Weinrallye #107 Vorurteile, Müller und Bocksbeutel
Bei dieser Weinrallye wollte ich auf jeden Fall mitmachen. Es geht um Vorurteile. Ausgerufen wurde diese Runde von Torsten Hammer vom Priorat Hammer. Entstanden ist sie durch eine Diskussion im sozialen Netzwerk mit dem blauen Logo um Dornfelder und Trollinger. Mit Vorurteilen ist diese Weinwelt jedenfalls gut bestückt. Ich will mich hier gleich mit zweien davon beschäftigen. Beide bröckeln doch recht stark. Somit meine ich ein leichtes Spiel zu haben. Das eine ist der Bocksbeutel. Das andere die Rebsorte Müller-Thurgau.Weiterlesen »Weinrallye #107 Vorurteile, Müller und Bocksbeutel
Jetzt habe ich einen Tannat aus Uruguay im Glas. Der Erzeuger dieses Rotweins heißt Garzon. Wein aus Uruguay? Ich gebe es zu. Ich hatte noch nie zuvor einen verkostet. Das Land ist fern und hierzulande noch nicht so wirklich bekannt für gute Wein. Die Rebsorte Tannat ist zudem dort nicht wirklich verortet. Man denkt da eher an Madiran. Obwohl sie historisch eher aus Bordeaux zu stammen scheint. Aber es ist wohl so eine Geschichte wie bei dem Malbec. Den gibt es reinrebsortig und so gekennzeichnet jetzt häufiger aus Argentinien.
Jetzt geht es zu zwei Rieslingen aus dem Weingut am Nil. Sicherlich gibt es auch in Ägypten Weinbau. Doch dies hier ist kein Dampferausflug zum „Tod auf dem Nil“. Es geht vielmehr ins pfälzische Kallstadt. Hier existiert das Weingut am Nil. Was erstmal kurios klingt, klärt sich schnell auf. Sein Name erinnert an eine offiziell nicht mehr existierende Lage. Diese ist in den 1970er Jahren bei der großen Lagenreform per Weingesetz in den Saumagen einverleibt worden.
Jetzt gibt es den Ollympus Primitivo Terre Nobili aus Salento ins Glas. Um die Rebsorte Primitivo ist ein richtiger Boom in Deutschland in den vergangenen Jahren ausgebrochen. Vielfach wird gesagt, dass die besten dieser Weine aus Manduria kommen. Sicherlich auch. Aber was mögen viele an diesen Rotweinen? Primitivo ist bekanntlich die Rebsorte. Man kennt diese auch als Zinfandel in Kalifornien. Und hier verbirgt sich auch schon ein Hinweis auf den Erfolg des Primitivo. Denn häufig sind diese Rotweine gar nicht so trocken. Ebenso war es beim Boom der Überseeweine zu beobachten. Die Weintrinker hierzulande möchten häufig, dass der Wein trocken ist. Das ist eine etwas komische Vorstellung. Denn er soll meist dann doch gar nicht so schmecken. Und so kommt der Ollympus Primitivo mit 7,5 Gramm pro Liter Restzucker daher. Das ist recht dicht an der Obergrenze zum halbrtockenen Wein.
Ich habe jetzt eine Flasche Grignolino del Monferrato Casalese von Vicara vor mir. Ich glaube, dass selbst unter passionierten Weinfans diese Rotweine fast vollkommen unbekannt sind. Sogar die Region werden nur ausgesprochene Kenner von Wein aus Italien zuordnen können. Es handelt sich beim Grignolino del Monferrato um das Piemont. Diese Region ist als DOC anerkannt. Die Rebsorte wird dort gerade mal auf weniger als 450 Hektar angebaut. Diesen Rotwein hatte ich mir auch zwei Gründen gekauft: Neugier und 3 Gläser im Gambero Rosso. Und das für schlanke 10 Euro.