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Skyfall: Der traurigste James Bond seit 50 Jahren trinkt keinen Champagner mehr

Sonntag, 11. November 2012

Skyfall: Der traurigste James Bond seit 50 Jahren trinkt keinen Champagner mehrCharme britisch, Aktion amerikanisch und Genuss meist französisch: Das ist die spannende Mischung mit der James Bond seit 50 Jahren erfolgreich auf der Leinwand flimmert. Der Genuss änderte über die Jahrzehnte weniger als die Schauspieler von James Bond. Mit Daniel Craig trat der sechste Darsteller an, der nun in „Skyfall“ seinen dritten Auftritt hat. So sehr sich Bond auch mit den unterschiedlichen Schauspieler wandelte, die Getränke blieben häufig die Selben. „Skyfall“ ist hierbei jedoch ein deutlicher Einschnitt. Niederländisches Bier, schottischer Whisky und Cognac haben den Champagner ersetzt.

1962 bestellte sich James Bond einen Wodka-Martini alleine im Hotelzimmer. Damit war eines der wichtigsten Getränke für seine 50 Jahre währende Leinwandpräsenz festgelegt. Ungefähr 70 Filmminuten später wird zu Besuch bei Dr. No erstmals Dom Perignon ausgeschenkt. Angeregt vom Prickelwasser entbrennt ein Streit welcher Jahrgang beim Burgunder Chambertin (gemeint ist die Nobel-Appellation Gevrey Chambertin) denn der Beste ist. Dies ist aber nur ein Randdialog, der mit der Sprengung des Millionen Dollar teuren Labors von Dr. No gipfelt. Weinfreunde sind die beiden trotz der guten Getränke jedenfalls nicht geworden.

Rückblickend mag es jedoch erstaunlich sein, dass schon vor 50 Jahren schon in der Bond-Reihe ein Chinese versuchte mit Dom Perignon und teurem Burgunder Eindruck zu machen. Das nahm die Entwicklungen in den letzten Jahren schon vorweg, egal ob es den Markt bei Nobel-Cognac, Top-Bordeaux oder Prestige-Champagner meint.

Doch zurück zur Filmreihe. Das wahrscheinlich lustigste Bond-Zitat stammt von Sean Connery. Dieser lässt 007 im Film Goldfinger (1964) sagen: „Man trinkt zum Beispiel nie einen 53er Dom Perignon, wenn er eine Temperatur über 8 Grad hat. Das wäre genau so, als höre man den Beatles ohne Ohrenschützer zu“. In Feuerball (1965) wird dann DomPi 1955 mit einem Bond-Girl getrunken. Im darauf folgenden Jahr gibt es in „Man lebt nur zweimal“ den 59er mit einem Gegenspieler. Er will Bond gar keinen Champagner haben. Als er hört, es gibt Dompi, ändert er seinen Entschluss.

Neben Dom Perignon ist immer wieder Bollinger bei James Bond zu Gast. Der Dompi taucht bei 007 nicht selten in Konflikten mit dem Gegenspieler auf. In „Der Spion, der mich liebte“ äußerte Bond 1977 „Ein Mann, der 52er Dom Perignon trinkt, kann nicht nur schlecht sein“. Ab und zu gefällt ihm der Jahrgang nicht. Bollinger hingegen wird häufig mit den geliebten Spioninnen getrunken. Nicht selten handelt es sich dabei um das Spitzenprodukt La Grande Année. Auch wenn Dom Perignon häufig stärker mit James Bond verbunden wird, unsere Auswertung der bislang erschienenen Filme sagt etwas anders: Derzeit steht es 12:7 für Bollinger. Seit 1983 war das Champagnerhaus in jeder Folge vertreten gewesen.

Auch jenseits von Champagner hat das Spiel um Weinwissen eine Tradition bei James Bond. Der kultivierte 007 tritt gegen Ganoven an, die sich einfach nicht zu benehmen wissen. 1963 ist in „Liebesgrüße aus Moskau“ die Frühstückshotelbestellung noch ganz lustig „Feigen grün, Eier weiß und Kaffee schwarz“. Unterirdisch wird es dann jedoch bei einer Zugfahrt. James Bond bestellte zur Seezunge korrekt einen Weißwein (Chablis). Der Gegenagent wird enttarnt, weil er Chianti zum Fisch trinkt. Der Dialog beim Bestellen: „Für mich eine Flasche Chianti.“ „Weißen Chianti?“ „Nein ich möchte Roten.“ Was soll weißer Chianti sein?

1971 stiehlt Südafrika dem Champagner die Show. In „Diamantenfiber“ hat Wein kaum Platz. Nur zum Schluss wird ein Mouton Rothschild getrunken. Jahrgang 1955! Auch hier wird der Gegner durch mangelndes Weinwissen enttarnt. Clairet ist dem mörderischen Servicepersonal als Begriff für einen Bordeaux unbekannt. Und so haben auch diese beiden Bösewichte ausgespielt.

„This is the End“, so beginnt der aktuelle James Bond. Es liegt nicht nur an der Sängerin Adele, dass dieser Film einer der traurigsten und am stärksten auf sich selbst bezogene in der 007-Serie ist. Noch nie wurde so viel in Großbritannien gedreht. Das Drama von „Skyfall“ deutet auf eine Krise dieser Kinoserie hin. Noch nie wurde James Bond in seinem Elternhaus gezeigt. Das Grab seiner Eltern war auch noch nie zuvor zu sehen. Und gerade dies wirft die Frage auf, was mit dieser Kino-Serie passiert. Und auch der Hinweis auf die nächste Folge fehlt.

Champagner passt in diesen traurigen Film nicht herein. Stattdessen hat Bond Falten wie nie zuvor. Es gibt weniger Glamour, dafür wird Bond härter. Gleich in den ersten 10 Minuten gibt es Exzesse mit Whisky. Und James Bond wird als schwache Figur gezeigt. Zugleich zeigen sich Risse in der vornehmen Art des Gentlemen. Er ist gar dienstunfähig und tritt trotzdem an. Während Bond schottischen Whisky (Macallen) und Bier (Heineken) trinkt, bevorzugt man beim MI6 Cognac (Corvousier). So war Bond zuvor noch nie zu sehen. Nur im Abspann taucht Bollinger als Unterstützer des Films auf. Durch Produktplatzierungen gab es immerhin für „Skyfall“ Rekordeinnahmen von 34 Millionen Euro.

Was kostet ein Weinblog?

Montag, 20. August 2012

Was kostet ein Weinblog?Die Frage klingt etwas seltsam. Und Weinblogs werden nach meinem derzeitigen Kenntnisstand momentan nicht zum Verkauf angeboten. Weinblogger sind ebenso wenig käuflich. Trotzdem beschäftigt mich die Frage: Was ist so ein Weinblog eigentlich wert? Je mehr man mit den Blogs selbst zu tun hat, umso weniger wird man hierauf eine Antwort finden.

Es gibt jedoch eine Rechenmaschine, mit der sehr präzise Preise für Internetseiten genannt werden. Etwas cineastisch nennt sich das Ding Urlspion.de. Der Wert einer Seite wird hier aus einer Vielzahl von Daten ermittelt, die man aus anderen Quellen des Internets bezieht. Es werden auch noch eine Reihe anderer Werte geschätzt. Diese sind jedoch manchmal etwas weit von den Realitäten entfernt. Ich habe im Folgenden einige der bekannteren und häufiger zitierten Weinblogs mir angeschaut. Zu den anderen (hier nicht genannten) Blogs existieren jedoch keine Daten (z.B. alle mit Subdomains auf fremden Servern).

Wuertz-wein.de
Geschätzter Wert € 35.951,99
Wert pro Besucher € 0,11

Weinakademie-berlin.de
Geschätzter Wert € 32.376,56
Wert pro Besucher € 0,13

Weinverkostungen.de
Geschätzter Wert € 19.918,26
Wert pro Besucher € 0,17

Michael-liebert.de
Geschätzter Wert € 15.429,45
Wert pro Besucher € 0,38

Winzerblog.de
Geschätzter Wert € 13.664,91
Wert pro Besucher € 0,13

Delinat-blog.com
Geschätzter Wert € 10.114,64
Wert pro Besucher € nicht angegeben

Bestebioweine.de
Geschätzter Wert € 8.301,25
Wert pro Besucher € 0,30

Baccantus.de
Geschätzter Wert € 7.411,31
Wert pro Besucher € 0,09

Originalverkorkt.de
Geschätzter Wert € 6.513,81
Wert pro Besucher € 0,16

Steffens-kess.de
Geschätzter Wert € 6.525,1
Wert pro Besucher € 0,27

Weinkaiser.de
Geschätzter Wert € 6.503,34
Wert pro Besucher € 0,08

Der-ultes.de
Geschätzter Wert € 3.870,73
Wert pro Besucher € 0,05

25cl.de
Geschätzter Wert € 3.840,11
Wert pro Besucher € 0,03

Sparkling-online.com
Geschätzter Wert € 2.964,45
Wert pro Besucher € 0,28

Port-blog.com
Geschätzter Wert € 1.682,93
Wert pro Besucher € 0,29

Ecovin-baden.de
Geschätzter Wert € 1.090,04
Wert pro Besucher € 0,02

Herrenhof.net
Geschätzter Wert € 934,71
Wert pro Besucher € 0,26

Bei dem angegebenen Wert ist noch zu berücksichtigen, dass dies den Wert des Weinblogs insgesamt meint. Seiten mit mehr Inhalt sind somit wertvoller. Wenn jemand mit den Daten bei Urlspion.de unzufrieden ist, kann er diese dort auch löschen lassen. Ganz interessant sind auch Werte, die für andere Seiten ermittelt wurden. Google.de wird zum Beispiel mit 325 Mio Euro geschätzt. Spiegel.de wertet man mit 52 Mio Euro. Und für das Weinportal Wein-plus.de meint man, es wäre ca. 126.000 Euro wert.

Vorschau auf das Weinjahr 2012

Sonntag, 25. Dezember 2011

WeinsteinWir haben in den vergangenen Wochen jegliches Depot von gereiften Rotweinen gesammelt. Daraus ist ein Weinsatz entstanden, aus dem wir nun lesen werden. Zudem wurde aus Weinstein eine Kristallkugel gebastelt, mit der wir unsere Vorhersagen für das Weinjahr 2012 abgesichert haben. Wir können jedenfalls gespannt sein, denn 2012 wird einiges passieren.

Eines der Hauptereignisse wird auch wieder die ProWein in Düsseldorf werden. Für 2012 wird nun noch mehr Fläche zu Verfügung stehen und noch mehr Besucher werden erwartet. So wird die Verkostungszone in die neu hinzugekommene Halle 7.1 wechseln. Im Kaffee- ähhhm Weinsatz ist ganz deutlich zu sehen, dass noch mehr Besucher durch die Messehallen schlendern und Aussteller sowie Besucher mehr als zufrieden nach Hause fahren werden.

Zwei Überraschungen im Weinjahr 2012 werden die Bewertungsinstanz Robert Parker betreffen. Die Weinstein-Kristallkugel zeigt ganz deutlich, dass der Weinguru nach den Vorwürfen von Hanna Agostini vor vier Jahren und den jüngsten Berichten über die Verkostungs- und Bewertungspraxis von Jay Miller bzw. Pancho Campo in Spanien einen Strategiewechsel einleiten wird. Im Weinjahr 2012 wird eine offizielle Preisliste für die jeweiligen Punktbewertungen veröffentlicht. Bundespräsident Wulff wird dazu erklären: „Mehr Transparenz geht nicht“.

Zudem wird Parker anregen, dass das 100 Punkte-Schema um mindestens 10 Punkte erweitert wird. „Die Weine sind heute wesentlich besser, als noch vor 20 oder 30 Jahren. Deswegen reichen 100 Punkte nicht mehr aus“, so wird Parker sprechen.

Etwas schwierig wird es jedoch mit dem Weinjahrgang 2012 werden. Der 100-jährige Kalender von Gerhard Merz sagt, dass wenig wächst und saurer Wein entsteht; so wie 1641 und 1662. Lediglich für den Herbst gibt es noch Hoffnungen. Der solle nämlich dann gut werden, wenn zwischen Februar und Anfang Mai eine Sonnenfinsternis zu beobachten ist. Aber wir kennen es ja auch schon aus den vergangenen beiden Jahren: Es wird genügend Leute geben, die viel Gutes über den Weinjahrgang 2012 berichten werden. Das ist wahrscheinlich die einzige Vorhersage, die 100-prozentig eintreffen wird.

Ahr: Walporzheimer Klosterberg oder Ahrweiler Klosterberg

Freitag, 9. Dezember 2011

Ahr: Walporzheimer Klosterberg oder Ahrweiler KlosterbergLetztens stand ich in einem Weinladen und hatte die Auswahl zwischen einem Spätburgunder aus dem Walporzheimer Klosterberg und einem Ahrweiler Klosterberg. Diesen Lagennamen gibt es in vielen deutschen Weinbaugebieten. Ganze 25 mal handelt es sich dabei um Einzellagen. Der Klosterberg im Anbaugebiet Ahr ist jedoch die Großlage unter der so einiger Wein vermarktet wird. Es gibt allein für Weine von der Ahr 18 verschiedene Möglichkeiten der Lagenkennzeichnung in Verbindung mit dem Klosterberg. Denn dieser Name darf nicht nur mit den Gemeindenamen, sondern auch in Verbindung mit Ortsteilen benutzt werden. Das kann einen etwas verwirren.

Klosterberg gibt es überall

Ahr: Walporzheimer Klosterberg oder Ahrweiler KlosterbergWieso ist die Kennzeichnung der Großlage Klosterberg auch auf Front-Etiketten von Weinen von der Ahr bei den Produzenten so beliebt? Generell gibt es kaum preisgünstige Weine von der Ahr. Selten findet man im Handel Flaschen unter 6,99 Euro. Somit fehlt bei diesen sehr einfachen Spätburgundern ein Argument, dass diesen Preis rechtfertigen soll. Das Ergebnis ist jedoch in einigen Fällen fragwürdig. So erscheint der abgebildete Ahrweiler Klosterberg von Jakob Sebastian zwar in der Verkostung als vollkommen fehlerfrei. Jedoch ist er geschmacklich dermaßen beliebig, dass nicht mal die Region erkennbar ist. Und da versucht man noch den Eindruck einer Lagencharakteristik zu erwecken? Der Eindruck könnte entstehen.

Ahr: Walporzheimer Klosterberg oder Ahrweiler KlosterbergWas lernt man daraus? Das deutsche Weinrecht hat bezüglich der Lagenkennzeichnung von Weinen einen deutlichen Verbesserungsbedarf. Die Praxis einer Kennzeichnung von Großlagen auf Weinflaschen nutzt weder dem Konsumenten, noch dem Handel und am Ende auch nicht den erzeugenden Weingütern. Der Konsument ist von dieser Lagenkennzeichnungsinflation tendenziell überfordert. Zudem wird ihm vorgemacht, es handle sich um einen Wein mit besonderem Lagencharakter. Das kann eine Großlage jedoch gar nicht leisten und das soll sie auch nicht. Denn auch bei den Spätburgundern von der Ahr, die als Klosterberg gekennzeichnet sind, wechseln der Boden und die Ausrichtung des Hangs. Wenn es sich nicht ohnehin um Reben des Ahrtals handelt, die ihre Wurzeln beinahe im Flusswasser baden.

Manches geht seitwertz

Sonntag, 6. November 2011

Manches geht seitwertzJeden Monat erscheint ein Ranking von „Weinblogs“ bei Wikio. Eigentlich ist das Thema Ranking schon vollkommen durchdiskutiert. Die Bedeutung solcher Listen ist stetig abnehmend. Und da es in der Diskussion keine neuen Argumente für jeweilige Positionen gibt, ist das bis auf Einsatzkommentare eingeschlafen. Lediglich auf dem VinoCamp im Sommer in Geisenheim gab es einen sehr interessanten Vortrag von Theo Huesmann von gumia mit anschließender Diskussion.

Ich habe mir einmal die aktuelle Rankingliste von Wikio genommen, wie sie eifrig beim Kollegen Würtz vorveröffentlicht wird. Hinter den Namen der Seiten stehen Daten, wie sie das Tool seitwert.de errechnet. Dabei wird eine Vielzahl an Daten über die jeweilige Seite zusammengefasst und der Wert nach dem 100-Punkte-System berechnet. Dies ist ähnlich dem Punktesystem bei Weinbewertungen. Jedoch scheint das Niveau der Weinblogs in einem ungenießbaren Bereich zu liegen (wobei man feststellen kann, dass die Spitzenwerte für die besten deutschen Seiten kaum 80 Punkte überschreiten). Viel augenfälliger ist: Das Ranking von Wikio zeigt keinen Zusammenhang mit der Bewertung von seitwert.

(1) Würtz-Wein 21,10
(2) Nikos Weinwelten 39,69
(3) the drink tank 26,61
(4) Weinakademie Berlin 34,75
(5) CaptainCork 29,39
(6) Bildergeschichten aus dem Weingut 25,22
(7) Baccantus 28,15
(8) Herrenhof Lamprecht 17,64
(9) Delinat-Blog 13,52
(10) Winzerblog 27,24
(11) Weinkaiser 31,75
(12) La Gazzetta del Vino 20,60
(13) weinverkostungen.de 37,98
(14) Weingut Lisson 21,70
(15) Arme Winzer 24,56
(16) Drunkenmonday Wein Blog 24,83
(17) Bernhard Fiedlers We(in)blog 31,41
(18) der Ultes 26,43
(19) Vinum Blog 26,60
(20) WorldWine Blog 22,70

Hier noch der seitwert von einigen weiteren Weinbloggs, die recht bekannt sind oder häufiger in der Top 20 bei Wikio auftauchen:
Weintipps von Michael Liebert 18,70
Originalverkorkt 29,23
Wein & Wissen 16,19
Beste Bioweine 21,74
Werner Elflein 30,20

Die Sachsenflasche

Freitag, 20. Mai 2011

Die Sachsenflasche[Exkursion Sachsen #4] In den vergangenen Jahrzehnten gab es eine deutliche Reduzierung der Flaschenformen. Die Artenvielfalt hat auch schon zuvor mit der industriellen Fertigung abgenommen. Manche historische Flaschen sind sogar vielen Weinfreaks unbekannt. Die Rheingauflöte kennen noch recht viele Insider, aber weiß noch jemand wie die historische Flaschenform im Rioja aussah? Die ist noch ungewöhnlicher als die Sachsenflasche. Andere Flaschen – wie der in Franken typische Bocksbeutel – hatten einige Zeit Imageprobleme. Man wollte modern sein und so gab es immer mehr Weine in Bordeauxflaschen. In Deutschland hat auch der Schlegel einiges ersetzt.

Doch seit einigen Jahren erinnert man sich wieder an alte Formen. Genauso wie die Bierindustrie sucht man nach Alleinstellung (dort treibt es inzwischen das Mehrwegsystem an Belastungsgrenzen und schwächt die Ökobilanz, da stärker sortiert werden muss und Verkehrsstrecken wachsen). Der Bocksbeutel ist wieder angesagt und einige Weinerzeuger in Sachsen legen wieder wert auf die traditionelle Flaschenform. Auch hier wird Anteilsmäßig recht viel in Bordeaux- und Schlegelflasche gefüllt. Weingüter wie Vincenz Richter, das Schloss Wackerbart und die Sächsische Winzergenossenschaft Meißen vermarkten Wein jedoch wieder in der Sachsenflasche.

Interessant bei den Flaschenformen ist auch die Uniformierung der Inhaltsmenge. Diese ist eine Anforderung an die Erzeuger von Seiten des Handels. Zudem ist für den Weintrinker nicht zumutbar gering abweichende Füllmengen nebeneinander im Regal zu haben. Es war gar nicht überall üblich 0,75l in eine Flasche Wein abzufüllen. Flaschengrößen von 0,7l waren beispielsweise an der Mosel bis in die 1970er Jahre keine Seltenheit. Über das Urabmessung der Sachsenflasche liegen jedoch keine Informationen vor.