Trauer um Ernest Gallo
Mit 97 Jahren ist am 6.März der kalifornische Weinpionier verstorben. Zusammen mit seinem Bruder Julio (1993 tödlich mit dem Auto verunglückt) baute er ein Weinimperium auf. Sie begannen im Jahre 1933 die verschuldete Farm ihres Vaters zu bewirtschaften. Nach einer Legende bezogen sie ihr Wissen über Weinbau aus einer Leihbibliothek. Die Situation nach dem Ende der Prohibition war günstig. Der Weinproduzent Gallo hat heute 4600 Mitarbeiter und vertreibt Wein in über 90 Länder der Erde in einer Vielzahl unterschiedlicher Qualitätslinien.Weiterlesen »Trauer um Ernest Gallo
„Lange bevor die Spanier den Weinbau nach Argentinien brachten, bereiteten die Ureinwohner (Tribu) ein berauschendes Getränk aus Früchten als Ritual der Verbundenheit. Dessen Genuss gehörte damals zu allen Festivitäten und Begegnungen“. So steht es auf dem Rückenetikett der Flasche. Was damit über den Wein ausgesagt werden soll, bliebt ziemlich unklar und ist auch geschmacklich nicht zu erschließen. Dies ist wieder einmal ein Beispiel, wie versucht wird, Folklore zu vermarkten. Nachdem die spanischen Siedler die lokalen Kulturen unterdrückten, bemächtigen sich nun einige Weinhersteller dieser und enteignen die süd- und mittelamerikanischen Ureinwohner ein weiteres Mal, nämlich darin ihre Vergangenheit selbst zu interpretieren.
Autochthone Rebsorten sind Traubensorten, die nur in einem Gebiet der Erde angebaut werden. Der Begriff kommt aus dem Altgrieschischen und meint eine einheimische bzw. indigene Art. Die Gründe für autochthone Rebsorten liegen vielmals in Anpassungsproblemen an andere Klima- oder Bodenverhältnisse. Zudem haben diese Sorten eine lange Tradition im jeweiligen Anbaugebiet. Diese Rebsorte ist dann mit der Anbauregion identifiziert. Zugleich gibt es Schattenseiten: Diese bestehen in Vermarktungsschwierigkeiten der häufig eher unbekannten Rebsorten. Es gibt einige dieser Weine, die dann lediglich lokal vermarktet werden. Andere Weine aus autochthonen Rebsorte werden gerade aufrund ihrer Eigenständigkeit weltweit geschätzt. Dies stellt auch Probleme bei der geographischen Ausdehnung dieser Rebsorten dar.