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Weinrallye #45: La Cave du Dauphin Volnay 1er Cru Clos des Chenes 1987

Sonntag, 22. Mai 2011

La Cave du Dauphin Volnay 1er Cru Clos des Chenes 1987Es ist wieder einmal Weinrallye. Ausgerufen von drunkenmonday ist das Thema dieses Mal gereifte Weine. Schon in der vergangenen Runde hatten wir einen Wein von der Rhone in dieser Kategorie verkostet. Generell interessieren wir uns auch für Altweine, wie in dieser Übersicht deutlich wird. Man kann sich generell fragen, welche Weine so alt werden. Da sind zum einen die Rieslinge aus Deutschland in den höheren Prädikaten. Portweine können natürlich auch ziemlich alt werden. Ebenso trockene rote Weine z.B. aus Bordeaux, von der Rhone oder aus Portugal. Sicher passt hier noch viel mehr. Da bin ich einmal gespannt, welche Weine von anderen Teilnehmern der Weinrallye ausgesucht werden. Wir haben uns für einen reifen Burgunder, nämlich den Volnay 1er Cru Clos des Chenes von La Cave du Dauphin aus dem Jahrgang 1987 entschieden.

Aber ganz von Anfang an. Vor einigen Jahren hatte ich das Glück einige ältere Burgunder preisgünstig zu erstehen. Die Preise sind zum Teil so richtig im Keller, da diese Weine zum Teil unverkäuflich sind. Das hängt damit zusammen, dass nur wenige Leute etwas über die Reife, Lagerfähigkeit, Jahrgänge vor allem die Kennzeichnungen im Burgund bescheid wissen. Das Burgund hat einen sehr eingeschränkten Fankreis. Als Hauptproblem an diesem Weinbaugebiet schient mir der Einstieg zu sein. Und hierbei ist neben der komplizierten Kennzeichnung ein weiterer Aspekt relevant. Normaler Weise beginnt das Interesse an einem Gebiet bei erschwinglichen Preisen. Das gibt es zwar auch im Burgund für ca. 6 Euro. Für diesen Preis Weine zu finden die soviel auch Wert sind, ist gar nicht so leicht.

La Cave du Dauphin Volnay 1er Cru Clos des Chenes 1987Beim Jahrgang 1987 wird so mancher für das Burgund unruhig. Zum einen ist dieser Volnay 1er Cru schon ziemlich alt. Diese Pinots werden häufig als ca. 5 bis 7 Jahre nach Jahrgang als trinkbar und mit einer Lagerfähigkeit von bis zu 20 Jahren angegeben. Das ist also bei diesem Volnay schon die Oberkante. Zum anderen war 1987 nicht umwerfend gut. Trotzdem musste dieser Wein vor einiger Zeit in meinen Keller. Der Preis für dieses 1er Cru Clos des Chenes von La Cave du Dauphin war einfach zu verlockend. Unter 30 Euro gibt es so einen Wein aus aktuellen Jahrgängen nur sehr selten zu kaufen. Nun muss er aber für die Weinrallye aufgezogen werden.

La Cave du Dauphin Volnay 1er Cru Clos des Chenes 1987Der Korken des Volnay 1er Cru Clos des Chenes von La Cave du Dauphin ist erst zu einem drittel verbraucht. Er ist überall sehr schön stabil und hat ganz deutlich Weinstein angelagert. Dieser Burgunder ist gar nicht so trüb, wie er in seinem Alter sein könnte. Farblich gestaltet sich der Volnay von Rubin bis Braun. Gereifter Burgunder hat häufig einen etwas verwegenen Geruch. Und dann ist der erste Schluck ganz anders und vom Geruch her nur schwer zu berechnen. Dieser 1er Cru Clos des Chenes erscheint in der Nase als nur leicht staubig. Es ist Wildleder bis Tabak zu identifizieren.

Am Gaumen ist der Volnay enorm rund. Man sollte hier nicht von Frucht sprechen. Vielmehr ist bei diesem Clos des Chenes interessant, wie er seine bestimmt früher rassige Säure abgebaut und in einen etwas hölzernen Wohlgefallen überführt hat. Die Länge ist ebenso schön, wie es ist einer solchen Flasche auf den Boden hin zu folgen. Dabei gilt es ständig neue Aspekte dieses gereiften Volnay aus dem Jahr 1987 zu entdecken. Ständig ändert sich der Charakter dieses gereiften Burgunders.

La Cave du Dauphin Volnay 1er Cru Clos des Chenes 1987Man kann sich hier die Frage stellen, welchen Sinn Altweinproben vor dem Hintergrund dieser Unruhe eines Weines haben, bei denen die Flasche schluckweise an verschiedene Leute ausgegossen wird. Das ist so, als wenn man eine Party macht, jedem Besucher ein Puzzleteil gibt und keine Möglichkeit existiert, dass diese Teile zusammengefügt werden. Viel besser ist es doch solch einen großen Wein mit drei vier Freunden zu trinken und die Veränderung des Weins zu registrieren, bis man am Flaschenboden ankommt.

La Cave du Dauphin Volnay 1er Cru Clos des Chenes 1987
Frankreich – Burgund
Erzeuger: La Cave du Dauphin
Inhalt: 0,75
Alkohol: keine Angabe auf der Flasche (war damals nicht üblich)
Jahrgang: 1987
Einkaufspreis: kein Preis vorhanden
Verschluss: Naturkorken

Zusammenfassung Weinrallye: Wein in der weihnachtlichen Freudenzeit

Montag, 14. Dezember 2009

Der Titel dieser Zusammenfassung der Weinrallye hört sich etwas kompliziert an. Das hängt damit zusammen, dass zur Weihnachtszeit eigentlich auch eine Buß- und Fastenzeit gehört. Der 1. Advent läutet dann die weihnachtliche Freudenzeit ein. Da Wein und Freude eigentlich zusammengehören, lag das Thema dieser Weinrallye, also der Adventswein, auf der Hand. Es sollten Weine vorgestellt werden, die gut am Advent getrunken werden können oder die gut zu weihnachtlichem Gebäck wie Stollen, Plätzchen, Lebkuchen, Pfeffernüssen oder ähnlichem passen.

Es gab zahlreiche sehr lesenswerte Beiträge. An vielen Stellen wurde sogar selbst gebacken. Als Auftakt gleich um Mitternacht übersandte Theo alias Gumia eine Videobotschaft, in der verschiedene Glühweine wohltemperiert von den Damen des Hauses verkostet wurden. Wenige Minuten später, also um 00:19 gab es bei Bernhard aus Österreich Backwerk nach dem Rezept seiner Oma. Das waren Honigbusserl. Dazu gibt es gerne süße Auslesen besonders vom Traminer. Um 1:07 schlug Nathalie aus der Cucina Casalinga einen Moscato d’Asti vor. Da das alles italienisch angehaucht ist, wurde natürlich auch der Klassiker Panettone empfohlen. Wenig später erschien um 1:44 ein Beitrag der Weinnase auf mankannsessen. Gegessen wurden dort Pfeffernüsse. Dazu gab es einen Cabernet Sauvignon aus Chile. Hätte nicht gedacht, dass dies passt.

Frühaufsteher Alexander vom Blog Weinfachberater der Ultes präsentierte um 6:00 königliche Plätzchen mit einer Beerenauslese aus Rheinhessen. Zugleich trug sein Beitrag zur Rallye den wahrscheinlich längsten Titel in der Geschichte dieses Wettbewerbs. Um 6:18 erschien der Beitrag von lamiacucina. “Trockenplätzchen oder Christstollentrockenstücke bringt man nur runter, wenn der Staub befeuchtet und permanent weggespült wird” und dies demonstriert er mit einem Moscato d’Asti.

Um 6:56 veröffentlichte der der Blog “Chef, der Metzger hat gesagt” eine Verkostung eines Amselfelders aus Jugoslawien des Jahrgangs 1976. Hätte nicht gedacht, dass dies heute noch trinkar ist. Beim Weindeuter gab es um 9:08 am 2. Advent gebackenes Lammfleisch (wir drücken da gerne ein Auge zu) mit dem Adventswein Le Marteau aus dem Languedoc. Beim Wolf von der Hausmannskost wurde um 10:37 mal wieder so richtig schön gebacken. Dort gab es Bisciola bei dem einen schon bei den Fotos das Wasser im Mund zusammenläuft. Dazu wurde ein Chateau Gloria von 2001 gereicht.

Im Laufe des Tages erschien auch der Beitrag vom Weingut Simon-Bürkle. Hier backten Ex-Weinkönigin Susanne Bürkle und Christian Wolf Plätzchen und probierten diese mit einer Gewürztraminer Spätlese. Um 14:08 ging mein Beitrag zur Weinrallye online. Da gab es Portwein zum Lebkuchen. Es war ein herrlicher LBV von Taylor’s. Wenig später fragte sich Bernd welcher Wein zum Lebkuchen passt. Das Ganze liest sich zwar wie eine Trockenübung zuvor verkosteter Weine, aber Augen zudrücken gehört nun mal auch zur Rallye.

Um 19:02 wurde dann vom Winzer Harald Steffens vom Weingut Steffens-Keß allerhand mit Glühwein angestellt. Dabei wurde auch ein Bio-Riesling-Glühwein-Rezept bereitgestellt (Artikel leider nicht mehr online). Das soll zum ausprobieren empfohlen sein. Vinissimus zeigte um 21:00 zu Elisenlebkuchen und Früchtebrot eine Auslese von Muskat Ottonel und einen Rubyport. Das kann ich mir auch sehr lecker vorstellen. Zum Abschluss dieser Rallye gab es im Winzerblog um 23:08 Zimtsterne, Linzer Torte und einen roten Rohsekt. Die “Kalorienschlacht” hat dem Thomas offensichtlich Spass gemacht. Mir auch. Ich hoffe das ist bei allen Teilnehmern dieser Runde ebenso gewesen.

Bleibt mir noch allen Autoren von Beiträgen dieser 28sten Runde der Weinrallye zu danken und mich für die etwas späte Zusammenfassung zu entschuldigen. Die Weinrallye wird im neuen Jahr fortgesetzt. Lamiacucina hat das Thema Schweizer und Veltliner Weine ausgerufen. Wieder einmal etwas Neues und Spannendes!

Wein zum Lebkuchen: Portwein Taylors LBV 2003

Dienstag, 8. Dezember 2009

Portwein Taylors Late Botteld Vintage LBVDie Weinrallye #28 hat das Weihnachtliche Motto Adventswein. Es sollen Weine präsentiert werden, die am Advent gerne getrunken werden und zu typischem Adventsgebäck wie Christstollen, Lebkuchen oder Pfeffernüssen passen. Wir haben uns für Lebkuchen und Pfeffernüsse entschieden. Der Klassiker ist hierbei der Portwein. Vor allem zu nicht ganz so süßem Lebkuchen passt er hervorragend. Doch nicht jeder Portwein ist ideal und nicht jeder Lebkuchen ist zu empfehlen.

Wenn man sein Weihnachtsgebäck nicht selbst backt, ist zu empfehlen nicht das billigste zu kaufen. Meist wird bei den Backzutaten gespart und dann mehr Zucker verwendet um die Geschmacksintensität zu erhöhen. Auch beim Christstollen kann man dies feststellen. Beim Lebkuchen haben wir uns für welche mit wenig Schokolade entschieden. Wenn man Lebkuchen mit viel Schokolade oder gefüllte Schokoladenherzen nimmt, passt auch ein gereifter Tawny.

Lebkuchen Portwein Taylors LBV 2003Ich habe mich gezielt für den LBV von Taylors entschieden. Der Jahrgang 2003 gilt als hervorragend beim Portwein. LBV heißt Late Botteld Vintage. Im Gegensatz zum Vintage ist es also ein spät abgefüllter Einzeljahrgang, der meist 5 Jahre zuvor im Fass gelagert wurde. Sehr angenehm bei der Kombination mit dem Lebkuchen ist, dass dieser Portwein von Taylors nicht ganz so süß ist. Zugleich ist die Geschmacksintensität ähnlich wie bei dem Lebkuchen. Die Pfeffernüsse schmecken zwar auch sehr gut zum Taylors LBV 2003 übertönen den Portwein jedoch etwas.

Anders als bei älteren Portweinen (10jährig oder älter), die durch ihre Reife glänzen können, harmoniert im LBV von Taylors eine leichte Reife wunderbar mit einer ausgewogenen Frucht. Gerade diese Eigenschaft macht für mich Late Botteld Vintage Ports interessant. Da kann man fruchtige und fast schon überreife Süßkirschen und in Rum eingelegte Waldfrüchte schmecken. Das passt sehr gut in die Weihnachtszeit, ohne dass ich hier die Debatte ob Portwein eine Saison hat, eröffnen möchte.

Für mich ist Portwein generell und der LBV von Taylors im Speziellen die erste Wahl in der Kombination mit Lebkuchen. Generell passen auch fruchtige Rotweine der Rebsorten Shiraz oder Zinfandel. Das DWI empfiehlt natürlich deutsche Weine zum Lebkuchen. Da werden fruchtig duftende edelsüße Gewürztraminer oder Rieslinge genannt. Dabei besteht aus meiner Sicht jedoch schnell die Gefahr, dass das geschmacklich überladen wirkt.

Taylors LBV 2003
Portugal
Erzeuger: Taylors
Inhalt: 0,75
Alkohol: 20%
Jahrgang: 2003
Abgefüllt: 2009
Einkaufspreis: 20 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel

Weinrallye #17: Val Duna Pinot Grigio und Döner-Chips

Montag, 17. November 2008

val duna pinot grigio döner chipsKurz vor Toresschluss möchte ich noch meinen Beitrag zur aktuellen Weinrallye verfassen. Das Thema wurde von Swetlana ausgerufen. Es geht um Weine aus den letzten 12 Ländern, die der EU beigetreten sind. Eigentlich müsste ich jetzt ein Foto von meinen Schuhen machen um zu dokumentieren, wie ich mir heute die Füße nach einem Wein aus diesen Ländern wund gelaufen habe. Kurz vor Ladenschluss erstand ich einen Pinot Grigio von Val Duna. Das ist ein Wein aus Rumänien, der von der deutschen Reh-Kendermann Kellerei vertrieben wird. Den Merlot hatte ich hier schon vorgestellt.

Also Flasche auf und rein in das zweifelhafte Vergnügen. Na, ich traue mich noch nicht so ganz. Da zitiere ich vorher noch mal das Etikett dieses Weins für 2,99: “Weinliebhabern bietet der Val Duna Pinot Grigio alle Merkmale eines Spitzenburgunders: eine gelungene Kreation aus Frucht, Würze und zartem Schmelz.” Aha! Wenn es so ist. Ich traue mich schon gar nicht mehr den Korkenzieher in den Kunststoffkorken zu drehen. Aus Respekt vor Spitzenburgundern und aus Angst die geschmackliche Realität einem Werbeversprechen gegenüber stellen zu müssen.

val duna pinot grigioDie Nase ist unausgewogen und hat Anflüge von Nuss und Kunststoff. Am Gaumen ist eine hölzerne Frucht mit Gummibeeraroma. Zum Ende hin erscheint der Val Duna Pinot Grigio metallisch. Dies spiegelt sich im Nachhall wieder, der leider zu lang ist. Dieser Wein schreit danach, dass man schnell seine Geschmacksnerven mit viel Kaffee repariert. Wenn Spitzenburgunder so schmecken würden, würde ich ab heute nie wieder Burgunder trinken. Demnächst wird es wieder französische Zwiebelsuppe geben. Dafür wird dieser Pinot Grigio von Val Duna noch reichen.

So, nun werden die Döner-Chips aufgemacht. Die erinnern geschmacklich tatsächlich etwas an Döner. Hier wird “Döner mit alles!” versprochen. Das ist leichter zu erfüllen, als sich mit Spitzenburgundern messen zu wollen. Und ehrlicher ist das auch. Immerhin hat man den typischen Ziebelnachgeschmack. Ich hätte gehofft, dass die Türkei und nicht Rumänien in die EU gekommen wäre. So etwas sollte ohnehin keine kulturelle oder finanzielle Frage sein, sondern eine Geschmackssache.

Weinrallye #15: Urlaubswein

Montag, 15. September 2008

mosel ürzigSchon wieder gibt es eine Runde Weinrallye. Ausgerufen hat sie diesmal der Blog gotorio. Das hier vorgegebene Thema ist Urlaubswein. Das ist höchst vielfältig und für jeden kann etwas dabei sein. Sogar für Weinblogger, die gar keinen Urlaub gemacht haben: “Wir wünschen uns aus dem Urlaub mitgebrachte Weine, aber genauso Urlaubserlebnisse, die mit Wein zu tun haben und Weinerlebnisse, die mit Urlaub zu tun haben. Oder vielleicht ein Tropfen, der so gut ist, dass er den Urlaub ersetzt?”

Ich habe mich dazu entschieden etwas über eine Weinreise zu schreiben. Zwar habe ich in diesen Folgen schon über meine sommerliche Reise an die Mosel berichtet, jedoch einige kleine Geschichten ausgelassen, die ich nun nachholen möchte. Einige meiner Lieblingslagen an der Mosel sind die Trittenheimer Apotheke, der Ürziger Würzgarten und das Erdenener Treppchen. Über das Erdener Treppchen habe ich schon vieles geschrieben und auch schon hervorragende Weine vorgestellt.

mosel ürziger würzgartenDer Ürziger Würzgarten ist jedoch auch sehr interessant. Er liegt oberhalb von Ürzig und von der Mosel aus gesehen links neben dem Erdener Treppchen. Der Name Würzgarten geht auf die Römer zurück. Diese haben nämlich vor Jahrhunderten dort schon Wein angebaut. Damals war es üblich den Wein mit Kräutern anzusetzen. Man sagt den Weinen aus dem Ürziger Würzgarten jedoch heute noch – auch ohne Kräuter – nach etwas würzig zu sein.

Und so entschloss ich mich dazu aus dieser Lage einen Wein mit nach Hause zu nehmen. Ebenso einen aus der Trittenheimer Apotheke. Beide schmeckten nicht so arg doll. Weswegen ich einen detaillierte Vorstellung der Weine im Rahmen von weinverkostungen.de unterlassen habe. Die Trittenheimer Apotheke 2007 kam vom Weingut Milz und der Ürziger Würzgarten 2006 Spätlese feinherb vom Mönchhof. Den Urlaub für mich privat etwas rekapitulierend und mich sehr positiv an diesen Höhepunkt meiner Moselexkursion erinnernd, habe ich gerade einen Graacher Domprobst feinherb aus 2004 von dem von mir sehr geschätzten Weingut Kerpen im Glas. Mal schauen was der bringt. Dazu höre ich gerade das Komplettwerk der Beatles in alphabetischer Reihenfolge der Titel (gerade “Nothing’s gonna change my World”).

D’Arenberg The Galvo Garage

Dienstag, 15. Juli 2008

D'Arenberg The Galvo GarageNachdem ich mir die Schuhe löchrig gelaufen habe, bei der Suche durch den münsteraner Weinfachhandel nach einem Wein für die aktuelle Runde der Weinrallye, bin ich mit zwei Wein-Flaschen zuhause angekommen. Das Ziel war – so vom Blog Planet-Brodeaux (leider nicht mehr online) ausgerufen – einen Wein zu finden, der aus mindestens drei roten Rebsorten besteht, die in Bordeaux üblich sind und der nicht aus Bordeaux kommt. Das klingt nach einer nicht sehr preiswerten Angelegenheit, die vor allem in Übersee seine Entsprechung findet. Bordeaux war dort ja lange ein wichtiges Vorbild. Besonders Südafrika und Australien haben lange Zeit den Trend zur Orientierung an Bordeaux gezeigt. Viele Winzer haben sich von dem inzwischen aber auch emanzipiert.

D'Arenberg The Galvo GarageSo kommen die beiden Weine auch aus Australien und Südafrika. Eigentlich wollte ich beide Weine heute Abend parallel stellen und gegeneinander antreten lassen. Da der eine 14% und der andere 14,5% Alkohol hat und ich eh schon – nicht nur von der Lauferei – etwas geschafft bin, habe ich jedoch wählen müssen. Die Rebsortenanteile sind recht ähnlich. Bei beiden Rotweinen sind neben den in Bordeaux üblichen Rebsorten Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc auch ca. 10 bis 20 % Petit Verdot vorhanden. Den Vorzug hat der D’Arenberg “The Galvo Garage” erhalten. Er tritt ganz offen als “Red Bordeaux Blend” an und spielt zugleich mit seinem Titel auf die Garagen-Weine in Bordeaux an. Das ist doppelte sanfte Rebellion. Zum einen meint es mit der Garage die Rebellion gegen die Chateau-Klassifikation, wie es sie auch in Bordeaux gibt. Zum anderen sagt der Wein, dass ein Bordeaux-Stil in Australien erzeugt werden kann.

D'Arenberg The Galvo GarageUnd tatsächlich: Der Wein schafft den Vergleich. Im Glas ist ein dichtes dunkles Rot mit leicht braunen Reflexen. Die Nase bringt weiche Töne zutage. Die 14,5 % Alkohol sind kaum zu riechen. Vielmehr sind da reife Beeren. Am Gaumen entfaltet der D’Arenberg “The Galvo Garage” einen seidigen Geschmack nach etwas Schwarzer Schokolade mit Marzipan. Dazu geraten die erwartbaren dunklen Beerenfrüchte. Wieder Kakao und etwas Würze in der Länge. Geschliffene Tannine. Ganz spät trocknet der Gaumen. Der D’Arenberg “The Galvo Garage” bekommt bei Verkostungen über verschiedene Jahrgänge hinweg Bewertungen um die 90 Punkte und zu Teil auch darüber hinaus.

D'Arenberg The Galvo Garage

D’Arenberg The Galvo Garage verkostet

Der Wein ist jeztz trinkreif. Die Säure nicht mehr sehr intensiv. Trotzdem ist er sicherlich noch lange lagerfähig. Der von innen Schwarz-Violet gefärbte Korken macht den Eindruck noch mindestens ein Jahrzehnt dicht zu halten. Erst weniger als ein Millimeter ist “verbraucht”. In der Flasche finden sich – wie bei solchen Weinen normal – interessante Ablagerungen. Leer wird sie heute nicht. Das muss man dem Wein als einziges negativ anlasten. Er macht schnell satt. Und obwohl man gerne möchte, ist nach dem zweiten kleinen Glas Schluss. Da habe ich evtl. noch zwei Tage was von. Wie gut, dass ich den “Four” von Laibach nicht auch noch entkorkt habe. Bei den derzeitigen Temperaturen wäre das Wahnsinn.

D’Arenberg The Galvo Garage
Australien – McLaren Vale
Inhalt: 0,75
Alkohol: 14,5%
Jahrgang: 2002
Einkaufspreis: 18,60 €
Verschluss: Naturkorken
Quelle: Fachhandel