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Chateau Mouton Rothschild: Wie ein Traum entsteht

Freitag, 3. November 2017

chateau mouton rothschildBei Ikonen wie dem Chateau Mouton Rothschild denkt man leicht: Made in Heaven. Doch es ist natürlich anders. Die Reben wachsen auf dem Boden. Um mich davon zu überzeugen bin ich mit dem Boot nach Pauillac gefahren und habe bei der Ernte mitgeholfen. Sicherlich ist dies nur ein kleiner Schritt in der Entstehung eines Traums in der Flasche.

trauben mouton rothschildVor der Erne ist sicherlich viel im Weinberg passiert. Die Rebstöcke sehen sehr gepflegt aus. In der Parzelle – für die ich eingeteilt bin – wurden die Reben in den 1950er Jahren gepflanzt. Dies ist ein typisches Alter der Rebstöcke vom Chateau Mouton Rothschild. Man könnte also ohne weiteres auch noch Alte Reben auf das Etikett der Weine schreiben. Darauf verzichtet man natürlich.

Meine zu erntenden Trauben bestehen aus der Rebsorte Cabernet Sauvignon. Dies ist ja auch der Hauptbestandteil des Mouton Rothschilds. Die Lese findet in einem Durchgang statt. Jedoch ist dies immer zum optimalen Zeitpunkt. Da müssen die Erntehelfer schon einmal auf ihren Einsatz warten. Dieses Jahr ist die Lese etwa zwei Wochen früher als gewöhnlich.

Weinernte bei Mouton Rothschild

An den Rebstöcken hängen recht viele sehr kleine Trauben in perfektem Reifezustand. Botrytis oder unreife Trauben sind sehr selten zu sehen. Was den Ertrag betrifft, haben die Spätfröste dieses Jahres um Pauillac glücklicher Weise einen Bogen gemacht. In anderen Bereichen von Bordeaux waren sie verheerend. Die Erntemenge in Frankreich ist im Jahrgang 2017 auf einem extremen Tiefstand.

ernte mouton rothschildBei Mouton Rothschild wird immer die ganze Traube geerntet. Eine Selektion findet in der nah gelegenen Kelterhalle statt. Der Transport dahin passiert in kleinen Kunststoffkisten. In diese passen ca. 10 kg Trauben. Der Vorteil dieser Kisten liegt auf der Hand: Keine Traube wird beschädigt. Die Entlohnung der professionellen Erntehelfer hängt auch von der Anzahl der geernteten Kisten ab. An der neu gebauten Kelterhalle treffen ständig neue Trauben ein. Bei der Selektion habe ich leider nicht zusehen dürfen. Nur so viel: Es wird sortiert nach Abschnitt, Trauben für den Zweitwein Petit Mouton und für den Erstwein Chateau Mouton Rothschild.

chateau mouton rothschild keller Anlieferung an die Kelterhalle

fass chateau mouton rothschild Gärtanks vom Chateau Mouton Rothschild

wein chateau mouton rothschild Saftiger Cabernet Sauvignon

Pressung und Ausbau

Die Rebsorten werden hierbei natürlich nicht gemischt. Nach der Pressung geht es in die Gärtanks. Der langsame Ausbau des Mouton Rothschild passiert dann in neuen Barriquefässern. Erst später findest ein Blending statt. Der große Keller ist recht bekannt. In ihm hat ein ganzer Jahrgang Platz. Jetzt ist er allerdings wegen der neuen Ernte recht geräumt.

keller chateau mouton rothschild Fasskeller vom Chateau

cuvee mouton rothschild Blending der Grundweine

boden paulliac moutonIn Pauillac bewirtschaftet das Chateau Mouton Rothschild 90 Hektar Weinberge. Die hier erzeugten Trauben kommen dann in den Erst- und Zweitwein mit dem Namen Petit Mouton. Dabei gibt es keine vorherige Festlegung welcher Bereich für welchen Wein geeigneter ist. Der leicht hüglige Boden vom Chateau Mouton Rothschild scheint auch recht homogen zu sein. Der Boden am linken Ufer (der Garonne) unterscheidet sich jedoch deutlich vom rechten Ufer. Besonders Pauillac ist von einer ca. 20 Meter tiefgründigenen Schicht von runden Steinen geprägt. Dies ist ehemaliges Flussgestein.

Weiter geht es in die Ausstellung vom Chateau Mouton Rothschild. Hier gibt es auch eine Übersicht über die Etiketten. Das 1945er Weinetikett macht den Anfang von variierenden Motiven, die dann recht bald von Künstlern gestaltet wurden. 1945 war gerade auch vor dem Hintergrund der Familiengeschichte der Rothschild ein Einschnitt. Nicht nur wegen des V als Symbol für den Sieg über die Nazis gilt der Wein als Legende und erzielt auf Versteigerungen Preise im Bereich der höheren Tausend Euro pro Flasche.

Künstleretiketten und Kunstsammlung vom Chateau Mouton Rothschild

In der Ausstellung gibt es zudem alle Künstleretiketten in den Originalen zu besichtigen. Mit dabei sind Salvador Dali (1958), Joan Miro (1969), Marc Chagall (1970), Wassily Kandinsky (1971), Pablo Picasso (1973), Andy Warhol (1975), Georg Baselitz (1989), Jeff Koons (2010) und vielen weitere. Mir persönlich hat besonders das Etikett von Marc Chagall gefallen. Das Blau kommt in diesem originalen Bild fantastisch strahlend zur Geltung. Hier kann man die Künstleretiketten betrachten.

mouton rothschild v 1945
Das berühmte Etikett von 1945

tanzende mouton rothschild
Überall Figuren und Schafsköpfe

Das Kunstmuseum von den Rothschild ist ebenso sehr sehenswert. Darin stammt das älteste Exponat aus dem 9. Jahrhundert. Mich beeindruckten die tanzenden Figuren, wie z.B. eine aus dem 16. Jahrhundert. Dies waren die Vorlagen für die Weine von Chateau Clerc Millon und Chateau d’Armailhac (beide stammen jedoch geanauso wie der Mouton Cadet aus komplett getrennter Produktion). Fotografieren ist in dem Museum aber leider verboten. So muss man eben selbst hinfahren um die fantastischen Exponate bestaunen zu können.

Weingut Weltner Rödelseer Schwanleite Scheurebe

Sonntag, 31. Januar 2016

Weingut Weltner Rödelseer Schwanleite Scheurebe Es gibt jetzt einen Wein aus Franken aus der Ersten Lage Rödelseer Schwanleite. Die verwendete Aromarebsorte Scheurebe hat derzeit Hochkonjunktur. Nicht nur in der halbtrockenen Ausführung im Liter aus Rheinhessen gibt es diese. Vielmehr tut sich auf einem ganz anderen Qualitätsniveau in Franken recht viel. Hier wird die Rebsorte nicht nur in Ersten Lagen angebaut und auch so vermarktet. So habe ich als Empfehlung von meiner liebsten Weinentdeckerin eine Flasche trockene Scheurebe vom Weingut Weltner erhalten.

Paul Weltner hat 2005 das Weingut in Rödelsee von seinem Vater übernommen. Zuvor lernte er an der Weinsberger Weinschule und war im Weingut Rebholz in der Pfalz tätig. Das Weingut Weltner ist das älteste im Ort und gilt als eines der Besten. Auch wenn es mit seinen 9,5 Hektar Rebfläche nicht unbedingt das bekannteste Weingut in Franken ist. Diese liegen vornehmlich bei Rödelsee. Dabei sind die Lagen Küchenmeister (4,6 ha) und Schwanleite (1,7 ha) von besonderer Bedeutung. In beiden Lagen sind mineralienreich und von Gipskeuper geprägt. Der Schwan mit Trauben ist nicht nur im Wappen des Weinguts zu finden, sondern auch in dem der Gemeinde Rödelsee.

Rödelseer Schwanleite Scheurebe vom Weingut Weltner verkostet

Die Scheurebe zeigt sich in einem hellen Strohgelb im Glas. In der Nase ist eine feine Duftigkeit mit gelbem Pfirsich und Maracuja. In der zweiten Nase ist ein saftiger Apfel mit Aprikosen untermalt. Für diese Aromarebsorte ist das sehr zurückhaltend, fein und dabei verspielt. Nichts springt ein an. Eher wie bei einem guten Riesling als bei einer gewöhnlichen Scheurebe. Auch der Gaumen ist dieser Weißwein aus der Rödelseer Schwanleite ausgewogen und sehr schön trocken. Feine Mineralität mit sanfter Frucht bereitet eine sehr erfreuliche in der Länge. Ich hatte für mich die trockenen Scheureben bisher noch nicht entdeckt. Aber mit dem 2013er aus der Rödelseer Schwanleite zeigt das Weingut Weltner das man sich für diese Weine begeistern kann. Ein Kompliment an Paul Weltner diese Rebsorte so fein interpretieren zu können. Der Wein kostet ca. 12 Euro ab Weingut.

Zum Weingut

Besuch im Grand Cru Rangen de Thann

Montag, 23. Juni 2014

Besuch im Grand Cru Rangen de Thann Die deutschen Genießer mögen Weine aus guten Lagen. Diese gibt es im Elsass schon recht lange. Ihre amtliche Registrierung erfolgte jedoch erst seit 1975 mit der berühmten Modellage Schlossberg. In zwei weiteren Schritten wurden es 50 Grand Crus. Mit dem Kaefferkopf als 51stes Grand Cru seit 2007 kann man die Klassifizierung als abgeschlossen betrachten. Die südlichste und zugleich steilste dieser Lagen ist seit November 1983 Rangen bei Thann. Hier endet auch die Elsässer Weinstraße, welche bei 170 Kilometern Länge durch 67 Weinbaugemeinden führt. Die Grand Crus besitzen 14 verschiedene Bodentypen. Nicht nur wegen ihrer Steilheit ist Rangen de Thann etwas besonders.

Im Rahmen der diesjährigen Millesimes Alsace in Colmar machten wir einen kleinen Abstecher in den Süden des Anbaugebiets nach Thann. Hier zeigten uns eine Reihe von namenhaften Erzeugern des Ortes ihre berühmte Grand Cru Lage Rangen. Doch zu Beginn ging es erst mal in das örtliche Weinmuseum. Hier erfuhren wir einiges Wissenswertes über die Geschichte des Ortes. Diese spiegelt die wechselhafte Vergangenheit des Weinbaus im Elsass wieder. Eine erste immense Blüte erreichte dieser bis zum 30 Jährigen Krieg, der jedoch dann verheerende Folgen hatte.

Auch später gab es bedeutende Einschnitte. Bis vor der Reblauskrise erholte sich der Weinbau und hatte mit 30.000 ha ungefähr die doppelte Fläche von heute. Auf älteren Bilder kann man sehen, dass früher um Thann wesentlich mehr Flächen als jetzt mit Reben bestockt waren. Ein Tiefpunkt war dann mit nur noch ca. 7.500 ha genutzter Rebfläche erreicht. Evtl. hatte dieser Niedergang aber auch einen positiven Effekt: Die Winzer konzentrierten sich stärker auf die besonders guten Lagen wie auf den Grand Cru Rangen. Frühere Lagen wie Enchenberg und Stauffenberg wurden in Thann aufgegeben. Deswegen hat der Ort hat nur noch die eine Grand Cru Lage. In Rangen de Thann hat das noch eine weitere Folge. Die Steilheit erfordert aufwendige Handarbeit. Hier kann man nur gute Weine machen, die der Konsument auch schätzt, sonst lohnt sich die Arbeit nicht.

Besuch im Grand Cru Rangen de Thann Besonders beeindruckend im Weinmuseum von Thann sind 14 verschiedene Bodenproben aus dem Elsass. Diese verdeutlichen die unterschiedlichen Terroirs am Rande der Vogesen. Im Rangen besteht ein unverwechselbarer und im Elsass einzigartiger Boden, der vor 350 Millionen Jahren entstanden ist. In Folge von vulkanischer Tätigkeit bildete Grauwacke. Der Boden im Rangen hat nur einen sehr geringen Anteil an Lehm. Deswegen müssen die Wurzeln hier tief in das Gestein hinunter und finden hier viele Mineralien. Zugleich speichert der Boden die Wärme gut für die Nacht.

Wanderung durch die Lage Rangen de Thann

Ab in die Lage selbst: Mit bis zu 68 Grad Steigung führt der Rangen de Thann bis auf eine Höhe von 470 Meter über Null. Der Ort Thann selbst liegt ca. 100 Meter tiefer auf 350 über dem Meeresspiegel. Der Rangen ist damit der steilste Weinberg im Elsass und damit sehr wahrscheinlich auch in ganz Frankreich. Auf knapp 19 Hektar entstehen Weine die inzwischen sehr gesucht und nicht mehr wirklich erschwinglich sind. In den steilen Parzellen im Zentrum der Lage überwiegen Pinot Gris und Riesling. Der Gewürztraminer wird häufig in etwas kühleren und weiniger steilen Bereichen angebaut.

Besuch im Grand Cru Rangen de Thann In der Lage gibt es zwei besondere Clos, die dann auch so als Zusatzbezeichnung auf dem Etikett stehen. Zum einen bewirtschaftet die Domaine Schoffit seit 1986 das Clos Saint Theobald im Herzen des Grand Cru Rangen alleinig. Benannt ist es – genauso wie die gotische Pilgerkirche von Thann – nach dem heiligen Bischof Theobaldus. Besonders bei den Pilgern im Mittelalter soll der Wein aus Rangen sehr beliebt gewesen sein, was den Oberen in der Kirche damals nicht so sehr geschmeckt hat. Die Domaine Schoffit bewirtschaftet insgesamt 16,5 ha, von denen 5,5 ha als Grand Cru klassifiziert sind. Man hat sich also auf Spitzenweine vor allem zu ähnlichen Anteilen aus Pinot Gris, Riesling und Gewürztraminer ausgerichtet.

Besuch im Grand Cru Rangen de Thann Das zweite Clos im Rangen gehört alleinig Zind Humbrecht. Ebenfalls wie die Domaine Schoffit kann man auf eine lange Geschichte zurück blicken. Der Weinbau geht ohne Unterbrechung bis auf das Jahr 1620 zurück. Besonders der Vater des jetzigen Inhabers Leonard Humbrecht machte sich um den Weinbau im Rangen verdient. In den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hatte er ca. 3 ha in der Lage übernommen. Schon damals lag der Schwerpunkt von Zind Humbrecht nicht auf Masse, sondern auf hoher Qualität. Ähnlich wie die Domaine Schoffit erkannte man das Potenzial in Thann sehr früh, obwohl es damals dort für den Weinbau nicht gerade zum Besten stand.

Besuch im Grand Cru Rangen de Thann Oliver Humbrecht in der Lage Rangen de Thann

Heute werden von Zind Humbrecht 5,5 ha hier im Clos Saint Urbain bewirtschaftet. Jetziger Inhaber Olivier Humbrecht – einer der wenigen Winzer, die auch zugleich den begehrten Titel Master of Wine tragen dürfen – führte uns durch die Lage. Unter einem Clos ist hier im Elsass aber etwas anders zu verstehen als im Burgund. Lediglich einige vertikale Mauern sind zur Befestigung des Hangs zu sehen. Bei der Steilheit der Lage braucht man auch nicht mehr. Bei der Wanderung durch den Weinberg an einem windigen Tag ist auffällig, um wieviel wärmer die Luft zwischen den Reben gegenüber der auf den Wegen ist. Und noch bei einer anderen Thematik war Zind Humbrecht sehr früh dabei: Seit Ende der 1990er Jahre werden die Weine biologisch-dynamisch erzeugt.

Besuch im Grand Cru Rangen de Thann
Nun ging es zur Verkostung der Weine aus dem Rangen de Thann. Diese fand in einer Hütte von einem Schießplatz direkt am Fuße des Grand Cru statt. Und einige der Weine sind richtig scharfe Geschosse. Hier beginne ich mal mit dem abschließenden Höhepunkt. Bei der Verkostung der gereiften Weine aus dem Grand Cru Rangen offenbart sich ihre tatsächliche Qualität. Dabei gingen wir zurück bis ins Jahr 1985. Dieser wurde also knapp nach der Adelung der Lage Rangen zum Grand Cru erzeugt. Der Riesling von Zind Humbrecht „Clos St Urbain“ wurde aus der Magnumflasche verkostet und ist noch dermaßen frisch und stimmig beieinander, dass es beeindruckt. Man wünschte sich diese Langlebigkeit auch in einer ähnlichen Kategorie in Deutschland.

Verkostung von Weinen aus der Lage Rangen de Thann

Natürlich geht es bei der Verkostung nicht nur um Geschichte und Weine die kaum noch käuflich zu erwerben sind. Vielmehr präsentieren die fünf Erzeuger aus Rangen (Bruno Hertz, Schoech, Schoffit, Wolfberger und Zind Humbrecht) ihre aktuellen Weine aus den Rebsorten Riesling, Pinot Gris und Gewürztraminer. Wobei aktuell hier – wie auch in vielen anderen Orten des Elsass – bedeutet, dass der jüngste Wein jetzt aus dem Jahr 2012 stammt. Man nimmt sich also nicht nur Zeit um uns die Lage zu erklären, sondern man hat diese Zeit auch im Keller um so lange zu warten bis der Wein reif ist.

Besuch im Grand Cru Rangen de Thann Mir gefallen vor allem die Rieslinge. Zind Humbrecht ist in 2012 hervorragend. In der Nase ist der Rangen de Thann Grand Cru Clos St Urbain sehr schön duftig mit Grapefruit. Er zeigt sich leicht rauchig, was für die Lage nicht untypisch ist. Am Gaumen entfaltet sich bei diesem Riesling ein schöner Schmelz. In der Länge kommt eine tiefe feine Frucht mit etwas Süße zum Tragen. Seine 14% Alkohol steckt dieser Wein bei 5,8 Gramm Restzucker locker weg. Den 2011er Riesling gibt es mit ähnlichen Werten daneben. Er wirkt etwas balancierter.

Besuch im Grand Cru Rangen de Thann
Riesling Rangen de Thann von der Domaine Schoffit

Auch der Riesling der Domaine Schoffit aus dem Jahr 2012 begeistert mich. In der Nase bemerke ich bei dem Clos Saint Theobald eine angenehme Aprikose. Die zweite Nase ist hellfruchtig duftig und leicht vegetabil. Der Mund ist bei diesem Wein ausgefüllt von Frucht. Die Säure macht schön Druck. Sehr gute Länge. Generell fällt auf, dass viele dieser Weine aus den Grand Cru Rangen einen ganz eigenen Charakter haben, den man so erst einmal verstehen muss.

Wolfberger muss auch noch erwähnt werden. Die Rieslinge sind wesentlich schlanker als von den anderen Erzeugern. Dies ist sicherlich moderner und trägt auch einer Kritik am Elsass Rechnung. Auch wenn dies wahrscheinlich bei Wolfberger eher darauf zurückzuführen ist, dass ihre Parzellen im Rangen etwas kühler sind (geringerer Restzucker und Alkohol deuten darauf hin), finde ich die Ansicht, dass die Weine aus dem Elsass zu dick seien, nicht gerecht fertigt. Sicherlich sind sie alles andere als modisch und schlank. Sie haben jedoch ein Profil und in den guten Qualitäten findet man eben nicht nur diese Unverwechselbarkeit, sondern auch noch dazu ein unglaubliches Finessenreichtum.

Besuch im Grand Cru Rangen de Thann Neben den Rieslingen gab es noch zwei andere noble Rebsorten aus dem Grand Cru Rangen zu verkosten. Die Pinot Gris sind mit Restzuckerwerten zwischen 35 und 52 Gramm pro Liter sicherlich eher etwas für die Gastronomie. Die Gewürztraminer stehen in dem Bereich kaum etwas nach. Dieser Rebsorte steht dies aber sehr gut zu Gesicht, auch wenn ich immer etwas Problem dabei habe, diese Weine in ihrer Jugend zu bewerten. Restzucker ist nun mal ein Geschmacksverstärker, der die feinen Nuancen eines solchen Weins etwas stark überdecken kann.

Besuch im Grand Cru Rangen de Thann Abschließend zu diesem doppelten Lagenbericht möchte ich dem Elsässer Weinbauverband und vor allem den fünf beteiligten Weingütern für die Möglichkeit danken die Lage Rangen de Thann mit dermaßen kenntnisreicher Begleitung besuchen zu können und einen so detaillierten Einblick in die Weinerzeugung vor Ort und die aktuellen und gereiften Weine dieses Grand Cru erhalten zu können.

Die Bilder des Artikels und viele andere aus dem Elsass gibt es in höherer Auflösung in unserem Bilderbuch bei Facebook. Ein weiterer Bericht aus dem Elsass wird noch folgen.

Oestricher Lenchen

Freitag, 15. Juli 2011

Oestricher Lenchen[Rheingau-Riesling-Route #10] Das Oestircher Lenchen ist eine Erste Lage im Rheingau. Die 119 Hektar Rebfläche liegen im Norden von Oestrich-Winkel. Hier wird wie im Rheingau üblich Riesling angebaut. Mit einer leichten Steigung von bis zu 15% sind eher in Richtung Süden ausgerichtet. Im Oestricher Lehnchen sind Lösslehme mit Mergelböden gemischt. Der Name entstand durch eine Berglehne, die zum Pfingstbach geneigt ist. Das Oestricher Lehnchen ist aufgrund seiner Größe nicht ganz einheitlich. Im historischen Herzstück der Lage entstehen besonders geschmacksintensive und fruchtige Rieslinge. Wichtige Weingüter im Oestricher Lehnchen sind Kühn, Spreitzer und Wegeler.

Winkler Hasensprung

Samstag, 9. Juli 2011

Winkler Hasensprung[Rheingau-Riesling-Route #8] Der Winkler Hasensprung liegt direkt in Anschluss östlich vom Schloss Johannisberg. Auch wenn es mit 97 Hektar nicht zu den Top-Lagen im Rheingau gehört, ist sie als Erste Lage klassifiziert. Einige Bedeutung der Lage Winkler Hasensprungs hat diese durch Goethe bekommen. So äußerte er sich besonders positiv bei einem Besuch des Rheingaus im Jahr 1814 als Gast der Frankfurter Bankiersfamilie Brentano über einen Riesling aus dieser Lage des Jahrgangs 1811. Es ist überliefert, dass Goethe damals von diesem Winkler Hasensprung recht viel trinken konnte. Es solle ihn zudem beim Dichten inspiriert haben.

Winkler HasensprungDer Ursprung des Lagennamens Winkler Hasensprung ist wahrscheinlich unübersehbar. Jedenfalls fühlen sich dort nicht nur Hasen, sondern auch Kaninchen sehr wohl und düngen den Boden. Der Winkler Hasensprung ist leicht hügelig mit einer Steigung von bis zu 30% und einer Südexposition. Es wechseln sich tiefgründige Lössböden mit flachgründigen Kiesen ab. Die guten Rieslinge aus dem Winkler Hasensprung überzeugen durch intensive Fruchtaromen und einer knackigen Säure. Wichtige Weingüter mit Parzellen in dieser Lage sind Prinz von Hessen, Wegeler und Allendorf.

Winkler Jesuitengarten

Donnerstag, 7. Juli 2011

Winkler Jesuitengarten[Rheingau-Riesling-Route #7] Der Jesuitengarten ist eine Erste Lage bei Oestrich-Winkel. Seinen Namen erhielt die Lage durch den Besitz des Weingartens durch das Jesuitenkolleg in Mainz von 1606 bis 1773. In der Nassauischen Weinkarte des Rheingaus von 1867 ist der Winkler Jesuitengarten jedoch nicht verzeichnet. Hier ist ein weißer Fleck, bzw. Winkel reicht bis an den Rhein heran. Zugleich ist die Lage Winkler Jesuitengarten durch ihre Wärme recht beachtlich. Mit der Ortsnähe zu Winkel und einer Mauer ist guter Schutz vor Wind gegeben. Infolge der entstehenden Wärme sind ein früher Austrieb der Reben und eine lange Vegetationsperiode zu verzeichnen. Aus diesen Gründen gilt der Winkler Jesuitengarten als eine der wärmsten Lagen des Rheingaus.

Winkler JesuitengartenDer Boden im Winkler Jesuitengarten unterscheidet sich in der Rheinnähe deutlich von den höheren Lagen. Hier sind Feinerde, sandiger Lehm mit Kies und Sandstein zu finden. Es handelt sich um eine frühere Rheinaue, die durch die Einschleifung und Verlagerung des Flusses entstanden ist. Die Lage Winkler Jesuitengarten ist 23 Hektar groß. Bei nur geringer Steigung ist sie Richtung Süd bis Südwest ausgesichtet. Wichtige Weingüter im Winkler Jesuitengarten sind Prinz von Hessen, Spreitzer, Allendorf und Wegeler.