsphilosophie begreifen. Wer ökologisch am weitesten geht unter den Verbänden, ist sicherlich strittig und ich würde mich da nicht positionieren wollen. Zum Teil unterscheiden sich auch einfach nur die Ansätze.

Ein weiteres Logo ist das Classic-Logo. Dies wurde eingeführt um für eine Region typische Weine mit typischer Rebsorte zu kennzeichnen. Die Kennzeichnung mit dem Classic-Logo kränkelt leider etwas. Ich finde es ja immer gut, wenn man einen günstigen regionalen Standard schafft, also so etwas wie einen Bezugspunkt in der geschmacklichen Vielfalt der Weinwelt festlegt. Problematisch an dem Logo ist nur, das einige sehr günstige Weine dies tragen und diese wenig klassisch schmecken, sondern im schon verkosteten Einzelfall gar nicht.

Doch wenden wir uns nach der ganzen Etikettenleserei dem Wein selbst zu. Bzw. vorher sind noch einige Kleinigkeiten zur Ausstattung zu sagen. Helles Glas mag ich eigentlich nicht wegen der Problematik der Lagerung. Der Korken macht einen etwas billigen Eindruck. Sehr positiv an der Ausstattung ist, dass kein stinkender Kunststoff als Kappe verwendet wurde. Ich mag solchen Minimalismus.

Der Riesling erscheint relativ hell im Glas. Ohne mit der Nase am Glas zu schnuppern verströmt der Wein einen bezaubernden fruchtigen Geruch im Raum. Dieser zeigt sich auch im Mund. Der Geschmack ist sehr rund und harmonisch. Eine Ananas steht im Zentrum. Zudem sorgt eine gut portionierte Säure neben der reichen Frucht für Spannung. Sie drängt sich dabei aber keineswegs auf. Der Riesling hat herrliche fruchtige Längen. Dafür, dass ich zu dem Wein relativ blind in einem Bio-Supermarkt gegriffen habe (nein, nicht bei Basic), kann man das wirklich als einen Glücksgriff bezeichnen. Trotz des etwas herabqualifizierenden Classic-Logos ist der Wein seinem Preis mehr als angemessen. Dies gilt, obwohl der Riesling von Brüder Dr. Becker sich sehr deutlich von den Weinen unterscheidet, für die das Weinbaugebiet Rheinhessen bekannt ist und häufig geschätzt wird (z.B. Roter Hang, Gunderloch).

Riesling Classic
Rheinhessen
Erzeuger: Weingut Brüder Dr. Becker
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12%
Jahrgang: 2006
Einkaufspreis: 7,50 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Bio-Supermarkt

Braun Niersteiner Rosenberg Kabinett

Samstag, 11. August 2007

Bei diesem Wein passt wenig zusammen. Kabinett, Lagenangabe, günstiger Preis und VDP-Mitgliedschaft. Der Riesling stammt aus Rheinhessen. Er ist hell im Glas. Zu Beginn ist ein fruchtiger Geruch wahrnehmbar. Im Mund hingegen zeigt sich ein Geschmack unbestimmter Art. Die Säure ist leicht ruppig und bitter und macht Druck am Gaumen. Seltsamer Riesling.

Riesling Niersteiner Rosenberg Kabinett trocken
Rheinhessen
Erzeuger: Weingut Heinrich Braun
Inhalt: 0,75
Alkohol: 11,5%
Jahrgang: 2006
Einkaufspreis: 5,00 €
Verschluss: Naturpresskorken
Quelle: Fachhandel

quonset rieslin’ qw 2.3 2006

Freitag, 27. April 2007

In dieser Reihe Quonset gibt es eine Vielzahl reinrebsortiger Weine. Den Gewürztraminer habe ich bei einem Händler verkostet. Der war ganz untypisch. Mit einem elsässer Vertreter dieser Rebsorte hatte der fast nichts gemein. Er war zwar fruchtig (in nehme mal an Richtung Aprikose), aber hatte nichts von der zu erwartenden und namensgebenden Würze. Die Reihe in der die Weine erscheinen, ist recht poppig gestaltet. Da kann man annehmen, dass eine junge Zielgruppe erwartet wird. Der Riesling ist da aber erst mal gar nicht so ungewöhnlich. Die Farbe ist eher blass. Es zeigt sich sehr schnell eine intensive und für Rheinhessen sehr typische knackige Säure. Diese erinnert etwas an die Weine von Gunderloch; jedoch ein kleiner Hauch Bitter. Man kann ihn auf den ersten Blick als eher traditionell in das geschmackliche Koordinatensystem einordnen.

Auf die Frucht war ich sehr gespannt. Das Etikett sagt etwas über Kirschen (nicht näher spezifiziert) und auf einer Händlerhomepage steht was von Blaubeeren. Beides hört sich sehr originell an, ist im ersten Moment jedoch so nicht identifizierbar. Die Nase ist kaum spezifizierbar. Ich würde fast Quitte sagen, das trifft es jedoch nicht. Da der Riesling sehr trocken erscheint, tut man sich ohnehin – also auch geschmacklich – schwer mit den Früchten. Die ist man ja zumeist in Verbindung mit Fruchtzucker gewohnt. Jedoch sind Amarena-Krischen zu identifizieren, wenn man sich den Zucker vollkommen wegdenkt. Im sehr langen Nachhall muss der Wein jedoch neu gelesen werden, bzw. er reinterpretiert sich selbst neu. Da kommt die Säure noch mal in den Vordergrund und nun sind Sauerkrischen wahrzunehmen; aber nicht solche aus dem Glas, sondern frisch vom Baum wie aus Opas Garten. Dazu mischt sich noch etwas beeriges. Auf Blaubeeren würde ich mich da aber nicht festlegen wollen. Wer Spannung mag und nicht alle Geschmacksverläufe sofort als unharmonisch abtut, wird mit dem Wein Spaß haben.

quonset rieslin’ qw 2.3
Rheinhessen
Erzeuger: quonset
A.P.Nr: 4 257 394 002 07
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12,5 %
Jahrgang: 2006
Einkaufspreis: 6,20 €
Verschluss: Schraubverschluss
Quelle: Fachhandel

Weingut Wittmann Riesling trocken 2005

Montag, 29. Januar 2007

Das Weingut Wittmann gilt neben Gunderloch und Heyl zu Herrnsheim als einer der hervorragenden Erzeuger von Riesling im Gebiet Rheinhessen. Genauso wie bie Heyl wird auf Ökologie im Weinbau wert gelegt. Dies passiert nach den Kriterien von Naturland. Nun steht eine Verkostung des Gutsweins an. Dieser Riesling macht einen etwas einfach strukturierten Eindruck. Schon farblich erscheint ein sehr helles Gelb. Es überwiegen mineralische Noten, die durch Pfisich und etwas Orange erweitert sind. Die Säure bewegt sich in einem mittleren Bereich. Es macht sich eine leichte Enttäuschung breit. Andere Winzer wie Dr. Losen, Loewen und auch der oben genannte Gunderloch sind in dem Preissegment und auch schon bei den Gutweinen häufig vielschichtiger und daher interessanter strukturiert. Bei den Lagenweinen von Wittmann ist sicherlich wesentlich mehr zu erwarten.

Wittmann Riesling trocken
Rheinhessen
Erzeuger: Weingut Wittmann
A.P.Nr: 4 327 231 014 06
Inhalt: 0,75
Alkohol: 12%
Jahrgang: 2005
Einkaufspreis: 8,00 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel