Besuch im Grand Cru Rangen de Thann
Die deutschen Genießer mögen Weine aus guten Lagen. Diese gibt es im Elsass schon recht lange. Ihre amtliche Registrierung erfolgte jedoch erst seit 1975 mit der berühmten Modellage Schlossberg. In zwei weiteren Schritten wurden es 50 Grand Crus. Mit dem Kaefferkopf als 51stes Grand Cru seit 2007 kann man die Klassifizierung als abgeschlossen betrachten. Die südlichste und zugleich steilste dieser Lagen ist seit November 1983 Rangen bei Thann. Hier endet auch die Elsässer Weinstraße, welche bei 170 Kilometern Länge durch 67 Weinbaugemeinden führt. Die Grand Crus besitzen 14 verschiedene Bodentypen. Nicht nur wegen ihrer Steilheit ist Rangen de Thann etwas besonders.Weiterlesen »Besuch im Grand Cru Rangen de Thann
Jetzt gibt es den Sauvignon Blanc von Golden Kaan. Doch eigentlich müsste ich es besser wissen: Lasse dich nicht mit billigen Weinen aus dem Supermarkt ein. Doch da jede Regel ihre Ausnahmen kennt und ich grundsätzlich in jeder Vermarktungsform Potenzial sehe, traute ich mich an den Golden Kaan Sauvignon Blanc aus dem aktuellen Jahr 2013 heran. Eine umfangreiche Werbung in einer Weinfachzeitschrift stimmte mich zudem etwas positiv. Doch wegen der Überschrift muss ich leider sagen: Es wird eigentlich nicht der Kaan zornig, sondern ich. Und gar nicht so sehr über diesen Wein, sondern über mich, weil ich für ihn tatsächlich 4,99 Euro bezahlt habe. Wie bei beim Kinofilm Star Trek II sorge ich mich hier um einen Verlust. Denn als Käufer bekommt man leider keinen dem entsprechenden Gegenwert.
Das Thema ist alt. Die Weine ganz neu. Ich habe die aktuellen Jahrgänge von der Edition Fritz Keller für Aldi vor mir stehen. Aber eigentlich will ich die noch gar nicht probieren. Da ist so viel was vorher noch geklärt werden muss. In den vergangenen Wochen habe ich z.B. am Rande der ProWein so viel Mist über Wein bei Aldi und deren Zusammenarbeit mit hochwertigen Weinerzeugern und bekannten Beratern gehört. Vor allem Mitarbeiter eines Wein-Verlages, in dem eine Zeitschrift vor einiger Zeit mit ganzseitiger Werbung für den Wein von Lidl erschien, äußerten sich negativ über die Glaubwürdigkeit von den Leuten, die mit Aldi zusammenarbeiten. Hier geht es aus meiner Sicht mehr um das Abstecken der Reviere bzw. Konkurrenzdenken innerhalb der Weinszene, als um den Einsatz für bestimmte Vermarktungsformen von Wein.
Seit Anfang September sind die weißen Großen Gewächse aus 2012 und die roten Großen Gewächse aus 2011 auf dem Markt erhältlich. Auch im Rheingau gibt es vom VDP mit diesen Jahrgängen statt den vormals Ersten Gewächsen die Bezeichnung Großes Gewächs. Zudem sind die Flaschen mit dem neuen Logo GG versehen (Bild oben). Die vorher verwendete sogenannte „Eins-Traube“ findet nun keine Verwendung mehr. Die “VDP Ersten Lagen” sind unter den Großen Gewächsen deutlich herausgestellt. Dies ist Teil des neuen Klassifikationsmodels des VDP. Darüber wurde ja viel und zum Teil auch kontrovers diskutiert. Wenn man es aber einmal verstanden hat, entfaltet es seinen Sinn. Das sind die äußeren Rahmenbedingen der nun aktuellen Großen Gewächse.
Die „Filme der Filmmacher“ warb vor einiger Zeit ein deutscher Kabelsender. Die „Weine der Winzer“ ein Slogan eines deutschen Anbaugebiets. Was will man den noch mehr als das Original? Etwas Echtes von realen Menschen gemacht, die ihr Handwerk verstehen. Nicht hingemischt nach Publikumserfolgszahlen oder durchschnittlich sehr beliebten Zielwerten bei Säure, Restzucker usw., die man vorher über die Marktforschung ermittelt hat. Also kein weichgespülter – in Parenthese eine Entschuldigung – Konsumscheiß. Filme die der Regisseur mag und nicht nur der Vermarkter gerne verkaufen will, sehe ich lieber. Also einen Directors Cut. Der Wein den ein Kellermeister gut findet und hinter dem er wirklich auch steht, gefällt mir häufig auch besser. Models versuchen ohnehin vom Inhalt abzulenken. Egal was die Verkaufszahlen sagen. Dies misst auch nur, was andere über ein Produkt denken. Man sollte auf seinen eigenen Geschmack setzen.
Trotzdem es klein und fein ist: Als wirkliche Neuentdeckung kann man das Weingut Christian Bamberger von der Nahe nicht mehr feiern. Zumindest in den Weinkreisen hat es in den vergangenen Jahren schon einen beachtlichen Erfolg hinlegen können. Die Reihe 7byCB versammelt 7 Weine, die als beste des Weingutes angesehen werden können. Die 7 meint zugleich die 7 Hektar Toplagen in Schlossböckelheim, die Christian Bamberger im Jahr 2007 übernommen hat. Er selbst kam nach einigen Umwegen 2004 auf das elterliche Weingut an die Nahe zurück.